Schwäbische Alb

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schwäbische Alb
Reliefkarte der Schwäbischen Alb

Reliefkarte der Schwäbischen Alb

Albtrauf, Mittlere Schwäbische Alb, gesehen vom Osthang (575 m) des Jusibergs (672,8 m). Die Orte sind Neuffen und Beuren. Den Albtrauf bilden Hohenneuffen (743,3 m), Bassgeige (735,6 m), westlich von Beuren der Engelberg (527,6 m) und weiter hinten der Teckberg (775 m) mit vorgelagertem Schwäbischen Vulkan Hohenbol (602,1 m). Am Albtrauf liegt ausladender Hangschutt. Das Vorland mit den beiden Orten ruht auf Schichten des Braunen Jura.

Albtrauf, Mittlere Schwäbische Alb, gesehen vom Osthang (575 m) des Jusibergs (672,8 m). Die Orte sind Neuffen und Beuren. Den Albtrauf bilden Hohenneuffen (743,3 m), Bassgeige (735,6 m), westlich von Beuren der Engelberg (527,6 m) und weiter hinten der Teckberg (775 m) mit vorgelagertem Schwäbischen Vulkan Hohenbol (602,1 m). Am Albtrauf liegt ausladender Hangschutt. Das Vorland mit den beiden Orten ruht auf Schichten des Braunen Jura.

Höchster Gipfel Lemberg (1015,3 m ü. NHN)
Lage Deutschland: Baden-Württemberg, Bayern

Schweiz: Kanton Aargau, Kanton Schaffhausen

Teil des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes
Einteilung nach Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands/Bundesamt für Naturschutz
Koordinaten 48° 24′ N, 9° 12′ OKoordinaten: 48° 24′ N, 9° 12′ O
Typ Mittelgebirge, Schichtstufe
Gestein Calcit, Kalkstein, Posidonienschiefer
Fläche 5.887,35[1] km²
Erscheinungsbild der Albhochfläche der Mittleren Flächenalb: Ackerflächen bei Erpfingen in über 700 m Höhe

Die Schwäbische Alb, früher auch Schwäbischer Jura oder Schwabenalb genannt, ist ein Mittelgebirge in Süddeutschland und mit Kleinteilen in der Schweiz. Es ist etwa 180 bis 200 km lang, 35 bis 40 km breit, inklusive des kleinen Schweizer Anteils 5887,35 km²[1] groß und bis 1015,3 m ü. NHN[2] hoch.

Das Gebirge besteht aus mesozoischem Jurakalk und liegt großteils in Baden-Württemberg, zieht mit seinen Nordost-Ausläufern auch nach Bayern und mit den Südostausläufern in die Schweiz. Die Alb ist eine durch Erosionseinflüsse zerteilte Hochebene, die nach Nordwesten durch einen sehr markanten Steilabfall begrenzt wird, nach Südosten hingegen sanft abdacht und dort jenseits des oberen Donautals ins Alpenvorland übergeht.

Der nordwestliche Steilabfall wird Albtrauf genannt und trennt die Albhochfläche vom Albvorland. Im Nordosten endet das Mittelgebirge am Nördlinger Ries. Nach Südwesten kann es mit der schwäbisch-niederalemannischen Sprachgrenze bei Tuttlingen und Spaichingen abgegrenzt werden, oft sind aber weitere Gebiete Gegenstand der Betrachtung (vgl. Naturräumliche Gliederung).

Geologisch gesehen ist die Schwäbische Alb eine Schichtstufe im Südwestdeutschen Schichtstufenland. Wie die sie nordöstlich fortsetzende Fränkische Alb ist sie ein Tafeljura-Gebirge, und zusammen mit dem Faltenjura, der im Südwesten anschließt, ist sie Bestandteil der Jura­gebirgszüge zwischen Genf und Coburg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teillandschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typische Landschaft der Kuppenalb: Der Kornbühl bei Salmendingen

Manche, aber nicht alle Gebiete der Schwäbischen Alb haben traditionelle Eigennamen. Daneben gibt es neuere, durch Geographen vergebene Bezeichnungen. Die Regionen des Tafeljura ab Baaralb (zum Teil) bis Basler Tafeljura gehören streng genommen nicht mehr zur Schwäbischen Alb (Sprachgrenze bei Spaichingen und Tuttlingen), dennoch werden vor allem Gebiete nördlich des Hochrheins oft zu ihr gezählt.

Rauhe Alb ist die vielleicht älteste Bezeichnung der Landschaft. „Rauh“ meinte hier wohl nicht das Klima, sondern die Unebenheit des Bodens. Auf älteren Karten ist mit der Rauhen Alb etwa das Gebiet zwischen Engstingen, Bernloch bis Laichingen, Feldstetten bis Blaubeuren gemeint.[3] Im Jahr 1933 wurde durch Eugen Nägele, Schriftleiter der Blätter des Schwäbischen Albvereins, gefordert, auf den angeblich herabwürdigenden Begriff Rauhe Alb zu verzichten.[4] Bald danach erließ der württembergische Kultminister Christian Mergenthaler (NSDAP) ein Verbot des Begriffs Rauhe Alb.[5]

Teilregionen etwa von Nordost nach Südwest:
Riesalb, Härtsfeld, Albuch, Heidenheimer Alb, Niedere Alb, Stubersheimer Alb, Ulmer Alb, Hochsträß, Blaubeurer Alb, Uracher Alb (Vordere Alb und Hintere Alb), Münsinger Alb, Lutherische Berge, Landgericht, Reutlinger Alb, Zwiefalter Alb, Tautschbuch, Zollernalb, Großer Heuberg.

Teilregionen des Tafeljura im alemannischen Raum:
Baaralb, Hegaualb, Randen, Klettgaujura, Aargauer Tafeljura, Tafeljura um Basel.

Naturräumliche Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Haupteinheitengruppen (zweistellig) und Großregionen 3. Ordnung (dickere Trennlinien) des südwestdeutschen Stufenlandes

Die Bundesanstalt für Landeskunde hat seit den 1950er Jahren im Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands und in nachfolgenden Einzelblättern 1:200.000 Deutschland in naturräumliche Teillandschaften gegliedert. Die Schwäbische Alb bildet, zusammen mit der sie nach Nordosten fortsetzenden Fränkischen Alb, hiernach eine Großregion 3. Ordnung des Südwestdeutschen Stufenlandes (Großregion 2. Ordnung). Wie auch bei den Gäuen (Muschelkalk, 12–13) und Keuper-Lias-Ländern (10–11) wurden die Jura- bzw. Dogger-Malm-Landschaften in eine Schwäbische (09) und eine Fränkische (08) Haupteinheitengruppe unterteilt, deren Trennlinie sich eher nach physischen denn nach kulturellen Gesichtspunkten richtet. Speziell bei Schwäbischer und Fränkischer Alb entspricht die Trennlinie südlich des Nördlinger Ries auch der landläufigen Aufteilung.

Hauptartikel: Naturräumliche Gliederung der Schwäbischen Alb

Wie folgt gliedert sich die Schwäbische Alb dreistellige Haupteinheiten:

Topographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lemberg – Zeugenberg und höchster Berg der Schwäbischen Alb

Der Albtrauf, der Nordwestrand des Gebirges, stellt eine bis zu 400 Meter hohe, meist steil abfallende Schichtstufe dar. Der hingegen geomorphologisch nicht fassbare Südostrand kann geologisch durch das Abtauchen der jurassischen Schichten unter die Molasseschichten des Alpenvorlandes markiert werden. Nördlich der Südgrenze hat sich, während des Miozäns, durch das obere Molassemeer ein stellenweise bis heute gut erhaltenes Kliff (Heldenfinger Kliff) entwickelt. Diese Klifflinie verläuft von Tuttlingen im Südwesten bis Donauwörth im Nordosten.

Die die Schwäbische Alb aufbauenden Schichten sind ungefaltet und schräggestellt. Das „Einfallen“ der Schichtfläche erfolgt von Nordwest nach Südost. Die durchschnittlichen Höhenlagen nehmen nicht nur nach Südost ab. Auch vom Großen Heuberg ausgehend werden die Höhenwerte nach Südwest und Nordost geringer.

Ausgeprägte Gipfelberge sind nicht typisch für die Schwäbische Alb. Die höchsten Punkte befinden sich zum größten Teil entlang des Albtraufs. Die Erosion hat vor und am Steilabfall zahlreiche Auslieger, Berghalbinseln und Zeugenberge zur Folge, die mit der Schichtstufe des Albkörpers verbunden sind. Eine ausgeprägte Zertalung findet sich sowohl im Bereich des Albtraufs als auch im Binnenbereich. Der vielzitierte Begriff der „Albhochfläche“ gilt daher nur für die Gebiete zwischen den Tälern. Diese Hochflächen lassen sich in die nordwestliche Kuppenalb mit kleinräumig-unruhigem Relief und hohen Anteilen an Wald und Grünland sowie die südöstliche, stärker ackerbaulich genutzte Flächenalb gliedern (Klifflinie).

