Harald Huth

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Harald Gerome Huth (* 1969 in Mannheim) ist ein Investor und Bauherr in Berlin. Er ist Inhaber und Geschäftsführer u. a. der HGHI Holding GmbH. Bekannt ist Huth hauptsächlich für das Planen und Bauen von Einkaufszentren. So entwickelte er beispielsweise 1994 die Gropius Passagen in Berlin-Gropiusstadt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Huth wuchs in Heidelberg auf und machte dort Abitur. Nach seinem Abitur zog er nach Hamburg zu dem ursprünglichen Standort seiner Familie und schloss ein Studium der Wirtschaftswissenschaft und ein Traineeprogramm in einem Einzelhandelskonzern ab. Danach arbeitete er als Leiter eines Warenhauses. Später wechselte er zur HypoVereinsbank mit der Aufgabe, einen Fonds für Einkaufscenter zu realisieren, weshalb er 1994 nach Berlin zog. In Berlin entwickelte er dann im selben Jahr die Gropius Passagen in Berlin-Neukölln. 2007 gründete er eine eigene HGHI (High Gain House Investment) Holding GmbH. Harald Gerome Huth hat drei Söhne und lebt im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf im Ortsteil Westend.[1]

Kontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Bau der Mall of Berlin, welche im Herbst 2014 eröffnet wurde, haben neben der viermonatigen Verspätung, Brandschutzmängeln und der Insolvenz des Generalunternehmers[2] verschiedene Subunternehmen unter dem Auftrag der HGHI Leipziger Platz GmbH die Bauarbeiter um den Lohn geprellt. Demnach wurden die größtenteils rumänischen Arbeiter für einen Stundenlohn von knapp 6 Euro für 10 Stunden täglich arbeiten gelassen. Letztendlich wurde der Lohn der Bauarbeiter nicht einmal vollständig ausgezahlt. Nach einem Bauarbeiter wurden den Arbeitern schriftliche Arbeitsverträge vorenthalten und zudem teilweise keine Unterkünfte gestellt.

Die „HGHI Leipziger Platz GmbH“ des Investors Harald Huth hat den Bau der Mall of Berlin in Auftrag gegeben. Die „Arbeitsgemeinschaft Leipziger Platz N° 12“ hat unter der Geschäftsführung der inzwischen insolventen „Fettchenhauer Controlling und Logistic GmbH“ den Auftrag ausgeführt. Die Subunternehmen „Metatec-Fundus GmbH & Co. KG“ aus Berlin-Kreuzberg und die „openmallmaster GmbH“ aus Frankfurt am Main waren für den Lohnbetrug direkt verantwortlich. Die Hauptverantwortung liegt jedoch letztendlich beim Auftraggeber der „HGHI Leipziger Platz GmbH“ des Investor Harald Huth.[3][4][5][6][7] Diese Hauptverantwortung besteht auch gesetzlich nach dem Gesetz über zwingende Arbeitsbedingungen für grenzüberschreitend entsandte und für regelmäßig im Inland beschäftigte Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen des Arbeitnehmer-Entsendegesetz – AEntG im Paragraphen § 14 Haftung des Auftraggebers.[8] Der DGB machte den Fall erstmals am 31. Oktober 2014 öffentlich, weshalb die Mall of Berlin im November vermehrte mediale Aufmerksamkeit bekam. Aufgrund dessen wurde der Skandal und die Mall of Berlin mit dem Spitznamen Mall of Shame betitelt. Huth wird vorgeworfen, lieber Anwälte als die Löhne der Bauarbeiter zu zahlen.[9] Letztendlich wurden allerdings mehrere Klagen bis in höchster Instanz vor dem Bundesarbeitsgericht abgewiesen.[10]

Bekannte Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Projekt Bild Realisierung Eröffnung BGF Website
Das Schloss
Mall of Berlin[11]
18-01-06-Potsdamer-Platz-Berlin-RalfR- RR70342.jpg
2012–2014[12] 09/2014 153.368 Website Mall of Berlin
Schultheiss Quartier[13] Moabit Turmstraße Schultheiss Quartier-002.jpg 2015–2018 2018 79.700 Website Schulheiss Quartier
Fußgängerstraße Gorkistraße[14] Tegel Gorkistraße Fußgängerzone-002.JPG 2016–2021 2021 90.000 Website Gorkistraße
Bürogebäude Mendelssohn-Palais[15](Firmensitz der HGHI Holding GmbH)
Berlin, Mitte, Jägerstraße 49-50, Bankhaus Mendelssohn & Co.jpg
2017 3. Quartal 2017 Website Mendelssohn-Palais
Wannsee-Terrassen 2006–2013 2015 Wannsee-Terrassen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berliner Morgenpost - Berlin: Zur Person. 26. November 2017, abgerufen am 22. März 2020 (deutsch).
  2. Bis April kehren die Wannsee-Terrassen zurück. Abgerufen am 19. April 2020.
  3. Mall of Shame. 25. November 2014, abgerufen am 2. April 2020.
  4. Berliner Zeitung: "Mall of Berlin": Investor Harald Huth trennt sich von Generalunternehmer. Abgerufen am 2. April 2020 (deutsch).
  5. „Mitgefühl für die rumänischen Bauarbeiter“. Abgerufen am 2. April 2020.
  6. Peter Nowak: Mall of Shame: Ausbeutung bleibt legal. In: Die Tageszeitung: taz. 4. Mai 2017, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 2. April 2020]).
  7. Mall of Shame | Die Chronik. 16. März 2015, abgerufen am 3. April 2020.
  8. § 14 AEntG - Einzelnorm. Abgerufen am 3. April 2020.
  9. Tageszeitung TAZ, : Sklaverei im Herzen Berlins, Kommentar von Erik Peter, 16. Oktober 2019
  10. Tageszeitung TAZ, : Bauarbeiter bekommen nichts, 16. Oktober 2019
  11. Berliner Zeitung: "Mall of Berlin": Investor Harald Huth trennt sich von Generalunternehmer. Abgerufen am 22. März 2020 (deutsch).
  12. HGHI Holding GmbH - Real Estate Development | Projekte. Abgerufen am 22. März 2020.
  13. Edle Bohne statt Bier | Forum - Das Wochenmagazin. Abgerufen am 22. März 2020.
  14. Fußgängerzone Gorkistraße - Einzelhandel und Büroflächen in Tegel | Start. Abgerufen am 22. März 2020.
  15. Mendelssohn Palais Berlin | Firmensitz der HGHI Holding GmbH. Abgerufen am 22. März 2020 (deutsch).