Hererotag

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Traditioneller Führer der Herero Kuaima Riruako† am Hererotag in Okahandja am 27. August 2006

Der Hererotag ist ein alljährlich am letzten Wochenende im August in der namibischen Stadt Okahandja stattfindender Gedenktag an die Schlacht am Waterberg 1904 im Zuge des Aufstandes der Herero und Nama und an die in Okahandja bestatteten Herero-Führer Tjamuaha, Maharero, Samuel Maharero und Hosea Kutako. Der Hererotag ist – entgegen dem äußeren Anschein – keine touristische Veranstaltung, sondern ein vom Stammes- und Geschichtsbewusstsein begründetes Gedenken.

Zum 100. Jahrestag hat auch die damalige deutsche Ministerin für Entwicklungszusammenarbeit, Heidemarie Wieczorek-Zeul, am Hererotag 2004 vor Ort der Toten gedacht und sich dabei erstmals zur politischen und moralischen Schuld der deutschen Kolonialverwaltung bekannt. Sie bat das Volk der Herero um Vergebung für die von Deutschen begangenen Verbrechen und sagte wörtlich: "Die damaligen Gräueltaten waren das, was heute als Völkermord bezeichnet würde – für den ein General von Trotha heutzutage vor Gericht gebracht und verurteilt würde."[1] Eine solche „entschädigungsrelevante Formulierung” (Zitat: Außenminister Joschka Fischer) war von deutschen Regierungsvertretern in der Vergangenheit immer vermieden worden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsche Botschaft Windhuk: Rede von Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul bei den Gedenkfeierlichkeiten der Herero-Aufstände am 14. August 2004 in Okakarara, [1], abgerufen am 12. April 2015 23:39