Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald

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Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald ist ein bekanntes Kinderlied aus der Zeit um 1900.[1] Es basiert lose auf dem Märchen Hänsel und Gretel aus der Sammlung der Brüder Grimm.

Ausführung als bewegtes Singspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lied kann als Kreisspiel ausgeführt werden, bei dem sich ein vorher ausgewähltes Kind als Hexe in der Kreismitte befindet, während der anschauliche Liedtext pantomimisch dargestellt wird.[2]

Text und Melodie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

\relative a' {\key d \major \time 4/4 \autoBeamOff 
a2 fis4 g | a2 fis4 d | e e e fis | d2. r4 |
a'2 fis4 g | a2 fis4 d | e e e fis | d2 r4 d |
e e e fis | g2 e4 e | fis fis fis g | a2. r4 |
a2 fis4 g | a2 fis4 d | e e e fis | d2. r4 \bar "|." }
\addlyrics { 
Hän -- sel und Gre -- tel ver -- lie -- fen sich im Wald.
Es war so fin -- ster und auch so bit -- ter kalt.
Sie ka -- men an ein Häus -- chen von Pfef -- fer -- ku -- chen fein.
Wer mag der Herr wohl von die -- sem Häus -- chen sein? }

1. Strophe
Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald.
Es war so finster und auch so bitter kalt.
Sie kamen an ein Häuschen von Pfefferkuchen fein.
Wer mag der Herr wohl von diesem Häuschen sein.

2. Strophe
Hu, hu, da schaut eine alte Hexe raus!
Lockte die Kinder ins Pfefferkuchenhaus.
Sie stellte sich gar freundlich, o Hänsel, welche Not!
Ihn wollt’ sie braten im Ofen braun wie Brot.

3. Strophe
Doch als die Hexe zum Ofen schaut hinein,
Ward sie gestoßen von unserm Gretelein.
Die Hexe musste braten, die Kinder geh’n nach Haus.
Nun ist das Märchen von Hans und Gretel aus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei dem Kinderlied handelt es sich um ein anonymes Werk. 1901 wurde es erstmals in dem Liederbuch Das Gehör- und Notensingen in den Elementarschulen des Lehrers Paul Hoffmann aus Halle (Saale) gedruckt.[1] 1922 wurde es im Pestalozzi-Fröbel-Haus in Berlin aufgezeichnet.[3]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu dem Lied gibt es mehrere Parodien, darunter verschiedene Varianten von Otto Waalkes. Auch ein erotisches Filmlustspiel aus dem Jahr 1970 von dem österreichischen Regisseur Franz Josef Gottlieb trägt diesen Titel, siehe dazu Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald.

Die deutsche Band Hämatom veröffentlichte eine Rockversion des Liedes mit teilweise verändertem Text auf deren Album Nein! im Jahr 2005[4].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Renate Sarr: Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald (2007). In: Populäre und traditionelle Lieder. Historisch-kritisches Liederlexikon des Deutschen Volksliedarchivs
  2. Ingeborg Weber-Kellermann: Das Buch der Kinderlieder. 4. Auflage. Schott, Mainz 2007, ISBN 978-3-7957-2063-6, S. 299.
  3. Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald bei volksliederarchiv.de
  4. Onlineauftritt Musik-Sammler, abgerufen am 10. Januar 2015.