Erscheinungsbild der Albhochfläche der Hohen Schwabenalb: Schafbergplateau mit Wacholderheide auf knapp 1000 m Höhe

Die höchsten Erhebungen des Albkörpers reichen bis knapp über 1000 Meter. Sie sind alle im südwestlichen Teil der Alb, vor allem im Bereich des Großen Heubergs, zu finden. Im Folgenden eine Auflistung von Erhebungen mit oder über 1000 Meter: Lemberg (1015 m, höchster Punkt der Schwäbischen Alb), Oberhohenberg (1011 m), Hochberg (1009 m), Wandbühl (1007 m), Rainen (1006 m), Montschenloch (1004 m), Plettenberg (1002 m), Bol (1002 m), Hochwald (1002 m), Hummelsberg (1002 m), Kehlen (1001 m), Schafberg (1000 m).

Zeugenberge sind auf Höhe der stufenbildenden Gesteinsschicht mit der Schichtstufe nicht mehr verbunden und stehen meist freierodiert vor dem Albtrauf. Die vor dem Albtrauf stehenden Berge vulkanischen Ursprungs sind, geologisch gesehen, „Pseudo-Zeugenberge“. Im Folgenden eine Auflistung von Zeugenbergen, mit und ohne Schichtflächenrest, sortiert von Nordost nach Südwest. Die mit „(V)“ markierten Berge haben einen vulkanischen Kern, der in entscheidendem Maße mitverantwortlich für ihr Entstehen ist.

Zeugenberge ohne Schichtfläche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zeugenberg Zoller trägt die Burg Hohenzollern

Zeugenberge mit Schichtfläche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hesselberg gehört naturräumlich gesehen zwar eher zur Fränkischen Alb, liegt aber dialektgeographisch im vorschwäbischen Gebiet (schwäbisch-fränkischer Übergangsbereich mit Überwiegen schwäbischer Merkmale). Auch andere Gebiete der westlichsten Fränkischen Alb am Ostrand des Ries befinden sich im schwäbischen, schwäbisch-fränkischen oder schwäbisch-bairischen Mundartraum.

Im Gegensatz zu Zeugenbergen sind Ausliegerberge noch wesentlich mit der Schichtstufe verbunden. Im Folgenden eine Auflistung von Ausliegern, mit und ohne Schichtflächenrest, wiederum sortiert von Nordost nach Südwest. Die mit „(V)“ markierten Berge haben einen vulkanischen Kern, der in entscheidendem Maße mitverantwortlich für ihr Entstehen ist.

Der Runde Berg ist ein Ausliegerberg

Auslieger ohne Schichtfläche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auslieger mit Schichtfläche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Kalkstein-Aufschluss am Dreifaltigkeitsberg bei Spaichingen (Westrand der Alb)

Entstehung im Jurameer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alb stellt eine Schichtstufe des Süddeutschen Schichtstufenlands dar. Sie besteht aus sedimentären marinen Ablagerungen in Form mächtiger Schichten aus Ton, Kalk und Mergel. Diese Gesteine entstanden während der Jurazeit am Boden eines Meeres, das vor etwa 200 bis 150 Millionen Jahren große Teile Europas bedeckte. Die jurassischen Gesteine bilden drei Hauptformationen. Nach ihrer Farbe unterscheidet man lokal von unten nach oben Lias (Schwarzer Jura), Dogger (Brauner Jura) und Malm (Weißer Jura).

Schwarzer Jura[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesteine des Schwarzen Jura sind Tonschiefer und werden durch einen hohen Gehalt an Bitumen und Pyrit dunkler gefärbt. Man spricht auch (fälschlich) von Ölschiefer. Dieses Gestein tritt am Fuß des Albtraufs auf und ist berühmt für seine Funde von Ichthyosauriern. Am besten kann man diese im Urwelt-Museum Hauff in Holzmaden oder im Fossilienmuseum des Holcim-Werkforums in Dotternhausen betrachten. Das Fossilienmuseum in Dotternhausen beherbergt über 1.000 Exponate von Jurafossilien der Westalb.

Brauner Jura[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schichten des Braunen Jura, sandig-tonige Mergel, erhalten ihre braune Farbe durch einen recht hohen Gehalt an Eisen. Dieses Eisen wurde in Wasseralfingen bei Aalen auch als oolithisches Eisenerz abgebaut. Zu dieser Schicht gehört das Aalenium, eine chronostratigraphische Stufe des Mitteljura und umfasst geochronologisch den Zeitraum von etwa 174,1 bis 170,3 Millionen Jahren. Die Stufe ist seit 1864 benannt nach der Stadt Aalen. Die ersten Fossilienfunde wurden unter anderem im Tiefen Stollen in Aalen gemacht. Hiervon ist ein großer Teil im städtischen Urweltmuseum Aalen ausgestellt.

Weißer Jura[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der Kalksteinbruch im Blautal bei Gerhausen, einem Aufschluss im Weißen Jura

Der Weiße Jura, der die Steilstufe des Albtraufs bildet, besteht aus fast reinem Calcit, der in einem sauerstoffreichen und lebendigen Meer abgelagert wurde. Er ist charakterisiert durch eine wechselnde Folge von Mergeln, Kalkbänken und Massenkalken (Riffen). Der in einer Reihe großer Steinbrüche – beispielsweise am Plettenberg nahe Dotternhausen, bei Schelklingen und bei Grabenstetten – abgebaute Kalkstein wird zur Zementherstellung und als Straßenschotter verwendet. Hochreine Kalksteine – der CaCO3-Gehalt beträgt teilweise über 99 % – werden im Blautal bei Ulm gewonnen und als Ulmer Weiß an die chemische Industrie in alle Welt verkauft.

Wirtschaftlich spielte auf der Schwäbischen Alb auch der Abbau von Kalktuff eine große Rolle, der indirekt als sekundäres Sediment dem weißen Jura zugeordnet werden kann. Wegen seiner materialspezifischen Belastbarkeit und Witterungsbeständigkeit wurde Kalktuff aus dem Seeburger Kalktuff an vielen repräsentativen Gebäuden wie dem dem Ulmer Münster verwendet. Voraussetzung für die Entstehung von Kalktuff sind aber Verkarstungsprozesse.

Fossilien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In allen Jurasedimenten sind vielfältige Fossilien enthalten, die man auf einer Wanderung leicht selbst finden kann. Anhand der für die jeweilige Schicht typischen Leitfossilien erstellte der Geologe Friedrich August von Quenstedt die nach ihm benannte Gliederung des süddeutschen Juras.

Manche Fossilien finden sich über die ganze Schwäbische Alb hinweg, andere wiederum sind Unikate oder Fundstücke einer bestimmten Region. In vielen Museen der Welt sind aufgrund ihrer filigranen Ästhetik die fossilien Korallen der Schwäbischen Alb ausgestellt. Ein wichtiger Fundort von Fossilien aus dem Malm stellt die Nusplinger Platte dar mit den dort natürlich vorkommenden dünnen Kalkplatten. Meerengeln tummeln sich in versteinerter Form neben Riesenlibellen und fossilien Meereskrokodilen.

Erminger Turritellenplatte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Südrand der Schwäbischen Alb treten tertiäre Ablagerungen auf, die die Oberfläche bilden. Besonders bekannt ist die Erminger Turritellenplatte bei Ulm, die durch ihren marinen Fossilreichtum bekannt ist.

Heldenfinger Kliff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Heldenfinger Kliff war Teil der Felsküste des tertiären Meeres (Obere Meeresmolasse) vor 15 Millionen Jahren. Der lang andauernde Anprall der Wellen hat auf der Südseite der Schwäbischen Alb eine typische Hohlkehle mit Löchern von Bohrmuscheln und Bohrschwämmen aus dem Weißjurafels herausgearbeitet. Das Heldenfinger Kliff wird von Geologen als besterhaltener fossiler Strand bezeichnet, deshalb ist diese Klifflinie auch zu wissenschaftlicher Bedeutung gelangt und als Geotop geschützt.

Steinheimer Schneckensand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Steinheimer Schneckensand wird der mit fossilen Schneckengehäusen durchmischte Sand bezeichnet, der an vielen Stellen im Steinheimer Becken zutage tritt. Der Paläontologe Franz Hilgendorf stellte fest, dass die Schneckengehäuse von Schicht zu Schicht ihre Gestalt langsam verändern; dies war der erste direkte Beleg für die Evolutionstheorie Charles Darwins.

Karst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schwäbische Alb ist eines der größten zusammenhängenden Karstgebiete in Deutschland. In vor allem kohlensauerem Wasser gut löslicher Kalkstein wird ausgewaschen, wodurch Höhlen, Dolinen und Trockentäler entstehen. Trockentäler sind Vorzeitformen. Sie entstehen etwa, wenn in einem Gebiet mit wasserdurchlässigem Gestein die Erosionsbasis tiefergelegt wird und der Grundwasserspiegel sinkt – die Flüsse verlassen dann die Oberfläche und laufen nun tiefer im Gestein. Die Täler können auch in Kaltzeiten entstanden sein, indem Dauerfrostböden im Prinzip wasserdurchlässiges Gestein gegen Abfluss nach unten versiegeln.

Wegen ihrer Verkarstung gibt es auf der Alb nur sehr wenige Oberflächengewässer. Niederschläge verschwinden schnell im Untergrund, wo sie über Klüfte und Höhlen etwa 150 bis 200 m unter der Oberfläche abfließen. Im geologischen Schichtenpaket der Alb wechseln wasserdurchlässige Kalksteine und stauende tonige Mergel, weshalb sich im Albkörper zwei Karststockwerke gebildet haben.

Erst mit dem sukzessiven Auf- und Ausbau der Albwasserversorgung konnte gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch für die Bewohner der wasserarmen Hochfläche der Schwäbischen Alb die Versorgung mit sauberem Trinkwasser sichergestellt werden.

Höhlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Karst der Schwäbischen Alb sind rund 2500 Höhlen bekannt, eine der bekanntesten Höhlen davon ist die Blautopfhöhle, die zum Blautopf entwässert. Auf der Alb liegt mit der Laichinger Tiefenhöhle die tiefste begehbare Schachthöhle Deutschlands, und mit der Charlottenhöhle eine der längsten Schauhöhlen Süddeutschlands.

Als Schauhöhlen ausgebaut sind:

Die aufgeführten Höhlen können besichtigt werden. Andere können im Rahmen von Wanderungen auf eigene Faust besucht werden. Verschiedene geologische und karstkundliche Wanderwege erlauben es auch dem interessierten Laien, viele dieser Besonderheiten zu erkennen und zu verstehen.

Die Bocksteinhöhle, das Geißenklösterle, der Hohle Fels, der Hohlenstein-Stadel, die Sirgensteinhöhle und die Vogelherdhöhle wurden unter dem Titel „Höhlen der ältesten Eiszeitkunst“ auf Vorschlag Baden-Württembergs auf die Tentativliste Deutschlands gesetzt und 2016 von Deutschland bei der UNESCO für einen Eintrag auf die Welterbeliste nominiert. Das Interesse an den sechs Höhlen besteht in diesem Fall mehr aus kultur- als aus erdgeschichtlichen Gründen.

Um die komplexe und teilweise mühsame Vermessung, Kartierung und sachgemäße Dokumentierung aller Höhlen kümmern sich auf der Schwäbischen Alb mit hohem Sachverstand die Ortsgruppen des Verbandes der deutschen Höhlen- und Karstforscher, die in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen haben. Den Höhlenforschern geht es nicht zuletzt auch darum, die in der Öffentlichkeit kaum bekannte zoologische Artenvielfalt in den unterirdischen Lebensräumen der Alb bekannt zu machen. So wird seit 2009 jährlich ein Höhlentier des Jahres bestimmt und präsentiert.

Meteoritenkrater, Vulkane und Erdbeben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außer den Karsterscheinungen gibt es noch weitere geologische Phänomene, die mit dazu geführt haben, dass die Schwäbische Alb aufgrund der erdgeschichtlichen Vielfalt und Besonderheiten 2002 als Nationaler GeoPark in Deutschland ausgezeichnet wurde.

Meteoriteneinschlag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Steinheimer Becken entstand aus dem Krater eines Meteoriteneinschlags

Das Steinheimer Becken ist ein durch einen Meteoriteneinschlag vor etwa 14 bis 15 Millionen Jahren entstandener Einschlagkrater um Steinheim am Albuch. Nach dem Einschlag bildete sich ein Kratersee, der später verlandete.

Schwäbischer Vulkan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schwäbische Vulkan wird in einem Umkreis von etwa 56 km auf dem Plateau der Schwäbischen Alb und im Alb-Vorland vorgefunden. Es wurden bisher über 350 Vulkanschlote (Diatreme) ermittelt; zahlreiche verborgene Schlote konnten nur mit geophysikalischen Techniken kartiert werden. Seit dem Erlöschen des Vulkanismus im Miozän (vor ca. 11 Mill. Jahren) ist es zu keinen weiteren Aktivitäten auf der Schwäbischen Alb mehr gekommen.[8] Nach dieser langen Zeit sind Vulkanmerkmale nur in einigen Fällen wahrnehmbar und in noch weniger Fällen prägend für das Erscheinungsbild der Landschaften; so am Jusi, aber auch am Konradfels und am Calverbühl, einem Vulkanschlot.

Geothermie am Schwäbischen Lineament[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Querschnittszeichnung fasst vereinfacht wichtige geologische Gegebenheiten der Schwäbischen Alb zusammen: rechts die drei Hauptschichten Malm, Dogger und Lias (samt darunterliegenden Schichten), der Albtrauf mit seinen Zeugenbergen, der leichte Einfall der Schichten zur Donau hin, der Vulkanismus durch geologische Grabenbrüche, erdoberflächennahe heiße Magmakammern und letztlich damit eine Instabilität, die zu Erdbeben führen kann

Am Nordrand der Schwäbischen Alb kann die natürliche Erdwärme teils oberflächennah geothermisch genutzt werden. Das Mineral- und Thermalbad AlbThermen von Bad Urach wird aus zwei Heilquellen in 770 m Tiefe mit einer Quelltemperatur von 61 °C gespeist. Ähnlich günstig ist die Situation bei der Panorama Therme Beuren. Dort stieß man bei Bohrungen 1970 in nur 381 m Tiefe auf 38,5 °C warmes Thermal-Mineralwasser. Man bohrte weiter und wurde in 755 m Tiefe erneut fündig, das dort gefundene Wasser war 48,3 °C warm. Das Wasser der Limes-Thermen in Aalen wurde 1980 bei einer Bohrung am Schwäbischen Lineament, einer auf 140 km Länge verfolgbaren Schichtenverwerfung am Albrand, in 650 m Tiefe entdeckt. Die Temperatur am Brunnenaustritt liegt in Aalen bei 36,4 °C.

Erdbeben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erdbebenzonen in Deutschland nach DIN 4149

Die Schwäbische Alb gehört zu den Gebieten Deutschlands mit den meisten und gefährlichsten Erdbeben; in den Jahren 1911, 1943 und 1978 ereigneten sich schwere in der sogenannten Albstadt-Scherzone. Beim Beben am 3. September 1978, dessen Epizentrum bei Albstadt lag, wurde eine Stärke von 5,7 auf der Richterskala gemessen. Es entstanden erhebliche Gebäudeschäden und 25 Menschen wurden verletzt.

Seit 2005 zählt die Umgebung von Albstadt zur am stärksten gefährdeten Zone 3 nach DIN 4149; deshalb ist dort eine besonders erdbebensichere Bauweise vorgeschrieben.[9]

Böden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aus dem Weißjura entstandenen Böden sind überwiegend schwer und lehmig, örtlich auch locker und krümelig. Neben tiefgründigen Böden finden sich auch Standorte mit sehr geringer Bodenauflage. Zu den typischen Böden zählen: Rendzina, Terra fusca und Braunerde-Pelosol.

Klima und Vegetation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Höhenlage ist das Klima auf der Schwäbischen Alb rauer und die Temperatur meist etwa 3 bis 5 °C niedriger als im Vorland. Im Jahresdurchschnitt liegt sie auf der Alb zwischen 4 und 7 °C, das langjährige Mittel für den Januar bei −2 °C, für den Juli bei rund 15 °C. Im Vergleich zu anderen Mittelgebirgen ist die Alb recht kalt, etwa ebenso kalt wie der deutlich höhere Südschwarzwald.

Steigungsregen am Albtrauf, hier bei Neuffen; auch die Schneefallgrenze (hier um die 700 m Höhe) ist erkennbar
Typische Inversionswetterlage, hier bei Mössingen am Farrenberg

Da die Regenwolken bevorzugt von Nordwesten heranziehen, verzeichnet der Albtrauf durch den Steigungsregen deutlich höhere Nieder­schlags­mengen als das tiefer gelegene Albvorland. von der West- der Ostalb nehmen die Niederschläge der fallenden Höhe entsprechend in der Tendenz ab. Der weit im Westen liegende Große Heuberg fällt hierbei jedoch aus dem Rahmen. Trotz großer Höhe fallen dort kaum mehr Niederschläge (rund 1000–1100 mm pro Jahr) als auf der tieferen mittleren Alb zwischen Reutlingen und Göppingen. Ursächlich dafür ist der Regenschatten des dem Heuberg im Nordwesten nahen Schwarzwaldes.

Im Herbst und Winter stellen sich manchmal sogenannte Inversionswetterlagen ein, durch die es auf der Albhochfläche sonnig und warm ist, während das Neckarvorland oder das Donautal im kalten Nebel liegen. An solchen Tagen gibt es auf der Albhochfläche dann oft Fernsicht bis zu den Alpen.

Die Landschaft der Schwäbischen Alb hat einen eher rauen, herben Charakter, ihre Hochfläche ist hauptsächlich von Wäldern, Wiesen und den durch die Schäferei entstandenen Wacholderheiden geprägt, während sich der steil über dem nördlichen Vorland aufragende Albtrauf eher mit schroffen Felsabbrüchen präsentiert. Die kargen, steinigen Böden der Alb gelten im Allgemeinen als nicht sonderlich ertragreich. Trotzdem wird in einigen Teilen der Schwäbischen Alb auch großflächiger Ackerbau betrieben, besonders im Bereich der Niederen und Ulmer Alb, aber auch auf dem Großen Heuberg.

Entwässerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Regenwasser versickert ganz überwiegend in den Klüften des Karstgebirges und tritt in Karstquellen wieder zu Tage. Nach relativ kurzen Wegen gelangt es zu den großen natürlichen Vorflutern, dem Neckar im Norden und der Donau im Süden. Zwei Hauptarten von Karstquellen können unterschieden werden:

  • Schicht- und Überlaufquellen, vorwiegend am Albtrauf, wo das Wasser nach nur kurzer Verweildauer (Stunden bis Tage) wieder freigegeben wird.
  • Austritte aus Höhlen oder Siphons von Höhlen, vorwiegend an der südöstlichen Abdachung der Alb.

Bei beiden Arten ist die Schüttung teils sehr groß und/oder stark schwankend. An der Donau, die zwischen Tuttlingen und Sigmaringen die Alb durchbricht, tritt bei Immendingen mit der Donauversinkung eine geologische Besonderheit auf.

Färbeversuche zeigten, dass die Europäische Hauptwasserscheide nahe dem Albtrauf verläuft.

Die bedeutendsten Flüsse der Schwäbischen Alb, aufgeteilt nach den beiden Haupt-Flusssystemen, sind:

Flusssystem Donau:

Flusssystem Rhein:

  • Echaz, Nebenfluss des Neckars
  • Erms, Nebenfluss des Neckars
  • Eyach, Nebenfluss des Neckars
  • Fils, Nebenfluss des Neckars
  • Jagst, Nebenfluss des Neckars
  • Krumm, Nebenfluss der Fils
  • Lauter, Nebenfluss der Fils

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewöhnlicher Fransenenzian, Fundort Wacholderheide bei Heubach (Ostalb)
Albhochfläche mit Wacholderheide und Felsen bei Böttingen auf über 900 m Höhe auf dem Großen Heuberg; hier wachsende Fichten haben sich dem Höhenklima angepasst und besitzen eine auffallend schmale Kronenform

Die Schwäbische Alb verfügt als Mittelgebirge über eine zum Teil subalpine Vegetation. Das botanische Wahrzeichen der Schwäbischen Alb ist die Silberdistel. Nicht weniger dekorativ ist auf der Alb die Wollköpfige Kratzdistel. Auf den Wacholderheiden und südexponierten Hängen wachsen neben der Silber- auch oft die kleinere Golddistel und im Schutt unter Felsen die Alpen-Distel.

Nelkengewächse sind auf der Alb vielfältig zuhause: die Pfingstnelke, die Karthäusernelke, die Kopfnelke und die unter Naturschutz stehende Heidenelke. Als große Rarität gilt dort die Prachtnelke.

Mehrere Enzianarten wachsen auf der Schwäbischen Alb. Im Frühjahr verwandelt der Frühlings-Enzian die Albflächen in einen Farbteppich. Auf den Schafweiden findet sich auch der kalkliebende Deutsche Fransenenzian, der bis in den Herbst hinein blüht. Seltener entdeckt man den Kreuz-Enzian und den Gelben Enzian.

Verschiedene Lilienarten werden auf den Magerrasen der Alb beobachtet, so die Holunder-Schwertlilie und die Bunte Schwertlilie. In den Wäldern taucht der farbenprächtige Türkenbund auf. Die im Flachland eher seltene Graslilie findet auf den Blumenwiesen der Alb ebenfalls einen geeigneten Wachstumsstandort, wird jedoch heute zu den Spargelgewächsen gezählt.

Sonnige Plätze bevorzugt die Berg-Aster, die knapp 50 Zentimeter hoch wird. Ein größeres Vorkommen der Gewöhnlichen Küchenschelle gibt es unter anderem auf der Ostalb in der Nähe von Bopfingen. In den Wiesen sind Teufelskrallen und die Kugelblumen ebenfalls blaue Farbtupfer.

In den Schluchtwäldern der Alb blühen im Frühjahr unter anderem Märzenbecher, Blau- und Gelbsterne, ab Mai die blaue Berg-Flockenblume. Etwas später folgt der Eisenhut. Dieser tritt auf der Alb nicht nur als Blauer Eisenhut, sondern auch als Gelber Eisenhut und als Gescheckter Eisenhut in Erscheinung.

Am Austritt der Karstquellen sind bereits im März die leuchtend gelben Sumpfdotterblumen zu entdecken.

Flora an den Kalkfelsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein spezieller Ort für Pflanzen sind die freiliegenden Felsköpfe der Schwäbischen Alb. Dort trifft man die Bibernell-Rose, den Felsen-Kreuzdorn, den Kärntner Berg-Hahnenfuß und den Scharfen Mauerpfeffer, neben Berg-Hellerkraut, Berg-Kronwicke, Trauben-Gamander, Gewöhnlichem Sonnenröschen, Grauem Sonnenröschen, Schöllkraut, Rasen-Steinbrech und Zwerg-Glockenblume.[10]

Wilde Orchideen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Knabenkräuter bilden eine große Gruppe innerhalb der wilden Orchideengewächse auf der Alb

Auf der Münsinger Alb wachsen mehrere einheimische Orchideenarten, die allesamt unter Naturschutz stehen. In den Buchenwäldern findet sich dort etwa das Rote Waldvögelein, das Weiße Waldvöglein, die Braunrote Stendelwurz, die Sumpf-Stendelwurz und die Violette Stendelwurz.[11] Naturschützer achten besonders aufmerksam auf die Standorte des Gelben Frauenschuhs, des Großen Zweiblattes, des Pyramiden-Hundswurz und der Ragwurzen. Fünf Arten sind von den Letztgenannten auf der Alb verbreitet: die häufiger anzutreffende Fliegen-Ragwurz, die seltener vorkommende Bienen-Ragwurz, die Hummel-Ragwurz, die Kleine Spinnen-Ragwurz und die absolut seltene Große Spinnen-Ragwurz. Zuhause sind diese Raritäten im Kalkmagerrasen.[12] Auch die Mücken-Händelwurz hat Standorte auf der südlichen Alb. Manche dieser botanischen Kostbarkeiten wurden schon zur Orchidee des Jahres gekürt und werden im Gelände vom Arbeitskreis Heimischer Orchideen kartiert und betreut.

Eine weitere Gruppe wild vorkommender Orchideen stellen Knabenkräuter dar. Diese Orchideen blühen auf der Alb ab April, beginnend mit dem frühblühenden Kleinen Knabenkraut. Das Brand-Knabenkraut ist auf der Alb deutlich seltener als das Helm-Knabenkraut. Bis zu 80 cm hoch fällt das Purpur-Knabenkraut aus, etwas kleiner das Männliche Knabenkraut. Letzteres heißt wissenschaftlich orchis mascula, in der auf der Alb gepflegten Mundart auch Hodesäckle, weil es an die Anatomie männlicher Fortpflanzungsorgane erinnert.

Gelegentlich finden sich auch Waldhyazinthen, wovon auf der Alb nur zwei Arten heimisch sind: die Zweiblättrige Waldhyazinthe und die Grünliche Waldhyazinthe. Alle diese Orchideen finden sich auch auf der Roten Liste gefährdeter Arten und stehen damit – nicht nur auf der Alb – unter besonderem Schutz.

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmetterlinge bei Heubach auf der Ostalb an einer Silberdistel

Die Schwäbische Alb bietet durch ihre Vielzahl an unterschiedlichen Biotopen zahlreichen Tierarten einen geeigneten Lebensraum.

Wirbellose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwalbenschwanz auf Karthäusernelke (Fundort: Lenninger Alb)

Wacholderheiden und südexponierte Hang- und Felsflächen beherbergen eine Vielzahl an Schmetterlingen und Wärme liebenden Insekten. Den seltenen Apollofalter (Parnassius apollo) gibt es nur noch an einer Stelle der Münsinger Alb. Der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) lässt sich bei der Gipfelbalz und an Blüten beobachten. Die Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens) hält sich gerne auf Ödland und auf Geröllfeldern auf. Auch der eher in den Alpen beheimatete, seltene Alpenbock (Rosalia alpina) kommt auf der Reutlinger Alb und sehr selten nördlich davon vor, wenn Buchenstämme verrotten dürfen.

Vögel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Flugsaurier (Cycnorhamphus suevicus) konnte im Nusplinger Plattenkalk entdeckt und freigelegt werden. Er wird auf ein Alter von etwa 150 Millionen Jahre geschätzt. Fossile Knochen vom Schneehuhn, die in der Kleinen Scheuer, einer Höhle am Rosenstein, gefunden wurden, deuten darauf hin, dass der Vogelbestand auf der Alb während der Eiszeiten ein anderer war als in der Jetztzeit.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Felsen und Steilwände bieten auch Brutstellen für Uhu (Bubo bubo), Wanderfalke (Falco peregrinus) und Kolkrabe (Corvus corax). Strenge Horstbewachung durch Naturschützer und zeitweilig ausgesprochenes Kletterverbot soll dafür sorgen, dass der Uhu und der Wanderfalke in Ruhe ihre Jungen aufziehen können. Eine größere Dohlenkolonie befindet sich bei Sigmaringen in der Nähe des Schlosses. Auch Waldkauz (Strix aluco), Raufußkauz (Aegolius funereus) und Schleiereule (Tyto alba) sind anzutreffen. Bruthöhlen in hochschaftigen, alten Bäumen der Alb baut unter anderem der Schwarzspecht (Dryocopus martius). In verlassenen Schwarzspechthöhlen werden oft zahlreiche anderen Vogelarten (u. a. Eulen) festgestellt, die das gebrauchte Nest neu als Nistplatz verwenden.

Im Jahr 2007 hielten sich auch ein paar Gänsegeier (Gyps fulvus) auf der Münsinger Alb auf. Aufgrund fehlender Nahrung an ihren Stammplätzen in Spanien fliegen die Geier Hunderte von Kilometern in andere europäische Regionen. Gänsegeier waren bis zum 19. Jahrhundert im Donautal noch heimisch.

Auf den feuchten Wiesen in den Tälern der Alb und an den Uferzonen im Donautal finden der Graureiher (Ardea cinerea), der Silberreiher (Ardea alba), der Weißstorch (Ciconia ciconia), gelegentlich auch der Schwarzstorch (Ciconia nigra) und der Kiebitz (Vanellus vanellus) genügend Nahrung.

Im Randecker Maar auf der Schwäbischen Alb findet eines der zeitlich längsten und konsequentesten ornithologischen Monitorprogramme in Europa durch die Forschungsstation Randecker Maar statt. Unter anderem wird in dieser wissenschaftlichen Station sowohl die Langzeitbeobachtung des Vogelzuges, als auch die Untersuchung von Insektenwanderung durchgeführt.

Säugetiere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urtiere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Eines der ältesten Kunstwerke der Menschheit, das Wildpferd aus der Vogelherdhöhle (40.000 Jahre, Aurignacien), geschnitzt aus Mammutelfenbein, heute im Museum Alte Kulturen auf Schloss Hohentübingen, zeigt neben manchen anderen Beispielen, dass die Urtiere der Alb schon früh einen Niederschlag im künstlerischen Schaffen von Menschen gefunden haben

In vielen Höhlen der Alb (etwa Charlottenhöhle, Hohlenstein, Hohler Fels, Kleine Scheuer und Ramensteinhöhle) finden sich Knochen von Bison, Wollhaarmammut, Wollnashorn, Halsbandlemming, Höhlenbär (Ursus spelaeus), Höhlenhyäne (Crocuta crocuta spelaea), Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea), Riesenhirsch (Megaloceros giganteus), Eisfuchs (Vulpes lagopus), Wildpferd (Equus ferus), Wildrind (Bos), eiszeitlichen Großkatzen, Schneehase (Lepus timidus) und Ren, was darauf hinweist, dass diese Säugetiere noch im Pleistozän sowohl Bewohner der Alb als auch Objekte menschlicher Jagd waren. Alle diese Säugetiere gehören nicht mehr zum neuzeitlichen Bestand.

Urzeit-Weide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Taurusrind auf der Urzeit-Weide bei Beiningen

In einem Steinbruch zwischen Gerhausen und Beiningen wurden 27 urtümliche Taurusrinder (eine Auerochsen-Abbild-Züchtung, siehe auch Tauros-Programm) und 13 Konikpferde gemeinsam angesiedelt. Die dort seit 2012 frei lebenden Tiere sollen die Verbuschung im Steinbruch zurückdrängen und damit den halboffenen Landschaftscharakter erhalten. Gleichzeitig erinnern sie an die aus der Steinzeit bekannten Urtiere dieser Landschaft im Blau- und Achtal und bilden eine Brücke zur Neuzeit.

Diese Urzeit-Weide auf der Schwäbischen Alb ist das erste Ganzjah­res-Beweidungsprojekt dieser Größenordnung in Baden-Württemberg mit Wildpferden und Wildrindern. Die naturnahe Ganzjahresbeweidung stellt ein Naturschutz-Konzept dar, bei dem der weitgehend vom Menschen ungesteuerte Prozess der Beweidung im Vordergrund stehen soll.[13]

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Felslandschaft des Donautals bietet der Gämse (Rupicapra rupicapra) ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Areal. Die Gämsen der Schwäbischen Alb entstammen ursprünglich den Alpen. Die Population der Schwäbischen Alb ist auf das Aussetzen weniger Tiere vor einigen Jahrzehnten zurückzuführen, was aber für die seltene Vegetation der Felsköpfe ungünstig ist.

Ähnlich liegen die Dinge bei vereinzelten Populationen von Wildschafen auf der Alb, speziell dem Europäischen Mufflon (Ovis gmelini musimon).

Biberdamm im Fehlatal

Ausgehend von der bayrischen Donau sind Europäische Biber (Castor fiber) zwischen 2011 und 2015 in größerem Umfang auf die Schwäbische Alb zurückgekehrt. Dies geschah nicht ausschließlich zur Freude von Verkehrsteilnehmern, weil Bahndämme durch Biberburgen unterspült und wichtige Verkehrswege durch die von den Nagetieren gefällten Bäumen blockiert wurden.[14]

Aus dem Donautal wurden in den letzten Jahren sporadisch Nachweise des Luchses (Lynx lynx) gemeldet, der eigentlich seit dem 19. Jahrhundert ebenfalls als ausgestorben galt. Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) war früher ebenfalls eine Bewohnerin der Alb, Spuren von ihr können aber gegenwärtig auf der Alb nicht gesichtet werden.[15]

Außerdem kommen die verbreiteten Wildarten Rotfuchs (Vulpes vulpes), Europäischer Dachs, Reh, Wildschwein, Steinmarder, Baummarder, Iltis und Hermelin auf der Schwäbischen Alb vor. Damwild und Sikawild gibt es außerhalb von geschlossenen Gehegeanlagen auf der Alb nicht. Auch der Rothirsch (Cervus elaphus), immerhin ein Wappentier des Bundeslandes Baden-Württemberg, wurde schon im 19. Jahrhundert auf der Alb ausgerottet. Die Wiederansiedlung durch Aufhebung des jagdlichen Abschuss-Gebotes von 1958 wird kontrovers beurteilt.[16]

Steigende Abschusszahlen im Blick auf den Waschbären (Procyon lotor) zeigen einerseits, dass er sich in waldreichen Regionen der Alb wohlfühlt, zum andern aber, dass Unsicherheit darüber herrscht, ob dieser erfolgreichste Vertreter von Neozoen auf der Alb negative Auswirkungen auf das Ökosystem der Waldgebiete hat.

Fledermäuse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die hohe Anzahl an Höhlen, Felsen, Überhänge und Klüfte, aber auch durch ihre lichten Wälder mit Altbaumbeständen ist auf der Alb ein reicher Bestand an Fledermäusen zu verzeichnen. Das Graue Landohr (Plecotus austriacus), das Braune Langohr (Plecotus auritus), das Große Mausohr (Myotis myotis), die Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii), die Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus), die Wasserfledermaus (Myotis daubertoni), die Fransenfledermaus (Myotis nattereri), der Große Abendsegler (Nyctalus noctula), der Kleine Abendsegler (Nyctalus leisleri), die Zweifarbfledermaus (Vespertilio murinus), die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus), die Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii), aber auch die Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus), die Nordfledermaus (Eptesicus nilssonii), die Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros) und die kleine schwärzliche Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) gehören dazu.

Manche Fledermaus-Arten sind auf der Schwäbischen Alb durch Quartierverluste gefährdet, beispielsweise durch die Vernichtung von Altholzbeständen, aber auch durch die Sanierung und Modernisierung von Altbaubeständen und Scheunen in Siedlungen. Eine gewisse Gefährdung geht aber auch von Windkraftanlagen durch Fledermausschlag aus, die auf der Schwäbischen Alb eine starke Zunahme verzeichnen.

Naturpark Obere Donau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Beuron sitzt die Verwaltung des Naturparks Obere Donau.

Im Südwesten der Schwäbischen Alb liegt der Naturpark Obere Donau. Er umfasst große Teile der Landkreise Tuttlingen, Sigmaringen, Zollernalb und Biberach. Er wurde am 5. Dezember 1980[17] gegründet und ist einer von insgesamt sieben Naturparks in Baden-Württemberg. Erweitert wurde der Park im Jahr 2005.

Das Schutzgebiet umfasst 1350 Quadratkilometer entlang der Donau und ihrer Nebenflüsse Bära und Lauchert zwischen Tuttlingen und Herbertingen. Es wird vom Verein Naturpark Obere Donau mit Sitz in Beuron verwaltet, wo der beeindruckendste Teil des Donaudurchbruchs durch die Schwäbischen Alb erlebt werden kann. Das ehemalige Bahnhofsgebäude von Beuron beherbergt seit 1996 die Geschäftsstellen der Stiftung Naturschutzzentrum Obere Donau und des Naturparkvereins Obere Donau. Das sogenannte Haus der Natur zeigt eine Ausstellung zur erdgeschichtlichen Entstehung der oberen Donau und weist auf die Besonderheiten der Flora und Fauna hin. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt im Bereich der Umwelterziehung.

Mit dem Natura-2000-Gebiet „Oberes Donautal“ sind das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) „Oberes Donautal zwischen Beuron und Sigmaringen“ sowie das Vogelschutzgebiet „Südwestalb und Oberes Donautal“ mit einer Fläche von 2.700 Hektar nahezu identisch.[18] Außerdem gehört zum Naturpark das Naturschutzgebiet „Stiegelefels“.[19]

GeoPark Schwäbische Alb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als GeoPark Schwäbische Alb gilt seit 2005 der gesamte Bereich der Schwäbischen Alb mit einer Länge von etwa 200 km und einer durchschnittlichen Breite von 40 km. Die Alb ist nunmehr als „Jurassic GeoPark“ einer der UNESCO Global Geoparks. Die fossilreichen Ablagerungen des tropischen Jurameeres enthalten Fundstellen von weltweiter Bedeutung. Am Beispiel der Alb wurden die Grundlagen für die weltweite Untergliederung der Jurazeit gefunden.

Die Schwäbische Alb ist eine höhlenreiche Karstlandschaft mit einmaligen Fossilienvorkommen, einigen Vulkankratern und einem Meteoritenkrater. Die UNESCO definiert für den Geopark drei übergeordnete Ziele: Bewahrung der intakten Umwelt, Impulse für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und geowissenschaftliche Wissensvermittlung. Aufgrund des vielfältigen Geo-Erbes wurde die Alb als Nationaler, Europäischer und Globaler Geopark ausgezeichnet. Es gibt derzeit (Stand März 2016) in Europa 64 Geoparks, die von der UNESCO als Europäischer Geopark zertifiziert sind.

Biosphärengebiet Schwäbische Alb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wacholderheide im Naturschutzgebiet Mönchsteig bei Aichen auf der Kuppenalb

Weite Teile der Mittleren Alb und ihres Vorlandes wurden am 31. Januar 2008 vom Land Baden-Württemberg als Biosphärengebiet Schwäbische Alb ausgewiesen. Die Einrichtung des 85.270 Hektar großen Gebiets geht auf die Aufhebung des Truppenübungsplatzes Münsingen im Jahr 2005 zurück und ist das erste Biosphärengebiet Baden-Württembergs.[20] Seit dem 26. Mai 2009 ist das Biosphärengebiet Schwäbische Alb auch UNESCO-Biosphärenreservat.[21]

Siedlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von der Burg Teck über Kirchheim/Teck

Im Gegensatz zu anderen Mittelgebirgen ist die Schwäbische Alb sehr früh besiedelt worden. Dabei ist von den zahlreichen berühmten, in die Altsteinzeit zurückreichenden Fundstellen, insbesondere am Rande des Nördlinger Rieses, im Lone- und Blau- bzw. Aachtal abzusehen, da sie als Zeugnisse einer eiszeitlichen Nutzung durch Jäger und Sammler prinzipiell keine dauernde Besiedlung anzeigen.

Schon im frühen Neolithikum, zur Zeit der Linearbandkeramik, wurden erste Bauern auf der Ulmer Alb ansässig.[22] Ein jungsteinzeitliches Dorf bei Ehrenstein datiert bereits in eine jüngere Phase des Neolithikum. Aus der Bronze- und Hallstattzeit sind zahlreiche Grabhügel überliefert. Mit der Heuneburg entsteht im 6. Jahrhundert v. Chr. ein erstes „protourbanes Zentrum“. In der folgenden Latèneperiode entstand das oppidum Heidengraben bei Grabenstetten. Mit dem Vordringen der Römer im 1. Jahrhundert n. Chr. wurde der Albtrauf kurzzeitig zur Reichsgrenze (Alblimes).

Nach der römischen Periode und dem Fall des Limes wurde die Alb sehr schnell wieder aufgesiedelt. Auf dem Runden Berg bei Bad Urach etablierte sich ein alamannischer Fürstensitz. Es entstehen zahlreiche Dörfer und Burgen, jedoch nur relativ wenige Klöster (z. B. Zwiefalten). Zahlreiche Städte kamen über den Status einer Kleinstadt nicht hinaus.

Über 900 Meter liegend und somit höchstgelegene Ortschaften der Schwäbischen Alb sind Heinstetten (914 m), Bubsheim (912 m), Burgfelden (912 m), Böttingen (911 m), Meßstetten (907 m) und Heidenstadt (903 m).

Größere und bedeutende Städte und Orte auf bzw. am Rand der Schwäbischen Alb, alphabetisch sortiert. Die Einwohnerzahlen sind Stand 31. Dezember 2013:

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das charakteristische Albhochplateau, bei Nendingen von der Donau durchstochen

Wanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herbstliche Wacholderheide auf der Ostalb bei Heubach

Es gibt zahlreiche gut markierte Wanderwege auf der Schwäbischen Alb. Diese lassen sich einteilen in Streckenwanderwege und Rundwanderwege. Die Streckenwanderwege werden überwiegend vom Schwäbischen Albverein betreut und markiert. Viele Gemeinden haben darüber hinaus auf ihrem Gebiet Rundwanderwege eingerichtet. Die Wanderwege führen oft an den Besonderheiten der Schwäbischen Alb vorbei. Die Silberdistel als inoffizielles Symbol der Schwäbischen Alb ist nur eine von vielen besonderen Blumen, die bei einer Wanderung entdeckt werden können.

Das Rückgrat des Wanderwegnetzes bilden die Hauptwanderwege (HW).

  • Der HW 1 (Schwäbische-Alb-Nordrand-Weg) und der HW 2 (Schwäbische-Alb-Südrand-Weg) umschließen die Schwäbische Alb und erlauben eine mehrwöchige Umwanderung des Gebirges. Sie haben ihre Ausgangs- bzw. Endpunkte in Donauwörth und Tuttlingen.
  • Auch der HW 3, der HW 4, der HW 5, der HW 7 und der HW 9 berühren auf Teilstrecken die Schwäbische Alb.
    • Der HW 3 (Main-Neckar-Rhein-Weg) von Wertheim nach Villingen tritt bei Hechingen in das Gebiet der Schwäbischen Alb ein und verlässt es wieder vor Villingen.
    • Der HW 4 (Main-Donau-Bodensee-Weg) von Würzburg nach Friedrichshafen verläuft von Wasseralfingen bis Ulm über die Schwäbische Alb.
    • Der HW 5 (Schwarzwald-Schwäbische-Alb-Allgäu-Weg) von Pforzheim bis zum Schwarzen Grat bei Isny berührt die Schwäbische Alb von Reutlingen bis zur Donau.
    • Der HW 7 wird auch Schwäbische-Alb-Oberschwaben-Weg genannt. Er verläuft von Lorch bis Friedrichshafen und durchquert die Schwäbische Alb von Göppingen bis Zwiefaltendorf.
    • Der HW 9 (Heuberg-Allgäu-Weg) verläuft von Spaichingen bis zum Schwarzen Grat bei Isny und quert die Südwestalb von Spaichingen bis Neuhausen ob Eck.

Fernradwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Donauradweg zwischen Mühlheim und Fridingen im oberen Donautal

Zum Wesen der Alb-Radwege gehören zahlreiche Auf- und Abstiege. Einzige Ausnahme in der Kategorie der Fernradwege im Albgebiet ist der überwiegend flach verlaufende Donauradweg, der von der Donauquelle bis zur Mündung in das Schwarze Meer führt. Zwischen Donaueschingen und Donauwörth zieht er vorwiegend am Südrand der Alb entlang. Er wird als EuroVelo-Route EV6 geführt.

Ein wichtiges Element der Radstrategie des Landes Baden-Württemberg ist der Alb-Neckar-Radweg, der von Ulm über Blaubeuren und Laichingen über 213 Kilometer als Radfernweg nach Heilbronn führt. Er überwindet die Wasserscheide der Schwäbischen Alb und führt damit von der Südalb zur Nordalb. Damit macht er die Alb als ein Mittelgebirge erlebbar. Während seines Verlaufes überwindet der Alb-Neckar-Radweg 2100 Höhenmeter bergauf und 2416 bergab.[23]

Streckenweise auf identischer Trasse, aber mit andern Ausgangs- und Zielorten verläuft der Schwäbische-Alb-Radweg. Auch der Hohenzollern-Radweg überwindet die Alb und führt weitgehend durch dieses Mittelgebirge. Vorwiegend auf der Ostalb befindet sich der Hohenlohe-Ostalb-Weg, der seinen Ausgang in Ulm nimmt.

Felsklettern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportkletterer im hellen Kalkfels der Schwäbischen Alb, hier im Eselsburger Tal.

Die Schwäbische Alb bietet teilweise hervorragende Möglichkeiten für das Sportklettern und gehört – zusammen mit dem Elbsandsteingebirge und der Fränkischen Alb – zu den herausragenden Mittelgebirgen in Deutschland, was das Klettern betrifft.

Stützpunkt der Bergwacht Württemberg

Klettermöglichkeiten gibt es vor allem an den sogenannten Massenkalkfelsen. Das sind Gebilde, die im Jurameer durch Lebewesen (Korallen und Schwämme) aufgebaut und aus dem umgebenden Gestein herausgewittert worden sind.

Das obere Donautal bietet die besten Klettermöglichkeiten und die höchsten Wände. Weitere Gebiete mit guten Klettermöglichkeiten befinden sich in der Gegend von Blaubeuren sowie im Lenninger Tal und im Ermstal. Die einzelnen Führen über die zahlreichen größeren und kleineren Felsen sind in mehreren Kletterführern beschrieben. Auf der Ostalb zählen unter anderem die Felsformationen des Rosensteins bei Heubach und das Eselsburger Tal zu den bekanntesten Klettergebieten. Auch die steilen Felsen an der Ruine Reußenstein bei Neidlingen sind ein beliebter Kletterplatz. Insgesamt 107 Kletterrouten bis zu Schwierigkeitsgrad 3 werden geboten.

Das Klettern ist seit einigen Jahren jedoch nicht mehr an jeder beliebigen Stelle zulässig. Das Naturschutzgesetz von Baden-Württemberg zählt die Felsen zu den sogenannten §24a-Biotopen. Im Grundsatz ist das Betreten dieser Biotope nicht gestattet. In den vergangenen Jahren ist es zwischen der Naturschutzverwaltung und den Kletterverbänden gelungen, die kletterbaren Bereiche sowie die Kletterverbote für die gesamte Schwäbische Alb abzustimmen. Teilweise bestehen die Kletterverbote nur saisonal.

Die einzelnen Klettertouren weisen zum größeren Teil obere Schwierigkeitsgrade auf (Schwierigkeitsgrade nach UIAA-Skala ab ca. 4 bis 10). Leichtere Klettereien, wie sie aus den Alpen bekannt sind, gibt es kaum.

Die Bergwacht Württemberg hat in den wichtigsten Klettergebieten der Alb Stützpunkte und betreut - vor an den Wochenenden – in Not geratene Kletterer, aber auch Wintersportler, Wanderer und Radfahrer im ausgesetzten Gelände.

Wintersport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schwäbische Alb bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Wintersport. Skihänge mit Skiliften und Loipen laden Skifahrer und Langläufer zu sportlicher Betätigung ein. Die Lifte der Alb werden zum Teil im Sommer auch zur Beförderung von Sommerrodeln und Mountainbikes verwendet. Bereits 1907 wurde auf dem Kalten Feld eine Skihütte errichtet.

Einzelne Orte der Schwäbischen Alb verfügen auch über kleinere Skisprungschanzen zur Ausübung von Skispringen. 1926 wurden die Degenfeld-Schanzen eingeweiht, die 1927 Austragungsort der ersten Schwäbischen Meisterschaften waren.

Wassersport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Donauabschnitte im Naturpark Obere Donau, aber auch manche Nebenflüsse der Donau (wie Lauter, Ach, Blau und Brenz), die die Schwäbische Alb entwässern, sind beliebte Kanugewässer mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden.

Ferienstraßen und Motorsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannteste Ferienstraße ist die Schwäbische Albstraße.

Aufgrund ihrer dünnbesiedelten, waldreichen Gegenden und der kurvenreichen, langen Auf- und Abstiege sowie der geschwungenen Hochflächenstrecken wird die Schwäbische Alb von Motorradfahrern für Touren aller Ansprüche genutzt.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäopark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Venus vom Hohlefels steht am Beginn von menschlichen Kulturstufen auf der Schwäbischen Alb
Dreidimensionale Tierdarstellungen aus der Steinzeit gehören zu den Funden und Ausstellungsstücken im Lonetal

Von der Schwäbischen Alb stammen bedeutende archäologische Funde. Im Archäopark Vogelherd wird die reiche steinzeitliche Kultur der Alb umfassend dargestellt und für die Öffentlichkeit erlebbar gemacht, angefangen bei der Kulturstufe der Neandertaler. Die ältesten figürlichen Darstellungen der Menschheit, hergestellt aus Mammutelfenbein, wurden in Höhlen der Alb gefunden. Darüber hinaus wurden dort auch dreidimensionale Tierdarstellungen und die ältesten Flöten der Menschheit entdeckt, erzeugt aus Knochenmaterial des Singschwans und des Gänsegeiers.

Die Artefakte stammen aus dem Lonetal (Vogelherdhöhle) sowie aus dem Ach- und Blautal (Geißenklösterle, Hohler Fels) bei Ulm. Sie sind ungefähr 30.000 bis 40.000 Jahre alt. Die Originale werden nicht ausschließlich im Archäopark, sondern in verschiedenen Museen verwahrt:

sowie weitere Stücke im Museum Schloss Hohentübingen.

Unter dem Projekttitel Höhlen der ältesten Eiszeitkunst ließen sich sechs Höhlen aus der Albregion auf Vorschlag des Landes Baden-Württemberg auf die Tentativliste Deutschlands setzen. Damit wird sich Deutschland bei der UNESCO um einen Eintrag der Höhlen auf die Welterbeliste bewerben.

Museen, Burgen und Klöster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Walzmühle, eine Sägemühle an der Lauchert bei Hörschwag

Die Schwäbische Alb bietet auch in kultureller Hinsicht vieles, es gibt zahlreiche Burgen und Burgruinen und sehenswerte Klöster. Viele Dörfer besitzen interessante Heimatmuseen. Wichtige Industrien waren zum Beispiel Trikotagen und Feinmechanik bei Albstadt und Leinenweberei im Raum Laichingen.

