Hühnerhypnose

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Video: erfolgreiche Hypnose beim Huhn

Mit der Hühnerhypnose kann ein Haushuhn hypnotisiert oder in Trance versetzt werden, indem man seinen Kopf an den Boden drückt und mit einem Stock oder Finger eine Linie entlang des Bodens zieht, die am Schnabel beginnt und sich direkt vor dem Huhn nach außen erstreckt. Wenn das Huhn auf diese Weise hypnotisiert wird, bleibt es zwischen 15 Sekunden und 30 Minuten unbeweglich und starrt weiterhin auf die Linie. Ethologen bezeichnen diesen Zustand als tonische Immobilität („Schreckstarre“), das heißt einen natürlichen Zustand der Halblähmung, in den einige Tiere eintreten, wenn sie mit einer Bedrohung konfrontiert werden.[1][2][3] Dies ist wahrscheinlich ein Abwehrmechanismus, der den Tod vortäuschen soll, wenn auch eher unzureichend.[4]

Die erste bekannte schriftliche Erwähnung für diese Methode erfolgte 1646 in Mirabele Experimentum de Imaginatione Gallinae von Athanasius Kircher in Rom.

Methoden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Hypnosetechnik ist es, das Huhn mit dem Gesicht nach oben zu halten, mit dem Rücken auf dem Boden, und dann den Finger nach unten von den Kehllappen des Huhnes bis knapp über seinen Schlitz zu führen. Die Hühnerfüße sind so freigelegt, was eine einfache Anwendung von Medikamenten für Fußmilben usw. ermöglicht. Klatschende Hände oder ein sanfter Stoß auf das Huhn wecken es.

Man kann ein Huhn auch hypnotisieren, indem man nachahmt, wie es schläft – mit dem Kopf unter den Flügeln. Bei dieser Methode hält man den Vogel fest, legt seinen Kopf unter seine Flügel, schaukelt das Huhn sanft hin und her und legt es sehr vorsichtig auf den Boden. Es sollte etwa 30 Sekunden lang in der gleichen Position bleiben. H. B. Gibson behauptete in seinem Buch Hypnose – its Nature and Therapeutic Uses, dass die Rekordzeit für ein Huhn, das unter Hypnose bleibt, 3 Stunden und 47 Minuten beträgt.[5]

Bemerkenswerte Persönlichkeiten, die über Hühnerhypnose diskutiert haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gordon G. Gallup Jr., R. F. Nash, R. J. Potter, N. H. Donegan: Journal of Comparative and Physiological Psychology. Effect of varying conditions of fear on immobility reactions in domestic chickens (Gallus gullus). 1970, S. 442–445.
  2. Gordon G. Gallup Jr.: Tonic immobility as a measure of fear in the domestic fowl. Animal Behaviour. 1979, S. 316–317.
  3. B. Jones, J. M. Faure: Tonic immobility ("righting time") in laying hens housed in cages and pens. Applied Animal Ethology 7. 1981, S. 369–372.
  4. Jack D. Maser, Gordon G. Gallup Jr.: Tonic Immobility in the Chicken: Catalepsy Potentiation by Uncontrollable Shock and Alleviation by Imipramine. In: psychosomaticmedicine.org. Archiviert vom Original am 27. September 2007; abgerufen am 28. April 2019 (englisch).
  5. Experimental Animal Hypnosis. In: hypnoticworld.com. Abgerufen am 28. April 2019 (englisch).
  6. Tom Jokinen: Like Hypnotized Chickens. Random House Canada, 10. Juli 2013.