Henryk Grynberg

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Henryk Grynberg (* 4. Juli 1936 in Warschau) ist ein in den USA lebender polnischer Prosaschriftsteller, Dichter, Dramatiker und Essayist.

Henryk Grynberg

Leben[Bearbeiten]

Grynberg verbrachte seine Kindheit im Dorf Radoszyna im Osten Masowiens. Die deutsche Besetzung überlebten von seiner vielköpfigen Familie nur seine Mutter und er mit viel Glück, sein Vater wurde 1944 von Dorfbewohnern ermordet. Von 1954 bis 1958 studierte Grynberg Journalistik an der Warschauer Universität, von 1958 bis 1967 war er Schauspieler am Staatlichen Jüdischen Theater (Państwowy Teatr Żydowski). 1967 kehrte er von einer Amerikatournee des Theaters als Zeichen des Protestes gegen die antisemitischen Kampagnen und gegen die Zensur nicht nach Polen zurück[1]. Seitdem lebt er in den USA, in McLean bei Washington (D.C.). 1971 schloss er sein Studium der russischen Literatur an der Universität von Los Angeles ab. Danach arbeitete er bis 1991 für die United States Information Agency, u. a. bei Voice of America.

Grynberg debütierte literarisch 1959 in der Zeitschrift „Współczesność“. Seine in den USA entstandenen Werke konnten in Polen erst seit 1987 erscheinen. Er veröffentlichte über 20 Bücher in polnischer Sprache. Grynberg sieht sich als einen Chronisten des Schicksals polnischer Juden.

Ins Deutsche wurden Texte nachgedichtet von Karl Dedecius und publiziert in "Polen im Exil - eine Anthologie"[2], "Polnische Lyrik der Gegenwart"[3] und "Die Träume sind frei. Polnisches Lesebuch"[4] sowie in "Henryk Grynberg"[5]. Grynberg gilt "als einer von mehr als einem Dutzend erstrangiger Dichter und Romanciers jüdischer Herkunft, die einen wichtigen Einfluss auf die zeitgenössische polnische Literatur ausüben."[6] Grynberg ist Mitglied des polnischen Schriftstellerverbandes SPP.

Werke[Bearbeiten]

Preise[Bearbeiten]

  • Preis der Kościelscy-Stiftung
  • Tadeusz-Borowski-Stipendium
  • Auszeichnung des polnischen Senders von Radio „Freies Europa“ für das Buch „Der jüdische Krieg“
  • Preis der Zeitschrift „Wiadamości“ für das beste Buch des Jahres 1975 („Das ideologische Leben“)
  • Preis der Alfred-Juryikowski-Stiftung 1990[7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Henryk Grynberg, Polnisches Institut Leipzig 1995
  2. Polnische Bibliothek, Suhrkamp-Verlag 1988
  3. Reclam, Stuttgart 1973, Hsg. Karl Dedecius
  4. Piper, München /Zürich 1993, Hrsg. Olga Mannheimer
  5. Polnisches Institut Leipzig 1995
  6. ebenda
  7. alle Preise lt. "Henryk Grynberg", Polnisches Institut Leipzig 1995