Heiliggeistkirche (Niederwürzbach)

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Heiliggeistkirche

Die Heiliggeistkirche, ehemals Hubertuskapelle/Hubertuskirche, ist eine protestantische Pfarrkirche im Blieskasteler Ortsteil Niederwürzbach. Sie steht als Einzeldenkmal unter Denkmalschutz.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 1733 war Niederwürzbach eine Filiale der katholischen Pfarrei Lautzkirchen. Nachdem die Einwohnerzahl im 17. und 18. Jahrhundert stark gestiegen war, wurde der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus laut. Zwischen 1738 und 1742 wurde daher eine kleine Kirche erbaut. Die Arbeiten stockten allerdings schon früh, da der kleinen Gemeinde die Mittel ausgingen. Man bat daher Reichsgraf Friedrich Ferdinand von der Leyen um Hilfe. Im April 1739 erlaubte der Landesherr einen außerordentlichen Holzschlag zur Beschaffung der nötigen Gelder. Die Kirchenglocke goss der Zweibrücker Glockengießer George Gachot. Der Bildhauer Johann Martersteck schnitzte 1750 ein Hubertus-Relief. Die Kirche wurde dem hl. Hubertus geweiht.

Im Jahre 1793 wurde die Kapelle in den Wirren der französischen Revolution teilweise zerstört und geplündert, aber schon bald wieder renoviert. Bei den Plünderungen war wohl auch die alte Glocke gestohlen worden, denn im April 1822 erhielt die Kirchengemeinde eine neue Glocke, die von Peter Lindenmann in Zweibrücken gegossen worden war. Diese musste 1890 durch den Glockengießer Hamm in Frankenthal umgegossen werden, weil sie gesprungen war. 1891 schenkte der Kirchenrat die Glocke der politischen Gemeinde, um damit das Polizei-, Schul- und Feuergeläut, sowie das Sterbe- und Begräbnisgeläut für Andersgläubige besorgen zu können.

1865 wurde Niederwürzbach eine selbständige Pfarrei. Auf Grund der weiter gestiegenen Einwohnerzahl war die Hubertuskapelle inzwischen zu klein geworden. Man entschloss sich zum Bau der Hubertuskirche (1880/1881 erbaut), die Kapelle wurde an die politische Gemeinde Niederwürzbach veräußert. Durch eine Zwischendecke wurde das Gebäude zweigeschossig und man richtete hier das Bürgermeisteramt und ein Spritzenhaus ein. Im Jahre 1935 siedelte das Bürgermeisteramt um. Im Obergeschoss zog die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt ein, außerdem wurde ein Versammlungsraum für die NSDAP eingerichtet. Den Zweiten Weltkrieg überstand das Gebäude nahezu unbeschadet. Nach dem Ende des Krieges wurde die Kirche im unteren Stockwerk von der Feuerwehr genutzt, der erste Stock diente als Wohnraum.

1952 erwarb die evangelische Kirchengemeinde Hassel das ehemalige Gotteshaus. Im Anschluss wurde das Gebäude entkernt und von dem St. Ingberter Architekten Otto Reul umgebaut. Man baute ein Treppenhaus ein und riss einen Anbau ab. Auf der Nordseite wurde eine kleine Nische mit einem Kruzifixus geschaffen. Das Dach erhielt einen barocken Dachreiter. Bei der Freilegung des Fundaments wurden auch verschiedene Fundamentreste entdeckt, die zu einem älteren Bau gehören müssen. Am 31. Juli 1955 wurde die Heiliggeistkirche eingeweiht. 1997 wurde das Gebäude umfassend saniert. Dabei wurde die Unterkirche zu einem Versammlungsraum ausgebaut.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprüngliche Kirche war ein einfacher Barockbau mit Satteldach und dreiseitigem Chor. Auf dem Dach saß ein quadratischer Dachreiter mit Glockenstuhl. Man betrat den hochgelegenen Kirchensaal über eine äußere Treppe auf der Südseite. Lange war auf der Westseite ein großes Tor für das Spritzenhaus. Dieses wurde später zugemauert, der überdachte Treppenaufgang entfernt. Heute sitzt das Zugangsportal mit einfachem Portikus auf der Südwestseite des Gebäudes. Die Längsseiten besitzen je vier Fensterachsen mit Segmentbögen. Die westliche Giebelseite besitzt zwei einfachere Fenster und ein Okulus im Giebel. Der dreiseitige Chor blieb erhalten. Das Dach wurde durch ein Walmdach ersetzt, der geschieferte Dachreiter ist oktogonal mit einer barocken Haube.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altar und Kanzel sind mit roten Mosaiksteinen verkleidet. Das im Chorraum angebrachte Altarmosaik mit christlichen Symbolen wurde von Fritz Berberich aus Sulzbach geschaffen. Die Saaldecke ist zu den Wänden hin mit einer profilierten Hohlkehle abgestuft.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die Elektronikorgel störanfällig war, wurde sie 1995 durch eine Pfeifenorgel ersetzt. Diese war 1966 von der Orgelbauwerkstatt Führer für die Evangelische Kirche in Wremen bei Bremerhaven erbaut worden. Sie besitzt mechanische Schleifladen. Ihre Disposition lautet wie folgt:[2]

Manual C–g3
Gedeckt 8′
Rohrflöte 4′
Praestant 2′
Nasat 113
Scharff III
Pedal C–f1
angehängt

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Fischer: 50 Jahre Heiliggeistkirche Niederwürzbach. Niederwürzbach 1955.
  • Dieter Schnepp: Die alte Kirche. In: Rund um den Weiher. (= Niederwürzbacher Heimathefte, Band 2). Arbeitskreis Heimatgeschichte Niederwürzbach, Niederwürzbach 1994.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heiliggeistkirche (Niederwürzbach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Teildenkmalliste Saarpfalz-Kreis, Denkmalliste des Saarlandes, Landesdenkmalamt Saar, S. 22
  2. Niederwürzbach, Heiliggeistkirche (Memento des Originals vom 23. Februar 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.saar-orgelland.de, Orgeln im Saarland, abgerufen am 3. September 2016.

Koordinaten: 49° 14′ 43,8″ N, 7° 12′ 14″ O