Hans-Georg Ebert

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Hans-Georg Ebert (* 22. Juli 1953 in Aue) ist ein deutscher Rechts- und Islamwissenschaftler. Von 1998 bis zur Emeritierung im Juli 2019 war er Professor für Islamisches Recht an der Universität Leipzig.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1972 studierte Ebert von 1973 bis 1978 Arabistik und Rechtswissenschaft an der Universität Leipzig. Es folgte eine befristete Assistentur an der Sektion Afrika- und Nahostwissenschaften der Universität Leipzig. 1982 wurde Ebert mit einer Arbeit zum schiitischen Recht in der Islamischen Republik Iran zum Dr. jur. promoviert. Während der sich anschließenden unbefristeten Assistenz weilte er zu mehrjährigen Studien- und Praxisaufenthalten in arabischen Ländern (Ägypten, Libyen, Tunesien u. a.). Nach der Habilitation im Jahre 1990 zum Verhältnis von Staat, Verfassung und Islam im Nahen und Mittleren Osten war er als wissenschaftlicher Oberassistent (C2) am neu gegründeten Orientalischen Institut der Universität Leipzig tätig. Bis 1998 vertrat er zeitweise die Professur für Islamwissenschaft an der Universität Halle und die Professur für Orientalische Philologie (Islamwissenschaft) an der Universität Kiel.

Vom 1. Oktober 1998 bis zum 30. September 2019 war er Professor für Islamisches Recht am Orientalischen Institut der Universität Leipzig.[1] Seine Lehr- und Forschungsschwerpunkte erstrecken sich auf „klassisches“ und „modernes“ Islamisches Recht, auf die Rechtsordnungen arabischer Länder und auf islamwissenschaftliche Themen. Seit dem 1. Oktober 2019 ist er Senior Research Fellow in der Kolleg-Forschungsgruppe „Multiple Secularities“ an der Universität Leipzig.

Er gehört der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Vorderer Orient für gegenwartsbezogene Forschung und Dokumentation (DAVO)[2] seit ihrer Gründung im Jahre 1993 an. Er ist Mitbegründer der Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht (GAIR)[3] und war von 2009 bis 2015 ihr 1. Vorsitzender. Seit 2010 fungiert er als Vorstandsmitglied des Centre for Area Studies an der Universität Leipzig[4]. Die Universität Leipzig bestellte ihn von 2012 bis 2018 zum Berufungsbeauftragten.

Er war bis 2018 Herausgeber der Schriftenreihe „Leipziger Beiträge zur Orientwissenschaft“ (LBO), die im Peter Lang-Verlag, Berlin/Bern erschienen ist.[5] Seit Oktober 2017 wirkt er als Mitherausgeber des Werkes Bergmann/Ferid/Henrich „Internationales Ehe- und Kindschaftsrecht mit Staatsangehörigkeitsrecht“, Frankfurt am Main, Berlin.[6]

Seit 2018 arbeitet Ebert am von Eckehard Schulz im Jahre 2011 gegründeten AL-ARABIYYA-INSTITUTE mit.[7]

2019 erhielt er den WGIT-Preis der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Islamische Theologie (WGIT).[8]

