Wremen

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53.6491666666678.50833333333332Koordinaten: 53° 38′ 57″ N, 8° 30′ 30″ O

Wremen
Wappen von Wremen
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 25,16 km²
Einwohner: 1944 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2015
Postleitzahl: 27639
Vorwahl: 04705
Wremen (Luftbild 2013)
Luftbild vom Nordseestrand und Deich von Wremen mit Kutterhafen, Leuchtturm Kleiner Preuße, Hotel Deichgraf und Campingplatz (Mai 2012)

Wremen ist ein Nordseebad an der Wesermündung und eine Ortschaft der niedersächsischen Gemeinde Wurster Nordseeküste im Land Wursten im Landkreis Cuxhaven. Neben dem Hauptort Wremen gehören auch die Orte Hülsing, Schottwarden, Hofe und Rintzeln zur Ortschaft.

Geschichte[Bearbeiten]

Zwischen Wremen und Mulsum existierte in frühgeschichtlicher Zeit die Feddersen Wierde, ein Wurtendorf in der Seemarsch. Die ursprünglich auf einer Insel gelegene sächsische Siedlung war vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis ins 5. Jahrhundert bewohnt. Die Wurten der einzelnen Höfe wuchsen im Laufe der Zeit zu einer vier Hektar großen und vier Meter hohen Dorfwurt zusammen. Diese wurde von 1954 bis 1963 in einer großangelegten archäologische Grabung durch das „Niedersächsische Landesinstitut für Marschen- und Wurtenforschung“ in Wilhelmshaven (das heutige Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung) komplett freigelegt.

In Wremen urkundeten schon im 14. Jahrhundert die Ratgeber und Richter des Landes Wursten. Von 1304 datiert die erste Urkunde, von 1312 die Bezeichnung als Kirchdorf.

Das Wremer Tief, ein alter, kleiner Hafen für Last- und Fischereischiffe, ist eine ehemalige Ausgangsstelle eines reichen Schiffsverkehrs weseraufwärts.

Wremen besitzt die älteste Kirche des Landes Wursten, eine Wehrkirche aus der Zeit um 1200. Auf ihrem Kirchhof erlitten 1557 die Bauern in ihrem aussichtslosen Freiheitskampf gegen den Bremer Erzbischof Christoph von Braunschweig-Lüneburg ihre endgültige Niederlage, nachdem sie schon 1517 in der Schlacht am Wremer Tief, an der auch Tjede Peckes teilnahm, geschlagen worden waren.

Die Gemeinde Wremen bildete zum 1. Januar 2015 zusammen mit den Gemeinden Cappel, Dorum, Midlum, Misselwarden, Mulsum, Nordholz und Padingbüttel die neue Gemeinde Wurster Nordseeküste im Landkreis Cuxhaven.[1]

Politik[Bearbeiten]

Im letzten Wremer Gemeinderat saßen seit der Kommunalwahl am 11. September 2011 elf Ratsmitglieder, vier von der WWL (Wählerinitiative Wremer Liste), vier von der CDU und drei von der SPD. Letzter Bürgermeister war Hanke Pakusch (CDU), letzter Gemeindedirektor Wolfgang Neumann.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Ortschaft ist gespalten und zeigt vorne auf silbernem Grund einen schwarzen, rotbewehrten Adler am Spalt, der für die Zugehörigkeit zum Land Wursten steht, und hinten oben einen silbernen Anker auf blauem Grund als Zeichen für die Schifffahrt. Unten, geteilt von einem die Weser symbolisierenden silbernen Wellenbalken, steht ein grünes Feld, das auf die Marsch hinweisen soll.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Schriftaltar in der Wremer Kirche

Für den Tourismus stehen ungefähr 600 Betten unterschiedlicher Qualität zur Verfügung. Rund 100.000 Übernachtungen sind jährlich zu verzeichnen.[2] Es gibt mehrere Gaststätten und eine Kneipe im Ort.

Es gibt einige Landwirte, die vor allem Milchwirtschaft betreiben. Vom Wremer Hafen aus fahren mehrere Krabbenkutter regelmäßig in die vorgelagerten Wattgebiete zum Krabbenfang. Viele Bürger nutzen die hohe Lebensqualität von Wremen als Wohn- und Lebensort und arbeiten im nahen Bremerhaven. Seit 2001 ansässig ist die Cuxland Ferienparks GmbH, die Ferienhäuser und Ferienwohnungen zum Kauf und die Vermietung anbietet.

Verkehr[Bearbeiten]

Wremen hat einen Bahnhof und liegt etwa 15 km nördlich von Bremerhaven an der Bahnstrecke Bremerhaven–Cuxhaven mit regelmäßig angefahrenem Haltepunkt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Wurster Nordseeküste, Abschnitt Wremen, stehen die in der Denkmalliste des Landeskreises Cuxhaven eingetragenen Baudenkmale.

  • Das Nordseebad Wremen besitzt einen malerischen kleinen Sielhafen. Von hier laufen die Krabbenkutter zum Fang aus, die die Meeresfrüchte dieser Region frisch auf den Tisch bringen: Nordseekrabben (auch Garnelen oder Granat genannt).
  • Muschelmuseum
  • Physio-Akademie
  • Willehadi-Kirche – eine Wehrkirche aus der Zeit um 1200, die mächtigste und älteste Kirche im Land Wursten
  • Leuchtturm „Kleiner Preuße“ am Kutterhafen
  • Museum für Wattenfischerei
  • Wremer Grille, eine wöchentliche Veranstaltung mit Essen und Trinken bei Live-Musik

Musik[Bearbeiten]

  • Aquacity, eine Band mit langer Tradition. Mit nachgesungenem Liedgut unterhält diese Musikergruppe in den Ländern Bremen und Niedersachsen.

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

  • Krabbengerichte in jeder Kombination: mit Bratkartoffeln, mit Rührei, mit Schwarzbrot.
  • Röhrkohl, der im Frühsommer auf den Salzwiesen geerntet wird, kann auf verschiedene Art zubereitet werden.
  • Speck und Klüten
  • Labskaus
  • Kohl und Pinkel, ein Gericht, das nach Wanderungen (so genannten Kohlfahrten) im Winter von größeren Gruppen von Menschen gemeinsam verspeist wird und zusätzlich durch einiges an alkoholischen Getränken ergänzt wird.

Sagen und Legenden[Bearbeiten]

  • Der Wremer Kirchenbau
  • Die Männchen in der Wremer Kirche
  • Das Wremer Osterläuten
  • Der fluchende Bauer
  • Rintzel und Remintzel – beides schall vergahn!
  • Der reiche Dudding
  • Aus Lebstedts letzten Tagen
  • Küsters Kuh
  • Vom Schimmel auf Langlütjensand

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wremen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Wremen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Wurster Nordseeküste, Landkreis Cuxhaven vom 8. November 2012, Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.) Nr. 26/12, ausgegeben in Hannover am 16. November 2012
  2. Tourismus Gutachten Seite 2 (PDF; 4,7 MB)