Halsgeige

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Halsgeige für eine Person
Halsgeige für zwei Personen, dahinter eine Schandflöte
Darstellung einer Person mit Halsgeige

Eine Halsgeige (auch Schandkragen, Schandgeige, spanische Geige oder Zankbrett genannt) ist eine meist hölzerne Fessel, die in Europa vom Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit verwendet wurde. Seit 2005 ist der Handel mit dem Folterinstrument in der Europäischen Union verboten.[1] Außerhalb der EU gibt es allerdings noch einen Markt für Halsgeigen und weitere Folterinstrumente.[1] Die Halsgeige umschließt den Hals und die Handgelenke der zu fesselnden Person, wobei sich die Hände hintereinander vor oder seitlich am Körper befinden. Die Halsgeige besteht in der Regel aus zwei symmetrisch angeordneten Teilen, die früher aus Holz, seltener aus Eisen bzw. Stahl gefertigt wurden. Heutige Modelle bestehen aus Metall. Hinten befindet sich ein Scharnier, vorne ein Verschluss. Für die Fesselung wird die Halsgeige aufgeklappt und der Hals und die Hände in die entsprechende Position gebracht. Daraufhin wird die Halsgeige zugeklappt und verschlossen. An der Halsgeige kann in der Regel eine Kette oder ein Seil befestigt werden, womit die gefesselte Person geführt oder angebunden wird.

Mitunter werden die Handgelenke an die Fußgelenke gefesselt, wobei der Gefangene in dieser Haltung auch an den Fesseln aufgehängt werden kann. Gefangene müssen oft tagelang in solchen Fesseln ausharren.

Die Halsgeige diente zur Durchführung von Ehrenstrafen. Der verurteilten Person wurde die Halsgeige umgelegt, woraufhin sie damit durch die Stadt geführt oder an den Pranger gestellt wurde, so dass sie dem Spott der Mitbürger ausgesetzt war und gedemütigt werden sollte. Die Halsgeige wurde nur bei leichten Vergehen verwendet, vor allem (aber nicht nur) Frauen und jungen Mädchen wurde sie umgelegt. Grund für die Bestrafung waren beispielsweise Zänkereien (engl.: shrew’s fiddle) oder auch leichte Diebstähle.

Eine Sonderform war die Doppel-Halsgeige, in die zwei Frauen gleichzeitig eingeschlossen wurden, die miteinander gezankt hatten. Die Doppel-Halsgeige war so konstruiert, dass sich die beiden Verurteilten von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen mussten.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J. J. Blumer: Staats- und Rechtsgeschichte der Schweizerischen Demokratien St. Gallen, 1858 S. 58.
  • D. Blüm: Wenn Steine erzählen könnten... Verlag der Wochenzeitung „Der Bensemer“ S. 154.
  • R. Dürr: Mägde in der Stadt: Das Beispiel Schwäbisch Hall in der frühen Neuzeit. Campus Verlag, ISBN 3-593-35389-X S. 238.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Halsgeigen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Der Kampf gegen "Halsgeige" und Co., Artikel auf tagesschau.de vom 18. September 2017, abgerufen am 18. September 2017