Heiland

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Heiland (Begriffsklärung) aufgeführt.

Heiland bedeutet im heutigen Sprachgebrauch „Heilbringer“ oder „Erretter“. Es leitet sich vom Mittelhochdeutschen, Althochdeutschen und Altsächsischen heilant u. ä. her, wurde nach dem Partizip Präsens des Verbums heilen gebildet, und ist eine den westgermanischen Sprachen gemeinsame Lehnübersetzung des kirchenlateinischen Salvator, das seinerseits das griechische Soter übersetzt. Als valand hatte es im Mittelhochdeutschen auch die Bedeutung von "Teufel" oder "Feind", dieser wurde durch Hutabnehmen geehrt und mit dem Wunschsatz "Sei Heilbringer" gegrüsst. [1]

Aus der Bezeichnung Wigant, einem Kämpfer für das Heil, bildeten sich deutsche Familiennamen wie Volland, Weigand, Wiegand und hat sich auf diesem Weg erhalten.

Der Begriff „Heiland“ steht im Deutschen oft für Salvator Mundi, ein Bildtypus der christlichen Ikonographie als Lehnübersetzung ‚Retter und Heiler der Welt‘ und Epitheton des Jesus Christus. Als Soteriologie wird die entsprechende Dogmatik in der christlichen Theologie bezeichnet.

Durch Jahrhunderte war das Adventslied "Nun komm, der Heiden Heiland" von Martin Luther (1483-1546) ein Hauptlied während der Adventszeit. Das hier gemeinte Heidentum ist ein Begriff der Religionswissenschaften innerhalb christlich geprägter Kulturen.

Als „Heiland“ wird in der griechischen Mythologie auch Asklepios (Äskulap) bezeichnet, vor allem als Heilkundigen, der Blinde sehend macht und Lahmen die Fähigkeit des Laufens gibt. Im Griechischen lautet das Epitheton Σωτήρ, soter und feminin Σώτειρα, soteira und wird vielen altgriechischen Göttern und Göttinnen hinzugefügt. Zum Beispiel Dionysus Soter, Athena Soteira und Hekate Soteira.

Ikonografie[Bearbeiten]

In der Ikonografie der christlichen Lehre ist der Heiland dargestellt als salvator mundi (lat. ‚Retter der Welt‘) für Jesus Christus, mit der rechten Hand segnend und in der linken einen Reichsapfel, eine Weltkugel mit aufgesetztem Kreuz oder eine Weltkugel haltend.

Zur Ikonografie des Heilkundigen Asklepios gehören die Äskulapnatter, als Sinnbild der Selbstverjüngung im Äskulapstab dargestellt, und die Trinkschale für den heilenden Trank; bis in die heutige Zeit Erkennungssymbol für Ärzte, aber auch Heilkundlige und Apotheker. Äskulap wird in einfacher Kleidung, dem antiken Philosophenmantel Tribon, dargestellt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Friedrich Kluge:: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2002, ISBN 3-11-017473-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Heiland – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Heiland – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien