Wremen

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Wremen
Wappen von Wremen
Koordinaten: 53° 38′ 57″ N, 8° 30′ 30″ O
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 25,16 km²[1]
Einwohner: 1944 (2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2015
Postleitzahl: 27639
Vorwahl: 04705
Wremen (Niedersachsen)
Wremen

Lage von Wremen in Niedersachsen

Wremen in der Gemeinde Wurster Nordseeküste
Wremen in der Gemeinde Wurster Nordseeküste
Wremen (Luftbild 2013)
Luftbild vom Nordseestrand und Deich von Wremen mit Kutterhafen, Leuchtturm Kleiner Preuße, Hotel Deichgraf und Campingplatz (Mai 2012)

Wremen (niederdeutsch Wreem) ist ein Nordseebad an der Wesermündung und eine Ortschaft der niedersächsischen Gemeinde Wurster Nordseeküste im Land Wursten im Landkreis Cuxhaven. Neben dem Hauptort Wremen gehören auch die Orte Hülsing, Schottwarden, Hofe und Rintzeln zur Ortschaft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen Wremen und Mulsum existierte in frühgeschichtlicher Zeit die Feddersen Wierde, ein Wurtendorf in der Seemarsch. Die ursprünglich auf einer Insel gelegene sächsische Siedlung war vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis ins 5. Jahrhundert bewohnt. Die Wurten der einzelnen Höfe wuchsen im Laufe der Zeit zu einer vier Hektar großen und vier Meter hohen Dorfwurt zusammen. Diese wurde von 1954 bis 1963 in einer großangelegten archäologischen Grabung durch das „Niedersächsische Landesinstitut für Marschen- und Wurtenforschung“ in Wilhelmshaven (das heutige Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung) komplett freigelegt.

In Wremen urkundeten schon im 14. Jahrhundert die Ratgeber und Richter des Landes Wursten. Von 1304 datiert die erste Urkunde, von 1312 die Bezeichnung als Kirchdorf.

Das Wremer Tief, ein alter, kleiner Hafen für Last- und Fischereischiffe, ist eine ehemalige Ausgangsstelle eines reichen Schiffsverkehrs weseraufwärts.

Wremen besitzt die älteste Kirche des Landes Wursten, eine Wehrkirche aus der Zeit um 1200. Auf ihrem Kirchhof erlitten 1557 die Bauern in ihrem aussichtslosen Freiheitskampf gegen den Bremer Erzbischof Christoph von Braunschweig-Lüneburg ihre endgültige Niederlage, nachdem sie schon 1517 in der Schlacht am Wremer Tief, an der auch Tjede Peckes teilnahm, geschlagen worden waren.

Am 1. März 1974 schlossen sich die Ortschaften Wremen, Mulsum, Midlum, Padingbüttel, Dorum, Misselwarden und Cappel zur Samtgemeinde Land Wursten zusammen.[2]

Zum 1. Januar 2015 bildeten die Samtgemeinde Land Wursten und die Gemeinde Nordholz die neue Gemeinde Wurster Nordseeküste im Landkreis Cuxhaven.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Wremen setzt sich aus einer Ratsfrau und vier Ratsherren folgender Parteien zusammen:[4]

  • CDU: 2 Sitze
  • Wählerinitiative Wurster Liste: 2 Sitze
  • SPD: 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister von Wremen ist Hanke Pakusch (CDU) und seine Stellvertreterin ist Renate Grützner (Wählerinitiative Wurster Liste).[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens von Wremen stammt von dem in Belgien geborenen und später in Otterndorf lebenden Heraldiker und Wappenmaler Professor Albert de Badrihaye, der auch schon die Wappen von Hetthorn, Holte-Spangen, Wanhöden und vielen anderen Ortschaften im Landkreis Cuxhaven entworfen hat.[5]

Wappen von Wremen
Blasonierung:Gespalten, vorn in Silber ein halber schwarzer, rot bewehrter Adler am Spalt, hinten durch einen silbernen Wellenbalken geteilt von Blau über Grün, oben in Blau ein silberner Anker.“[5]
Wappenbegründung: Der halbe Adler, der sich in vielen friesischen Wappen findet, weist auf die Zugehörigkeit Wremens zum Lande Wursten hin. Der Wellenbalken deutet auf die Weser, der Anker auf die Schifffahrt und die grüne Fläche auf die Marsch.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriftaltar in der Wremer Kirche

Für den Tourismus stehen ungefähr 600 Betten unterschiedlicher Qualität zur Verfügung. Rund 100.000 Übernachtungen sind jährlich zu verzeichnen.[6] Es gibt mehrere Gaststätten und eine Kneipe im Ort.

Es gibt einige Landwirte, die vor allem Milchwirtschaft betreiben. Vom Wremer Hafen aus fahren mehrere Krabbenkutter regelmäßig in die vorgelagerten Wattgebiete zum Krabbenfang. Viele Bürger nutzen die hohe Lebensqualität von Wremen als Wohn- und Lebensort und arbeiten im nahen Bremerhaven. Seit 2001 ansässig ist die Cuxland Ferienparks GmbH, die Ferienhäuser und Ferienwohnungen zum Kauf und die Vermietung anbietet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wremen liegt etwa 15 km nördlich von Bremerhaven an der Bahnstrecke Bremerhaven–Cuxhaven mit regelmäßig angefahrenem Haltepunkt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Wurster Nordseeküste, Abschnitt Wremen, stehen die in der Denkmalliste des Landeskreises Cuxhaven eingetragenen Baudenkmale.

  • Das Nordseebad Wremen besitzt einen malerischen kleinen Sielhafen. Von hier laufen die Krabbenkutter zum Fang aus, die die Meeresfrüchte dieser Region frisch auf den Tisch bringen: Nordseekrabben (auch Garnelen oder Granat genannt)
  • Muschelmuseum
  • Physio-Akademie
  • Willehadi-Kirche – eine Wehrkirche aus der Zeit um 1200, die mächtigste und älteste Kirche im Land Wursten
  • Leuchtturm „Kleiner Preuße“ am Kutterhafen
  • Museum für Wattenfischerei
  • Wremer Grille, eine wöchentliche Veranstaltung mit Essen und Trinken bei Live-Musik
Musik
  • Aquacity, eine Band mit langer Tradition. Mit nachgesungenem Liedgut unterhält diese Musikergruppe in den Ländern Bremen und Niedersachsen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Krabbengerichte in jeder Kombination: mit Bratkartoffeln, mit Rührei, mit Schwarzbrot
  • Röhrkohl, der im Frühsommer auf den Salzwiesen geerntet wird, kann auf verschiedene Art zubereitet werden
  • Speck und Klüten
  • Labskaus
  • Kohl und Pinkel, ein Gericht, das nach Wanderungen (so genannten Kohlfahrten) im Winter von größeren Gruppen von Menschen gemeinsam verspeist wird und zusätzlich durch einiges an alkoholischen Getränken ergänzt wird

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Wremer Kirchenbau
  • Die Männchen in der Wremer Kirche
  • Das Wremer Osterläuten
  • Der fluchende Bauer
  • Rintzel und Remintzel – beides schall vergahn!
  • Der reiche Dudding
  • Aus Lebstedts letzten Tagen
  • Küsters Kuh
  • Vom Schimmel auf Langlütjensand

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühjahr 2015 wurde der Film „Vorstadtrocker“ (Regie: Martina Plura) in Wremen gedreht.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Männer vom Morgenstern: Hake Betken siene Duven. Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung. Bremerhaven 1999. ISBN 3-931771-16-4
  • Pastor Johann Möller (1896–1967): Chronik der Gemeinde Wremen (3 Bände), von 1997[9]
  • Friedhelm Bartels, Birgit Deppe, Renate Grützner, Wolfgang Köthe, Wilfried Kuhl: Land Wursten und Nordholz – gestern & heute – Wurster Nordseeküste. Kellner Verlag, Bremen 2017, ISBN 978-3-95651-128-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wremen – Sammlung von Bildern
 Wikivoyage: Wremen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Friedhelm Bartels, Birgit Deppe, Renate Grützner, Wolfgang Köthe, Wilfried Kuhl: Land Wursten und Nordholz – gestern & heute – Wurster Nordseeküste. Kellner Verlag, Bremen 2017, ISBN 978-3-95651-128-8, S. 224.
  2. Friedhelm Bartels, Birgit Deppe, Renate Grützner, Wolfgang Köthe, Wilfried Kuhl: Land Wursten und Nordholz – gestern & heute – Wurster Nordseeküste. Kellner Verlag, Bremen 2017, ISBN 978-3-95651-128-8, S. 35.
  3. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Wurster Nordseeküste, Landkreis Cuxhaven, vom: 8. November 2012, Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.) Nr. 26/12, ausgegeben in Hannover am 16. November 2012.
  4. a b Ortsrat und Ortsbürgermeister der Ortschaft Wremen. Auf: Internetseite der Gemeinde Wurster Nordseeküste, abgerufen am 1. Juni 2017.
  5. a b Landkreis Wesermünde: Wappen des Landkreises Wesermünde. Verlag: Grassé Offset, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-980031-80-2.
  6. Touristische Angebots- und Nachfragestruktur. Von: Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, auf: (PDF; 4,7 MB)-Datei, unter 2.1, Seite 13, abgerufen am 1. März 2017.
  7. Architekt, Zimmermann, Gastwirt – Leben und Wirken von August Fouckhardt aus Wremen. In: Niederdeutsches Heimatblatt, Nr. 806, Februar 2017, S. 1-2, abgerufen am 1. März 2017.
  8. Setbesuch in Wremen: „Vorstadtrocker“. Auf: nordmedia.de, abgerufen am 1. März 2017.
  9. Chronik der Gemeinde Wremen (3 Bände). Im: Sonntagsjournal der (Nordsee-Zeitung), vom: 19. Oktober 1997, abgerufen am 1. März 2017.