Mary Roos

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Mary Roos bei Appen musiziert 2015
Mary Roos bei Appen musiziert 2015
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles[1]
Geh’ nicht den Weg
  DE 36 17.07.1965 (6 Wo.)
Das hat die Welt noch nicht erlebt
  DE 19 05.04.1969 (10 Wo.)
Das Beste an Dir
  DE 33 14.02.1970 (2 Wo.)
Arizona Man
  DE 9 04.07.1970 (19 Wo.)
Am Anfang war die Liebe
  DE 36 15.02.1971 (2 Wo.)
California Nacht
  DE 39 04.10.1971 (4 Wo.)
Nur die Liebe läßt uns leben
  DE 17 27.03.1972 (9 Wo.)
Er bleibt hier (für immer)
  DE 39 09.10.1972 (3 Wo.)
Fremdes Mädchen
  DE 45 26.03.1973 (1 Wo.)
Lieber John
  DE 40 08.10.1973 (2 Wo.)
Eine Liebe ist wie ein Lied
  DE 50 17.03.1975 (1 Wo.)
Stop, mach das noch einmal
  DE 44 06.10.1975 (2 Wo.)
Ich werde geh’n heute nacht (We Don’t Talk Anymore)
  DE 25 12.11.1979 (12 Wo.)
Lady (mit David Hanselmann)
  DE 31 26.04.1982 (10 Wo.)
Aufrecht geh’n
  DE 56 30.04.1984 (4 Wo.)
Leider lieb’ ich dich immer noch (Believe)
  DE 87 25.01.1999 (5 Wo.)

Mary Roos (bürgerlich Rosemarie Böhm; * 9. Januar 1949 als Rosemarie Schwab in Bingen), ist eine deutsche Schlagersängerin.

Musikalische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schallplattenkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1958–1969[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach ihren ersten musikalischen Auftritten im elterlichen Hotel trat sie 1958 als Neunjährige bei einem Sommernachtsfest des Karnevalvereins im benachbarten Weiler vor mehr als 800 Gästen auf. Dann wurde ein Plattenproduzent auf sie aufmerksam. Mit neun Jahren veröffentlichte sie auch ihre erste Schallplatte Ja, die Dicken sind ja so gemütlich; im Spielfilm Die Straße sang sie in einer kleinen Rolle die B-Seite Little Teenager Song. Weitere Singles entstanden bei der Polydor. Es folgten Live-Auftritte mit etablierten Kollegen, jeweils unter ihrem bürgerlichen Vornamen Rosemarie. Um der Mode englisch klingender Künstlernamen zu folgen, tauschte sie später die beiden Namensteile; seitdem tritt sie unter dem Künstlernamen Mary Roos auf.

Ab 1961 folgten zahlreiche Aufnahmen für verschiedene Plattenfirmen. In dieser Zeit wurde sie künstlerisch von Produzent Horst-Heinz Henning begleitet, der als Material vorwiegend Coverversionen oder Volksweisen, aber auch seine eigenen Kompositionen verwendete. Viele dieser Aufnahmen lizenzierte Henning an diverse Plattenlabel, oftmals unter verschiedenen Künstler-Pseudonymen.

1968 erschien ihr erstes Album Die kleine Stadt will schlafen geh’n, eine gemeinsame Produktion mit dem Dresdner Mozart-Chor. Im Jahr darauf folgten Aufnahmen bekannter Kinderlieder und gesungener Märchen. Die nächste LP Golden Love wurde lediglich eine Zusammenstellung vorangegangener Single-Titel.

Eine erstmalige chronologische Zusammenstellung der Aufnahmen aus dieser Zeit veröffentlichte Bear Family Records unter dem Titel Jugendsünden im Jahre 2011 als 3-CD-Box.

1970–1999[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach langer künstlerischer Aufbauphase gelang ihr 1970 der musikalische Durchbruch mit dem Titel Arizona Man, einer Komposition von Giorgio Moroder und Michael Holm. Dabei wurden erstmals Synthesizer bei einer deutschen Pop-Schlager-Produktion eingesetzt. Anschließend erschienen mehrere LPs, erneut auch bei Polydor. Nach Vertragsende Anfang der 1980er Jahre veröffentlichte sie bei der HANSA die LP Was ich fühle sowie einzelne Titel von unterschiedlichen Autoren wie z. B. Michael Kunze oder Dieter Bohlen als Singles.

1987 erschien ihre vorläufig letzte LP Leben spür’n. Danach nutzte sie die Geburt des Sohnes für eine berufliche Pause. Erst 1992 veröffentlichte sie wieder ein Album (Alles was ich will) bei da music; ihr Vertrag mit dem Label dauert seitdem an. Anfang 1999 platzierte sie sich mit Leider lieb’ ich dich immer noch, der deutschen Version des US-Hits Believe von Sängerin und Schauspielerin Cher, erneut in den Top 100.

2000 bis heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf HarDies Straßenfest in Berlin, 2. Juni 2011

In regelmäßigen Abständen entstehen bis heute abwechslungsreiche Alben mit Balladen, Up-Tempo-Nummern und teilweise autobiographischen Texten, meist in Zusammenarbeit mit Michael Reinecke und Alexander Menke.

2013 erschien mit Denk was du willst und zum ersten Mal bei Universal ein Album abseits der Schlagerszene. Unter der Produktion von Roberto di Gioia entstanden u. a. auch ein portugiesischer Titel von Caetano Veloso (O Leãozinho) sowie der französische Jacques Brel-Klassiker Ne me quitte pas. Die Fotografien für das Booklet stammten von Jazz-Trompeter Till Brönner, der auch seine Komposition Adrian beisteuerte. Erstmals in ihrer Karriere ging Mary Roos mit den Titeln dieses Albums auf eine ausverkaufte Solo-Clubtour.

Deutsche Coverversionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Teenager sang sie zunächst Coverversionen zeitgenössischer Schlager ihrer Kolleginnen wie Caterina Valente (Rosen sind rot; Quando Quando), Nana Mouskouri (Ich schau den weißen Wolken nach), Cornelia Froboess (Zwei kleine Italiener; Lady Sunshine und Mister Moon) oder Connie Francis (Schöner fremder Mann; Paradiso).

Im späteren Verlauf ihrer Karriere war sie mit Adaptionen bekannter internationaler Hits erfolgreich. Dazu gehörten u. a. Titel von Diana Ross & The Supremes (Die Liebe kommt leis’ – You Can’t Hurry Love), Cat Stevens (Ich bin so reich – Moon Shadow), Sérgio Mendes & Brasil ’66 (Blauer Montag – Mas que nada), Frank Sinatra (So leb’ dein Leben – My Way), Cliff Richard (Ich werde geh’n heute nacht – We Don’t Talk Anymore), Modern Talking (Ich bin stark nur mit Dir – You’re My Heart, You’re My Soul) sowie Cher (Leider lieb’ ich dich immer noch – Believe).

Fernsehen und Bühne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1971 erhielt sie ihre erste eigene Showreihe mit internationalen Stargästen unter dem Titel Marys Music. Es folgte die Sendung Hans im Glück – Die Mary-Roos-Show, in der sie bekannte Kinderlieder präsentierte. Außerdem hatte sie zahlreiche Auftritte in den populärsten Musiksendungen dieser Zeit. Als erste deutschsprachige Künstlerin produzierte Jim Henson 1976 mit ihr für eine Folge der Muppet Show eine eigene deutsche Fassung. 1978 sang sie die Titelmelodie zur Zeichentrickserie Pinocchio und erhielt die Personality-Show Maryland, die in 25 Länder verkauft wurde. Zudem sang sie 1964 den Song "Kellerparty Twist" für den Film "Nebelmörder" ein, der im selben Jahr erschien.[2]

Mitte der 1970er Jahre übernahm sie am Stadttheater Münster unter der Regie von Samy Molcho in dem Musical Showboat die Rolle der Magnolia. Bis heute ist sie durch Fernsehauftritte und verschiedenste Tourneen auf deutschen Bühnen präsent.

