Port du Havre

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Hafen Le Havre)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Port du Havre
Daten
Eigentümer Stadt Le Havre
Baubeginn 1517
Eröffnung 1517
Hafentyp Tidehafen
Umschlagsmenge 68,5 Mio. Tonnen Umschlag
2,2 Mio. TEU
Stand: 2011[1]
Website www.havre-port.fr
Geografische Informationen
Ort Le Havre
Republik Frankreich
Staat Frankreich
Frachter bei der Einfahrt in den Hafen Le Havre
Frachter bei der Einfahrt in den Hafen Le Havre
Koordinaten 49° 28′ 13,8″ N, 0° 9′ 24,8″ O49.47050.15690Koordinaten: 49° 28′ 13,8″ N, 0° 9′ 24,8″ O
Port du Havre (Frankreich)
Port du Havre
Lage Port du Havre

Der Port du Havre in der Stadt Le Havre am Ärmelkanal ist nach Marseille Europort der zweitgrößte Hafen Frankreichs. Der Seehafen liegt in der Normandie im Département Seine-Maritime. 1517 unter König Franz I. errichtet, gehört er zu den ältesten Seehäfen Frankreichs. Le Havre gehört zu einem der bedeutendsten Umschlagplätzen von Gütern innerhalb der Europäischen Union und gilt gemessen nach Containerumschlag mit 2.200 TEU als zehntgrößter Hafen in Europa (Stand: 2011). Er wird von der staatlichen Behörde Port autonome du Havre betrieben.

Lage[Bearbeiten]

Der Hafen von Le Havre liegt geographisch und nautisch günstig: Er bildet „das Tor zwischen Nordsee und Atlantik“. Le Havre ist der erste Hafen auf dem Weg vom Ärmelkanal in die Nordsee. Le Havre ist Station vieler im Liniendienst fahrenden Handelsschiffe, da er günstig auf der Route für den intercontinentalen Handel liegt.

Le Havre ist ein Tiefwasserhafen (ähnlich wie der deutsche JadeWeserPort), so dass ganzjährig alle Schiffstypen tideunabhängig fest machen können.

Militärstrategisch war der Hafen lange Zeit die Verteidigungslinie Frankreichs gegen Gegner, die über das langgezogenene Ästuar an der Mündung der Seine zwischen Le Havre und Honfleur mit ihren Flotten in das Landesinnere vorstoßen und bis Paris gelangen konnten.

Geschichte[Bearbeiten]

1517 beschloss König Franz I. in Le Havre zu bauen und verfolgte damit zwei Ziele: zum einen wollte er einen leistungsfähigen Hafen für den Handel schaffen und zum anderen die militär-strategische wichtige Position an der Seine sichern. Das Gebiet schaute auf eine über 200 Jahre währende Abfolge von englischen Angriffen und Besetzungen zurück.[2]

Der Hafen entwickelte sich in der frühen Neuzeit weiter und im 18. Jahrhundert diversifizierte sich die Handelsware. Bis zur Französischen Revolution verließen viele Schiff Le Havre, um in Westafrika Sklaven für die Karibik und Amerika aufzunehmen.

In den 1960er Jahren wurde im Hafengebiet das Kraftwerk Le Havre errichtet.

In jüngerer Zeit wurde der Hafen nochmals bedeutender, da Handelsschiffe größer wurden und Schiffe mit mehr als 180 Tonnen nicht die Seine passieren können. Sie müssen in Le Havre ihre Ladung auf Binnenschiffe umladen. Ab 1990 setzte man vorwiegend auf den Containerumschlag.

Hafenstandorte[Bearbeiten]

Lageplan

Der Hafendistrikt zieht sich 27 Kilometer entlang der Seine. Das Gebiet des Hafens umfasst über 10.000 Hektar. Direkt angrenzend befindet sich das 2.000 Hektar große Naturschutzgebiet des Seine Ästuars.

Containerhafen[Bearbeiten]

In Le Havre werden hauptsächlich Container umgeschlagen. 2005 waren es fast 2.100.000 Stück und somit über 60 Prozent der insgesamt in den französischen Häfen umgeschlagenen Container. In dem Jahr liefen 6.965 Containerschiffe den Hafen an.[3]

Ölhafen[Bearbeiten]

Der Ölterminal Antifer liegt circa 30 Kilometer nördlich von Le Havre. Er ist für Supertanker mit einer Tonnage über 250.000 BRZ geeignet.

Kreuzfahrtterminal[Bearbeiten]

Der Hafen verfügt auch über Liegeplätze für Kreuzfahrtschiffe. 2007 legten 50 Kreuzfahrtschiffe mit insgesamt 90.000 Passagieren in Le Havre an.

Yachthafen[Bearbeiten]

Zum Hafen in Le Havre gehört auch ein stadtnaher Yachthafen mit 1050 Liegeplätzen.

Marine-Hafen[Bearbeiten]

Die französische Marine hat in Le Havre ebenfalls einen Standort. Hier befindet sich auch die für die Marine bedeutende Werft Chantier Augustin Normand.

Unfälle[Bearbeiten]

Am 7. August 1997 um 12:20 Uhr MESZ schlug ein Bunkertank des Öltankers „Katja“ beim Anlegemanöver leck. Dabei gelangten 187 Tonnen des Schweröls Bunker C in das Hafenbecken.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hafen Le Havre 2011: Weniger Gesamtumschlag, weniger Container. Verkehrsrundschau, 24. Januar 2012, abgerufen am 15. August 2012
  2. A little history, Grand Port Maritime du Havre.
  3. Der Hafen, Le Havre.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Port du Havre – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien