Heinrich Dittmaier

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Heinrich Dittmaier (* 22. Oktober 1907 in Köln; † 29. Oktober 1970 in Bonn) war ein deutscher Namenforscher und Dialektologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dittmaier besuchte zunächst von 1913 bis 1918 die Volksschule in Brüssel, dann bis 1920 in Köln und Bad Godesberg. 1929 legte er sein Abitur am Humanistischen Gymnasium in Aschaffenburg ab und begann im selben Jahr ein Studium der Germanistik, Geschichte und Volkskunde an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn und promovierte im Juni 1940 über „Das apa-Problem, Untersuchungen eines westeuropäischen Flußnamentypus“. Von 1936 bis 1940 war er als Mitarbeiter am Rheinischen Flurnamenarchiv im Institut für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande angestellt. Schon während des Studiums beteiligte Dittmaier sich an der Sammlung des mundartlichen Wortbestandes des Rheinlandes. Daneben sammelte er rheinische Flurnamen, die er später in seinem Flurnamenbuch veröffentlichte. 1944 heiratete er Maria Brockmans aus Mettmann. 1947 wurde die Tochter Edelgard geboren. Ab 1946 wurde ihm die Bearbeitung des „Rheinischen Wörterbuchs“ übertragen, das er als Nachfolger von Josef Müller bis zur Veröffentlichung der letzten drei Bände VII bis IX im Jahre 1964 weiterführte.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Dittmaier: Die Gewässernamen auf -apa. Dissertation Bonn, 1944
  • Heinrich Dittmaier (Hrsg.): Sagen, Märchen und Schwänke von der unteren Sieg. Ludwig Röhrscheid Verlag, Bonn 1950 (Deutsches Volkstum am Rhein, 5)
  • Heinrich Dittmaier: Das Apa-Problem. Untersuchung eines westeuropäischen Flussnamentypus. Intern. Centre of Onomastics [u.a.], Louvain (Belgium) [u.a.] 1955
  • Heinrich Dittmaier: Siedlungsnamen und Siedlungsgeschichte des Bergischen Landes. Schmidt, Neustadt a.d. Aisch 1956 (Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, 74 - Parallele Ausgabe als Veröffentlichung des Instituts für Geschichtliche Landeskunde der Rheinlande an der Universität Bonn)
  • Heinrich Dittmaier: Rheinische Flurnamen. Unter Mitarbeit von P. Melchers auf Grund des Materials des von A. Bach begründeten Rheinischen Flurnamenarchivs. Ludwig Röhrscheid Verlag, Bonn 1963
  • Heinrich Dittmaier: Die (H)lar-Namen. Sichtung und Deutung. Böhlau, Köln [u.a.] 1963 (Niederdeutsche Studien, 10), ISBN 978-3-412-24163-6
  • Karl Guthausen, Rolf Bergmann, Heinrich Dittmaier: Die Siedlungsnamen des Kreises Schleiden. Mit 8 Karten, mit einem Vorwort von Rudolf Schützeichel. Ludwig Röhrscheid Verlag, Bonn 1967 (Rheinisches Archiv, 63)
  • Heinrich Dittmaier: Die linksrheinischen Ortsnamen auf -dorf und -heim. Sprachliche und sachliche Auswertung der Bestimmungswörter. Ludwig Röhrscheid Verlag, Bonn 1979, ISBN 3-7928-0414-X (Rheinisches Archiv, 108)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1965 erhielt Heinrich Dittmaier das Albert-Steeger-Stipendium.

In Bonn ist eine Straße im Stadtteil Ückesdorf nach ihm benannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adolf Bach: Heinrich Dittmaier. (1907–1970) In: Onoma. Bull. d'information et de Bibliographie 16, 1971, S. 218–224
  • Verein Linker Niederrhein in Krefeld (Hrsg.): Niederrheinisches Jahrbuch 1976. Band XIII. Albert-Steeger-Stipendium des Landschaftsverbandes Rheinland, Krefeld 1976
  • Matthias Zender: Dr. Heinrich Dittmaier †. Nachruf in: Rheinische Vierteljahrsblätter. Mitteilungen des Instituts für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande an der Universität Bonn. Jahrgang 35 1971. Bonn
  • Matthias Zender: Vorwort in Die linksrheinischen Ortsnamen auf -dorf und -heim.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]