Siehe auch: Liste der Museen der Schwäbischen Alb, Liste von Burgen und Schlössern in Baden-Württemberg, Liste der Museen in Baden-Württemberg, Liste deutscher Museen nach Themen

Malerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lochenhörnle von Christian Landenberger (um 1914)
Sommerliche Landschaft wohl bei Buttenhausen, von Otto Reiniger (um 1909)
Der Farrenberg von Karl Schickhardt (um 1914)
Die Achalm, betitelt mit Schwabenalb, ein Werk von Wilhelm Laage aus dem Jahre 1914

Die Schwäbische Alb stellt immer wieder ein Sujet für Maler des 19. und 20. Jahrhunderts dar. In erster Reihe stehen dabei die Werke von Christian Landenberger (1862–1927), der auf der Westalb geboren und dort auch aufgewachsen ist. Er blieb zeitlebens mit dieser Landschaft seiner Kindheit verbunden und gehörte als Lehrer zu den prägenden Schwäbischen Impressionisten. Otto Reiniger (1863–1909) rechnet man ebenfalls zu den impressionistischen Landschaftsmalern. Er wurde sogar als „der führende Landschaftsmaler unter den schwäbischen Impressionisten“ charakterisiert.[24]

Karl Schickhardt (1866–1933) porträtierte als Dozent und Professor der Stuttgarter Kunstschule gerne die Alblandschaft. Der Hamburger Wilhelm Laage (1869–1930) stellte in seiner Jugend zusammen mit den Malern der expressionistischen Künstlergruppe Brücke aus, wechselte dann nach Reutlingen und widmete sich auch künstlerisch dem dortigen Hausberg, der Achalm. Dieser markante Zeugenberg zog auch HAP Grieshaber (1909–1981) an, der ihn mit Holzschnitten immer wieder zeigte.

Dichter und Literaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dichter Eduard Mörike (1804–1875) unternahm gerne ausführliche Wanderungen über die Schwäbische Alb, bei denen er nach Versteinerungen suchte. Mit Sammelleidenschaft und Begeisterung brachte er wie ein Paläontologe viele Fossilien mit. Zu Hause verglich er sie mit anderen Funden und studierte die Fachliteratur seiner Zeit. Diese Beschäftigung auf der Alb beschrieb er in dem Gedicht Der Petrefaktensammler (veröffentlicht 1847).[25] Ein weiteres Werk mit Albbezug aus seiner Hand ist Die Historie von der schönen Lau (1853),[26] die am Blautopf von Blaubeuren verortet ist. Das Mörikehaus Ochsenwang auf der Alb ist als Literaturmuseum seit 1981 dem Andenken des Dichters gewidmet.

Obwohl David Friedrich Weinland (1829–1915) als Direktor des Frankfurter Zoologischen Gartens ein Naturwissenschaftler war, ist sein Name als Jugendschriftsteller der Alb unvergessen. Sein 1878 veröffentlichter Roman Rulaman spielt in den Albtälern um Bad Urach und führt in die Frühzeit dieser Landschaft. Weinland fand mit dem Werk weltweite Bekanntheit und Anerkennung. Das Buch wurde in mehrere Sprachen übersetzt und machte so einem weiten Kreis an Lesern die Alb bekannt.

Hans Reyhing (1882–1961) ist thematisch als Heimatdichter immer wieder auf der Alb zu finden. Seine Geschichten von der Rauhen Alb (1917), sein Roman Der Hülenbauer (1922), seine Schäferlies, das Festspielstück zum Uracher Schäferlauf (1923), aber auch Albheimat – Ein Buch von der Münsinger Alb (1926) sind zu nennen. Die Hans-Reyhing-Stube in Hohenstein-Bernloch erinnert an ihn.

Als Schöpfer von vier Albkrimis machte sich Frank Faber (1966–2013) einen Namen. Zwischen 2008 und 2012 erschienen Schäfers Tod, Mord am Heidengraben, Wacholderbrand und Baurabrot.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sortiert nach Erscheinungsjahr.

Monographien
Bildbände
  • Thomas Vogel u. a.: Erlebnis Schwäbische Alb, Theiss, Stuttgart 2006, ISBN 3-8062-1890-0.
  • Manfred Grohe u. a.: Flug über Donau und Schwäbische Alb, Silberburg-Verlag, Tübingen 2006 (2. Aufl.), ISBN 3-87407-670-9.
  • Ernst Waldemar Bauer u. a.: Hinter der blauen Mauer, Theiss, Stuttgart 2005 (2. Aufl.), ISBN 978-3-8062-1972-2.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Portal: Schwäbische Alb – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Schwäbische Alb

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiterführende Informationen in den
Schwesterprojekten von Wikipedia:
Multimedia-Inhalte
Wiktionary Wörterbucheinträge
Wikivoyage Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Emil Meynen, Josef Schmithüsen (Herausgeber): Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen/Bad Godesberg 1953–1962 (9 Lieferungen in 8 Büchern, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960).
  2. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  3. Julius Hartmann in: Blätter des Schwäbischen Albvereins 2, 1890, S. 50 f.; Weigand: Deutsches Wörterbuch, 1909, S. 44; Fischer: Schwäbisches Wörterbuch I, 1904, S. 125; Johannes Majer: Ducatus Wurtenbergici delineatio, Nürnberg 1710
  4. Eugen Nägele: Vom Namen und der Geltung der Schwäbischen Alb, in: Blätter des Schwäbischen Albvereins 45, 1933, S. 1 f.
  5. Thomas Pfündel/Eva Walter: Rauhe Alb, Stuttgart o.J. [1990], S. 16
  6. Bezeichnung laut Alfred G. Benzing: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 186 Konstanz. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1964. → Online-Karte (PDF; 4,1 MB)
  7. Bezeichnung laut Hansjörg Dongus: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 171 Göppingen. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1961. → Online-Karte (PDF; 4,3 MB)
  8. Otto Franz Geyer und Manfred Paul Gwinner, Geologie von Baden-Württemberg, Stuttgart 2011, 3. Auflage, S. 338
  9. 02.09.2008: Vor 30 Jahren bebte es auf der Schwäbischen Alb (Memento vom 30. August 2016 im Webarchiv archive.is), vom 2. September 2008, abgerufen am 4. Dezember 2016
  10. Günter Künkele und Friedrich Schilling: Europäische Juwelen: Felsen der Schwäbischen Alb, Jubiläumsheft, hrsg. vom Bund Naturschutz Alb-Necker e. V., Reutlingen 2003
  11. Günter Künkele: Naturerbe Truppenübungsplatz. Das Münsinger Hardt: Bilder einer einzigartigen Landschaft. Silberburg-Verlag Tübingen, 2006, 1. Auflage, S. 72, ISBN 9783874077132
  12. Theo Müller: Schwäbische Flora, hrsg. vom Schwäbischen Albverein, Stuttgart 2011, 1. Auflage, S. 454–457, ISBN 9783806225525
  13. Urzeitweide im Steinbruch Gerhausen (Beschreibung und Bilder), abgerufen am 17. April 2017, auf heidelbergcement.de (Homepage der HeidelbergCement AG)
  14. Lästige Nager im Lautertal: Die Biber sollen weg, in: Reutlinger General-Anzeiger vom 10. November 2016, abgerufen am 14. April 2017, auf gea.de
  15. Neue Wildkatzenfunde im Raum Karlsruhe (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland; BUND), abgerufen am 13. April 2017, auf bund-bawue.de
  16. Kein Platz für Hirsche auf der Alb, Pressemeldung in: Südwestpresse Ulm, vom 28. März 2012, abgerufen am 13. April 2017
  17. Ursula Mallkowsky (sky): Auf einen Blick: Naturpark Obere Donau. In: Südkurier vom 3. April 2010
  18. Bernd Hermann: Gemeinderat. Geplantes Naturschutzgebiet sorgt für Konflikte. In: Schwäbische Zeitung vom 25. November 2008
  19. Hermann-Peter Steinmüller (hps): Natur. Mehr Verständnis für Schutz. Neues Faltblatt zum Stiegelefelsmassiv im Oberen Donautal im Haus der Natur vorgestellt. In: Südkurier vom 9. Januar 2009
  20. Verordnung die Untergliederung des gesamten Modellgebietes in Kern-, Pflege- und Entwicklungszonen und Konsequenzen für deren Nutzung
  21. Biosphärenreservate Schwäbische Alb und Bliesgau erhalten UNESCO-Titel Internationaler Rat ernennt weltweit 22 neue Gebiete. Abgerufen am 4. Dezember 2016.
  22. C. Knipper, S. Harris, L. Fisher, R. Schreg, J. Giesler, E. Nocerino: The Neolithic Settlement Landscape of the Southeastern Swabian Alb (Germany). JungsteinSite, Kiel 25. Mai 2005. ISSN 1868-3088 (PDF; engl.; 3,14 MB).
  23. Alb-Neckar-Radweg, abgerufen am 10. April 2017, auf tourismus-bw.de
  24. Ingobert Schmid: Farbe der menschlichen Haut. Zur Ausstellung „Schwäbischer Impressionismus“, aus: Murrhardter Zeitung vom 13. April 2011, aufgerufen am 14. April 2017, auf bkz-online.de
  25. Der Petrefaktensammler, auf uni-due.de
  26. Die Historie von der schönen Lau mit den Illustrationen von Moritz von Schwind, goethezeitportal.de