Bücher (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Religiöse Stiftung im Islam (waqf) nach hanafitischer Lehre. Die stiftungsrechtliche Kodifikation von Qadrî Pâshâ. Berlin 2018, ISBN 978-3-631-74223-5[9]
  • Islamisches Recht. Ein Lehrbuch. Leipzig 2016 (gemeinsam mit J. Heilen), ISBN 978-3-95817-024-7[10]
  • Islamisches Zivilrecht der hanafitischen Lehre. Die zivilrechtliche Kodifikation des Qadrī Pâshâ. Frankfurt am Main 2013 (gemeinsam mit A. Hefny), ISBN 978-3-653-03419-6[11]
  • Heinrich Leberecht Fleischer – Leben und Wirkung. Ein Leipziger Orientalist des 19. Jahrhunderts mit internationaler Ausstrahlung. H.-G. Ebert, T. Hanstein (Hrsg.). Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-653-03665-7[12]
  • Der Islam und die Grundlagen der Herrschaft. Übersetzung und Kommentar des Werkes von Alî Abd ar-Râziq. Frankfurt am Main 2010 (gemeinsam mit Assem Hefny), ISBN 978-3-631-59613-5[13]
  • Die Qadrî-Pâshâ-Kodifikation. Islamisches Personalstatut der hanafitischen Rechtsschule. Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-631-59615-9[14]
  • Johann Jacob Reiske – Leben und Wirkung. Ein Leipziger Byzantinist und Begründer der Orientalistik im 18. Jahrhundert. Hrsg. von H.-G. Ebert und T. Hanstein. Leipzig 2005, ISBN 978-3-374-02327-1[15]
  • Beiträge zum Islamischen Recht. Herausgegeben von H.-G. Ebert. Frankfurt am Main 2000, ISBN 978-3-653-01929-2[16]
  • Das Erbrecht arabischer Länder. Frankfurt am Main 2004, ISBN 978-3-631-52643-9[17]
  • Das Personalstatut arabischer Länder: Problemfelder, Methoden, Perspektiven. Ein Beitrag zum Diskurs über Theorie und Praxis des islamischen Rechts. Frankfurt am Main 1996, ISBN 978-3-631-50011-8[18]
  • Die Interdependenz von Staat, Verfassung und Islam im Nahen und Mittleren Osten in der Gegenwart. Frankfurt am Main 1991, ISBN 978-3-631-43751-3[19]
  • Die Islamische Republik Iran. Reihe: Taschenbuch Geschichte (gemeinsam mit G. Barthel, H. Fürtig, H.‑G. Müller), Berlin (Ost) 1987 und Köln 1987 (Lizenzausgabe).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Universität Leipzig, Orientalisches Institut: Ebert, Hans-Georg, Prof. Dr. jur. habil. 19. April 2018, abgerufen am 28. Oktober 2018.
  2. Deutsche Arbeitsgemeinschaft Vorderer Orient. Abgerufen am 28. Oktober 2018 (deutsch).
  3. Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht e.V. – GAIR – Conference Law, Islam and Anthropology. Abgerufen am 28. Oktober 2018.
  4. Centre for Area Studies: Welcome - Centre for Area Studies. Abgerufen am 28. Oktober 2018.
  5. Leipziger Beiträge zur Orientforschung. 1. September 1993 (peterlang.com [abgerufen am 28. Oktober 2018]).
  6. Das Standardwerk zum ausländischen Familienrecht | Bergmann Aktuell. Abgerufen am 28. Oktober 2018.
  7. AL-ARABIYYA-INSTITUTE – AL-ARABIYYA-INSTITUTE. Abgerufen am 28. Oktober 2018 (deutsch).
  8. Preis für Rechts- und Islamwissenschaftler Ebert, deutschlandfunkkultur.de Kulturnachrichten vom 28. November 2019
  9. Hans-Georg Ebert: Die Religiöse Stiftung im Islam (waqf) nach hanafitischer Lehre. Peter Lang D, 2018, ISBN 978-3-631-74223-5, doi:10.3726/b13444 (peterlang.com [abgerufen am 28. Oktober 2018]).
  10. Islamisches Recht. Ein Lehrbuch - Edition Hamouda. In: Edition Hamouda. 21. Juni 2016 (hamouda.de [abgerufen am 28. Oktober 2018]).
  11. Hans-Georg Ebert, Assem Hefny: Islamisches Zivilrecht der hanafitischen Lehre. Peter Lang D, 2013, ISBN 978-3-653-03419-6, doi:10.3726/978-3-653-03419-6 (peterlang.com [abgerufen am 28. Oktober 2018]).
  12. Heinrich Leberecht Fleischer – Leben und Wirkung. 1. Januar 2014, doi:10.3726/978-3-653-03665-7 (peterlang.com [abgerufen am 28. Oktober 2018]).
  13. «Der Islam und die Grundlagen der Herrschaft». 1. Januar 2010 (peterlang.com [abgerufen am 28. Oktober 2018]).
  14. Die Qadrî-Pâshâ-Kodifikation. 1. Januar 2010 (peterlang.com [abgerufen am 28. Oktober 2018]).
  15. Evangelische Verlagsanstalt GmbH: Evangelische Verlagsanstalt. Abgerufen am 28. Oktober 2018.
  16. Beiträge zum Islamischen Recht. 1. Januar 2001, doi:10.3726/978-3-653-01929-2 (peterlang.com [abgerufen am 28. Oktober 2018]).
  17. Das Erbrecht arabischer Länder. 6. Juli 2004 (peterlang.com [abgerufen am 28. Oktober 2018]).
  18. Das Personalstatut arabischer Länder- Problemfelder, Methoden, Perspektiven. 1. Februar 1996 (peterlang.com [abgerufen am 28. Oktober 2018]).
  19. Die Interdependenz von Staat, Verfassung und Islam im Nahen und Mittleren Osten in der Gegenwart. 1. Juli 1991 (peterlang.com [abgerufen am 28. Oktober 2018]).