Hechel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt ein Werkzeug zur Aufbereitung von Fasern. Weitere Bedeutungen siehe unter Hecheln (Begriffsklärung).
Historische Hechel

Die Hechel ist ein kammartiges, aus spitzen Drähten gefertigtes landwirtschaftliches Gerät, durch das Flachs- und Hanffasern zum Reinigen (Hecheln) gezogen werden. Das Wort leitet sich vom selben Wortstamm wie der Haken ab, was auf die zum Kämmen der Fasern angebrachten Haken hindeutet[1]. Moderne Faseraufschlussmaschinen bauen ebenfalls auf den traditionellen Prozessen auf, verwenden jedoch mechanische Aufschlussstrecken, in denen das Brechen, Schwingen und Hecheln in entsprechenden Arbeitsschritten mechanisch umgesetzt wird.

Hecheln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fasern werden nach dem Riffeln, Brechen (mit einer Breche) und dem Schwingen, bei dem bereits zerkleinerte Holzteile von den Fasern getrennt werden, gereinigt und für das Verspinnen vorbereitet.[2] Beim Hecheln werden sie parallelisiert, die Bastfasern längs aufgespalten und von Kurzfasern gereinigt. Diese beim Hecheln anfallenden groben Faserreste bezeichnet man als Werg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hecheln sind seit dem Neolithikum bekannt. Aus Schweizer Uferrandsiedlungen sind Hecheln aus gespaltenen Rippen überliefert. In einer Höhle im Wadi Murabba'at in der judäischen Wüste[3] wurde ein Kamm aus neun Splittern aus Myrtenholz gefunden, die mit Asphalt verklebt und dann mit Zwirn umwunden waren. Er wurde auf 10220±45 BP (uncal., ETH Zürich) datiert. Gebrauchsspuren machen eine Nutzung als Hechel wahrscheinlich.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. F. Schmitthenner: Kurzes Deutsches Wörterbuch für Etymologie, Synonymik und Orthographie, Verlag von Friedrich Metz, Darmstadt, 1834, S. 121
  2. G. Holzmann, M. Wangelin: Natürliche und pflanzliche Baustoffe. Rohstoff – Bauphysik – Konstruktion. Vieweg + Teubner, Wiesbaden, 2009, S. 52, ISBN 978-3-8351-0153-1
  3. Tamar Schick ת' שיק, A 10,000 Year Old Comb from Wadi Murabba'at in the Judean Desert. מסרק בן שנה מואדי מורבעאת שבמדבר יהודה. Atiqot 27, 1995, 199-202. Stable URL: http://www.jstor.org/stable/23458202 Accessed: 21-10-2016