Hand-Fuß-Syndrom

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Klassifikation nach ICD-10
L27.1 Lokalisierte Hauteruption durch Drogen oder Arzneimittel
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Das Hand-Fuß-Syndrom (HFS oder palmar-plantare Erythrodysästhesie, PPE) ist eine mit schmerzhafter Schwellung und Rötung einhergehende erythematöse Hautveränderung an den Handflächen und Fußsohlen, die als Begleitreaktion einer antineoplastischen Chemotherapie oder im Rahmen einer Sichelzellenanämie auftreten kann. Auch sensorische Störungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl werden beobachtet. In schweren Fällen kann sich die Haut ablösen. Das Ausmaß variiert von einer schmerzlosen Schwellung oben genannter Lokalisation (Grad 1), bis hin zu stark schmerzenden Blasen und Hautablösungen mit entsprechenden Funktionseinschränkungen (Grad 3).

Die Pathogenese ist ungeklärt; die Behandlung beschränkt sich daher auf symptomatische Maßnahmen wie die Gabe von Schmerzmitteln, Kortikosteroiden, Vitamin B6[1] oder 10 % uridinhaltigen Cremes.[2][3]

Zwei rote, geschwollene Hände
Hand-Fuß-Syndrom

Das Kühlen der Hautstellen soll dem Ausmaß und der Schwere der Symptomatik vorbeugen.[4]

Zytostatische Arzneistoffe, die das Hand-Fuß-Syndrom hervorrufen können, sind beispielsweise Capecitabin, Cyclophosphamid, Cytarabin, Docetaxel, Doxorubicin, 5-FU, Oxaliplatin, Paclitaxel, Sorafenib und Sunitinib.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. E. Nagore, A. Insa, O. Sanmartín: Antineoplastic therapy-induced palmar plantar erythrodysesthesia ('hand-foot') syndrome. Incidence, recognition and management. In: American Journal of Clinical Dermatology 1(4). 2000, S. 225–234. (Review)
  2. Hendrik-Tobias Arkenau: Therapiemanagement: Capecitabin und das Hand-Fuß-Syndrom. 2006, abgerufen am 30. Juli 2010 (html).
  3. Jürgen Barth: Uridin-Hand-Fuß-Salbe und Uridin-Haftpaste Antidota nach akzidenteller Hautkontamination mit Fluorouracil – ein Fallbericht. 2000, abgerufen am 9. Oktober 2012 (PDF; 96 kB).
  4. K. L. Molpus, L. B. Anderson, C. L. Craig, J. G. Puleo: The effect of regional cooling on toxicity associated with intravenous infusion of pegylated liposomal doxorubicin in recurrent ovarian carcinoma. In: Gynecologic Oncology. 93(2), 2004, S. 513–516.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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