Seit 2015 ist sie mit Wolfgang Trepper mit ihrem gemeinsamen Programm Nutten, Koks und frische Erdbeeren auf Tour. In dieser Show zerlegen sie als „Schlagerhasser“ die Produkte des Genres.

Karriere im Ausland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1971 spielte Mary Roos in französischer Sprache an der Seite von Michel Fugain die weibliche Hauptrolle in dem Musical Un enfant dans la ville; für das ZDF synchronisiert und gesendet als Zum Teufel mit unserer Zeit – aber ich liebe sie. Ihre französischen Texte lernte sie – nach eigenen Angaben – zum größten Teil nur phonetisch. Einen weiteren Höhepunkt bildete ein mehrwöchiges Gastspiel im Pariser Olympia.

Bis 1977 folgten zahlreiche TV-Auftritte und Plattenaufnahmen in Frankreich. Erst seit 1999 folgten wieder vereinzelte französische Aufnahmen auf verschiedenen Alben (Attention fragile; Weißt Du noch – Je n’oublie pas). 2009 kam die Zusammenstellung Amour Toujours – The French Song Collection mit französischen Titeln aus den Jahren 1972 bis 1975 offiziell als CD in den Handel.

Neben ihrer Arbeit in Frankreich wurde sie vom Ausland u. a. zum Festival Internacional da Canção Popular nach Rio de Janeiro sowie zur UNICEF-Gala in Osaka als europäische Vertreterin eingeladen.

Teilnahme an Musikwettbewerben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Nachwuchswettbewerb im belgischen Seebad Knokke belegte Mary Roos 1963 den zweiten Platz und fand dort erstmals im benachbarten Ausland Beachtung. 1966 nahm sie an den Deutschen Schlagerfestspielen in Baden-Baden teil und erreichte dabei Platz 6. Drei Jahre später startete sie 1969 beim Grand Prix RTL International mit Die Legende der Liebe (La légende de l’amour). Im gleichen Jahr ging sie mit Alles rutscht mir aus den Händen bei den Deutschen Schlagerfestspielen an den Start.

1970 holte man sie kurzfristig für die erkrankte Edina Pop zum Vorentscheid des Grand Prix d’Eurovision. Der dabei vorgetragene zweitplatzierte Titel Bei jedem Kuss wurde jedoch nie von ihr auf Tonträger veröffentlicht.

1972 gewann sie den deutschen Vorentscheid und errang beim Grand Prix d’Eurovision international den dritten Platz mit Nur die Liebe läßt uns leben, bis dahin mit eine der erfolgreichsten Platzierungen eines deutschen Beitrags.

Danach nahm sie 1975 mit Eine Liebe ist wie ein Lied und 1982 gemeinsam im Duett mit David Hanselmann (Lady) erneut an den deutschen Vorentscheidungen teil, konnte sich jedoch beide Male nicht für den internationalen Wettbewerb qualifizieren.

1984 schaffte sie mit Aufrecht geh’n zum zweiten Mal den Sprung ins europäische Finale des Grand Prix d’Eurovision, erreichte allerdings nur Platz 13. Trotz des damaligen Misserfolgs behielt sie diesen Titel bis heute in ihrem Live-Repertoire.

Der Entertainer Hape Kerkeling ermöglichte ihr 2010 in seiner Funktion als Chefsprecher die Teilnahme an der neugegründeten Experten-Jury der deutschen Delegation für den Eurovision Song Contest in Oslo. 2013 saß sie beim deutschen Vorentscheid Unser Song für Malmö neben weiteren Künstlern aus der Musikbranche erneut in der Fachjury.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mary Roos war in erster Ehe seit 1970 mit dem aus Frankreich stammenden Pierre Scardin verheiratet. Er begleitete zudem als Manager ihre Karriere in den 1970er Jahren im In- und Ausland. Nach ihrer Scheidung war sie von 1981 bis 1989 mit dem Sänger und Musiker Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals verheiratet. Aus dieser Ehe stammt der gemeinsame Sohn Julian (* 1986).

