Omaruru

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Omaruru (Begriffsklärung) aufgeführt.
Coat of arms of Namibia.svg
Details
Wappen Omaruru - Namibia.jpg
Details
Gemeinde
Omaruru
Okosondje (her)

Motto Geloof en moed
(Glaube und Mut)
Basisdaten
Einwohnerzahl
Fläche
Einwohnerdichte
6300 (Zensus 2011)
206,6 km²
29,0 Einw./km²
Staat
Region
Wahlkreis
Namibia
Erongo
Omaruru
Gründungsdatum 22. Mai 1872
Kfz-Kennzeichen
Telefonvorwahl
OM
64
Website www.omarurumunicipality.org.na
Karte Omaruru in Namibia
Die katholische Kirche in Omaruru, vor 1910
Missionshaus in Omaruru: ein Nationales Denkmal in Namibia
Friedhof in Omaruru (2009)

Omaruru ist eine Gemeinde im gleichnamigen Wahlkreis Omaruru in der Region Erongo in Namibia. Die Gemeinde hat 6300 Einwohner (2011)[1], ist 206,6 Quadratkilometer groß[2] und liegt am Omaruru- sowie Otjimakuru. Beide entspringen in der Nähe des Berges Otjo (2082 m).

Omaruru gilt als Künstlerstadt Namibias.

Der Name Omaruru leitet sich von Otjiherero omaere omaruro für „bitteren Quark“' ab und bezieht sich auf einen Busch (Grauer Stinkbusch), der im Flussbett des Omaruru anzutreffen ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Omaruru ist zurückzuführen auf die Rheinische Mission, die 1872 hier einige Gebäude errichtete. Der Missionar Gottlieb Viehe schrieb hier die erste Bibelübersetzung ins Herero und bekehrte viele Herero der Region zum Christentum. 1894 wurde in Omaruru eine Militärstation der Deutschen Schutztruppe für die Kolonie Deutsch-Südwestafrika eingerichtet, die Leutnant Richard D. Volkmann bis 1898 als Distriktchef leitete.

Anfang 1904 wurde die Ansiedlung Schauplatz eines Herero-Aufstandes gegen die hier stationierten deutschen Soldaten, der jedoch nach nur einer Woche niedergeschlagen wurde. Die eingeschanzten Soldaten bekamen Unterstützung von einer Kompanie, die von Hauptmann Victor Franke geführt wurde. Diese durchbrach den Belagerungsring der Herero und befreite die Kaserne. Über Opferzahlen beiderseits ist nichts näher bekannt. An diese Operation erinnert in Omaruru der Franketurm. Dieser und die umliegenden Kriegsfelder sind ein Nationales Denkmal Namibias.

Heute ist Omaruru ein eher verschlafenes, aber sehr kosmopolitisches Städtchen, in dem es außer einer Reihe von Hotels, einem Campingplatz und ein paar Läden vor allem eine Reihe von Kunsteinrichtungen bzw. -vereinen und nicht zuletzt auch eine Deutsche Schule gibt. Außerhalb von Omaruru liegt das rund 3,5 Hektar große Weingut Kristall Kellerei[3], eines von nur wenigen Weinanbaugebieten in Namibia, wie auch das Benediktinerkloster Waldfrieden. Zu Omaruru gehören auch die umliegenden Ansiedlungen Okombahe (3400 Einwohner), Otjimbojo, Otjohorongo und Omahoro. Die Landschaft in der Umgebung ist relativ fruchtbar.

Entschuldigung der Familie von Trotha[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2007 reisten Nachfahren des Generals Lothar von Trotha und Mitglieder der Familie von Trotha auf Einladung der traditionellen Führer der Herero nach Omaruru, um sich öffentlich für von Trothas Rolle beim Aufstand der Herero und Nama zu entschuldigen und um Vergebung zu bitten.[4]

Verwaltung und Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Omaruru gliedert sich in den gleichnamigen Stadtteil und die 1996 proklamierte Vorstadt Ozondje (Extension 1).[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen 2015 wurde folgendes amtliche Endergebnis ermittelt.[6]

Partei Stimmen Stimmenanteil Sitze
SWAPO 1117 50,2 % 4
UDF 590 26,5 % 2
DTA 291 13,1 % 1
NUDO 158 07,1 % 0
RDP 44 01,9 % 0
SWANU 26 01,2 % 0
Insgesamt 2226 100 % 7

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsche Privatschule Omaruru[7]
  • Omaruru Afrikaanse Privaatskool
  • Omaruru Primary School
  • Paheye Primary School
  • S.I. !Gobs Secondary School
  • Ubasen Primary School

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Leben deutscher Bauern in Omaruru und der Herero-Aufstand waren Gegenstand einer gleichnamigen deutschen Vorabendserie von 1976 mit Walter Giller und Manfred Seipold.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pesch, Murray: Omaruru im Laufe der Zeit, Jean Fischer, Omaruru o.J.
  • Vogt, Andreas: Nationale Denkmäler in Namibia, Gamsberg Macmillan, Windhoek 2006

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Omaruru – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Omaruru – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 2011 Population and Housing Census, Erongo Regional Profile. Namibia Statistics Agency, 2014, S. ii
  2. Namibia 2011 Population and Housing Census Preliminary Results. Namibia Statistics Agency, April 2012 abgerufen am 9. Mai 2012
  3. http://www.newera.com.na/article.php?articleid=8348 (Memento vom 4. September 2012 im Webarchiv archive.is)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  4. Deutsche Entschuldigung für Herero-Massaker
  5. Government Gazette of the Republic of Namibia, No. 1245, 15. Januar 1996, No. 20 Declaration of Ozondje (Extension I) to be an approved township: Municipality of Omaruru, S. 4 (PDF; 463 kB)
  6. Local Authorities 2015. The Namibian, 4. Dezember 2015, S. 6ff
  7. Webseite der Deutschen Privatschule Omaruru

Koordinaten: 21° 25′ S, 15° 57′ O