Henryk Melcer-Szczawiński

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Henryk Melcer-Szczawiński

Henryk Melcer-Szczawiński (* 21. September 1869 in Kalisz; † 18. April 1928 in Warschau) war ein polnischer Pianist, Komponist, Dirigent und Musikpädagoge.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Besuch des klassischen Gymnasiums in Kalisz zog Melcer-Szczawiński nach Warschau. Dort studierte er an der Universität Mathematik und am Konservatorium Klavier bei Rudolf Strobl und Komposition bei Zygmunt Noskowski. Nach dem Abschluss 1890 studierte er 1892 bis 1894 in Vorbereitung auf eine Laufbahn als Klaviervirtuose bei Teodor Leszetycki in Wien.

Er trat in Paris, Petersburg, Wien, Dresden und Leipzig auf und gewann beim Rubinstein-Klavierwettbewerb mit seinem Ersten Klavierkonzert den Ersten Preis im Fach Komposition und den dritten Preis im Fach Klavierspiel. Nach diesem ersten großen Erfolg unterrichtete er bis 1899 Klavier am Konservatorium in Helsinki. Bis 1902 leitete er das Konservatorium in Lemberg, in den Jahren 1902-03 die Lemberger Philharmonie. Von 1903 bis 1906 war er am Wiener Konservatorium als Lehrer und Pianist tätig.

Dann kehrte er nach Warschau zurück, wo er von 1910 bis 1912 die Philharmoniker und von 1916 bis 1917 das Opernorchester leitete. 1918 übernahm er eine Klavierklasse am Warschauer Konservatorium, ab 1925 leitete er außerdem eine Kompositionsklasse. Von 1922 bis 1927 war er Direktor des Konservatoriums. Zu seinen Schülern zählten u.a. Helena Ottawowa, Róża Benzefowa, Stanisław Nawrocki, Margeriay Trombini Kazurowa und Ignacy Rozenbaum.

Neben drei großen Orchesterwerken - zwei Klavierkonzerten und einer Sinfonie - komponierte Henryk Melcer-Szczawiński überwiegend Kammermusik und Vokalwerke, darunter Lieder nach Gedichten von Adam Mickiewicz und Richard Dehmel und eine Musik zu Stanisław Wyspiańskis Tragödie Protesilas i Laodamia.

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