Fähre Mary Roos, Bingen/Rüdesheim

Am 3. März 2017 taufte Mary Roos eine Autofähre, die zwischen ihrem Heimatort Bingen und Rüdesheim am Rhein verkehrt, auf ihren Namen.[3] Das konventionell motorisierte Doppelender-Fährschiff wurde auf der Lux-Werft in Mondorf am Rhein gebaut. Die „Mary Roos“ ist die einzige Autofähre, die als Eventschiff mit Passagieren an Bord längs des Stromes verkehren darf. [4]

Sie lebt bereits seit mehreren Jahren abwechselnd in Hamburg-Wellingsbüttel und Braunfels (Hessen).

Ihre jüngere Schwester Monika ist unter dem Namen Tina York ebenfalls seit den 1970er Jahren als deutschsprachige Sängerin erfolgreich.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Mary Roos/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1968: Die kleine Stadt will schlafen geh’n
  • 1969: Die schönsten deutschen Märchen gesungen von Mary Roos
  • 1970: Mary Roos
  • 1972: Amour toujours
  • 1972: Woraus meine Lieder sind
  • 1973: Lieber John
  • 1973: Mary Roos
  • 1976: Mary Roos
  • 1977: Ich bin Mary
  • 1978: Maryland
  • 1981: Was ich fühle
  • 1987: Leben spür’n
  • 1992: Alles was ich will
  • 1995: Mehr als ein Gefühl
  • 1997: Rücksicht
  • 1999: Mittendrin
  • 2001: Roosige Zeiten
  • 2003: Achterbahn
  • 2005: Leben
  • 2007: Hautnah
  • 2009: Gezeiten
  • 2011: Bis hierhin… und weiter
  • 2013: Denk was du willst
  • 2015: Bilder meines Lebens
  • 2017: Ab jetzt nur noch Zugaben

Singles (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titel, die Chartplatzierungen erreicht haben:

  • 1965: Geh’ nicht den Weg – B-Seite von Mama, verzeih’ mir
    (Pardon pour notre amour)
  • 1969: Das hat die Welt noch nicht erlebt / Ich bin Dein
  • 1969: Das Beste an Dir / Fehler hat jeder
  • 1970: Arizona Man / Herz
  • 1970: Am Anfang war die Liebe / Was hat nur die Zeit aus uns’rem Glück gemacht
  • 1971: California Nacht / Auf den Spuren des Glücks
  • 1972: Nur die Liebe läßt uns leben / Die Liebe kommt leis’ (You Can’t Hurry Love)
  • 1972: Er bleibt hier (für immer) / Morgens um fünf (Amour to Yours)
  • 1973: Fremdes Mädchen / Oh, oh, Marlene
  • 1973: Lieber John / Ich hör Dich läuten
  • 1975: Eine Liebe ist wie ein Lied / Ich will denselben Weg nochmal an Deiner Seite geh’n
  • 1975: Stop, mach das noch einmal / Matthias
  • 1979: Ich werde geh’n heute nacht (We Don’t Talk Anymore) / Ich drücke beide Augen zu
  • 1982: Lady / Ich will ihn nicht betrügen mit dir – mit David Hanselmann
  • 1984: Aufrecht geh’n / Wer sagt, daß ich verlier’
  • 1999: Leider lieb’ ich dich immer noch (Believe) / Lichtjahre

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mary Roos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Chartquellen: DE
  2. Georg Ernst: Kellerparty-Twist - Mary Roos. 3. Oktober 2010; abgerufen am 20. Mai 2017.
  3. Schiffstaufe: Mary Roos fährt jetzt über den Rhein SWR Fernsehen
  4. Autofähre und Fahrgastschiff: Neubau „Mary Roos“ wartet auf Wasser. Auf Bonapart.de
  5. http://www.tvprogramme.net/70/1972/19721229.htm