Hattinger Tunnel

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Hattinger Tunnel
Tunnel Hattingen
Nutzung Eisenbahntunnel
Verkehrsverbindung Schwarzwaldbahn
Ort Hattingen
Länge 900 m
Anzahl der Röhren 1
Betrieb
Betreiber DB Netz
Lage
Hattinger Tunnel (Baden-Württemberg)
Red pog.svg
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Koordinaten
47° 55′ 2″ N, 8° 46′ 29″ O
47° 54′ 34″ N, 8° 46′ 17″ O

Der Hattinger Tunnel ist ein 900 m[1] langer Eisenbahntunnel bei Hattingen.

In dem Bauwerk unterquert die Schwarzwaldbahn die europäische Hauptwasserscheide zwischen Rhein und Donau auf der Schwäbischen Alb.

Er ist unter den 39 Tunneln der Strecke der südlichste und letzte.[2]

Lage und Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das zwischen Streckenkilometer 124,171 und 125,067 liegende[1] Bauwerk schließt sich unmittelbar südlich an den Betriebsbahnhof Hattingen an. Die Trasse verläuft im Tunnel in einer Geraden. An beiden Portalen schließen sich Bögen an.

Die Gradiente fällt im Tunnel mit einer Längsneigung von 1:60 in südlicher Richtung ab. Von einem Scheitelpunkt vor dem Nordportal (690 m ü. NN.) fällt die Strecke bis Singen (428 ü. NN) durchgehend ab.[2]

Das im Jurakalk liegende, gemauerte[3] Bauwerk nimmt zwei Gleise mit einem Schotter-Oberbau auf, die mit 90 km/h befahren werden dürfen.

Nahe dem Südportal liegt eine GSM-R-Basisstation, die unter anderem den Tunnel mit Bahnbetriebsfunk versorgt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1868 wurde der Streckenabschnitt zwischen Donaueschingen und Engen eröffnet. Die Weiterführung der bereits 1866 von Süden bis Engen führenden Strecke über die Hattinger Steige hatte die Weiterführung verzögert.[4]

1904 wurde der 15 km lange Streckenabschnitt zwischen Immendingen und Engen um ein zweites Gleis ergänzt.[2][4]

Das Bauwerk wurde 1927 bilanziell aktiviert.[3]

Die zulässige Geschwindigkeit lag 1960 bei 70 km/h und wurde bis 1978 auf 90 km/h angehoben.[2]

Im Zuge der Elektrifizierung der Strecke wurde die Sohle des Tunnels in den 1970 er Jahren um 65 cm abgesenkt, um Platz für die Fahrleitung zu schaffen.[5]

2008 war das Bauwerk der Zustandsnote 2 („Größere Schäden am Bauwerksteil, welche die Sicherheit nicht beeinflussen. Maßnahmen des vorbeugenden Unterhalts sind bei lang- und mittelfristig (länger als 18 Jahre) zu erhaltenden Bauwerksteilen auf ihre Wirtschaftlichkeit hin zu überprüfen.“) zugeordnet, 2014 und 2017 der Zustandsnote 3 („Umfangreiche Schäden am Bauwerksteil, welche die Standsicherheit nicht beeinflussen. Eine Instandsetzung ist noch möglich, ihre Wirtschaftlichkeit ist zu prüfen“).[1][3]

2011 wurde berichtet, der Tunnel soll ab 2012 „für längere Zeit“ gesperrt werden.[6]

Um 2014 wurde der Tunnel täglich von 16 Zügen des Schienenpersonenfernverkehrs, 51 Zügen des Schienenpersonennahverkehrs sowie 11 Güterzügen befahren.[1]

In der 2. Hälfte der 2010er Jahre waren Sanierung von Mauerwerk und Entwässerung vorgesehen.[1]

Im Zuge einer Vollsperrung des Streckenabschnitts zwischen Hattingen und Engen, im August und bis 8. September 2019, sollen im Tunnel Arbeiten ausgeführt werden.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Deutscher Bundestag (Hrsg.): Antwortder Bundesregierungauf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Matthias Gastel, Harald Ebner, Christian Kühn (Tübingen), weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 18/2329 –. Zustand der Eisenbahntunnel in Baden-Württembe. Band 18, Nr. 2409, 27. August 2014, ISSN 0722-8333, S. 2, 4 (BT-Drs. 18/2409).
  2. a b c d Hans-Wolfgang Scharf: Die Schwarzwaldbahn und das Bahnbetriebswerk Villingen. 2. Auflage. EK-Verlag, Freiburg 1991, ISBN 3-88255-774-5, S. 18, 59, 71, hinterer Einband.
  3. a b c Deutscher Bundestag (Hrsg.): Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Matthias Gastel, Stefan Gelbhaar, Stephan Kühn (Dresden), Daniela Wagner und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 19/4781 –. Eisenbahntunnel in Baden-Württemberg – Zustand der Tunnelbauwerke und Umsetzungsstand der Baumaßnahmen für ihren Erhalt. Band 19, Nr. 5403, 31. Oktober 2018, ISSN 0722-8333, S. 9, 13 (BT-Drs. 19/5403).
  4. a b Hans-Wolfgang Scharf, Burkhard Wollny: Die Gäubahn. 2. Auflage. EK-Verlag, Freiburg 1992, ISBN 3-88255-701-X, S. 219.
  5. Seit 30 Jahren wird elektrisch gefahren. Elektrifizierung der Schwarzwaldbahn wurde 1977 in Immendingen groß gefeiert. In: Südkurier. 25. September 2007.
  6. Josef Siebler: Bahn bremst Fahrgäste aus. Umstieg auf Busse wegen Ausbau der Gäubahn. In: Südkurier. 28. Januar 2011.
  7. Bahnverkehr stoppt in Immendingen. In: Südkurier Donaueschingen. 13. August 2019, S. 21.