Hermann von Stahleck

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Hermann von Stahleck († 20. September 1156) war der einzige Sohn des Grafen Goswin von Stahleck und der Luitgard von Hengebach, der Witwe Heinrichs I. von Katzenelnbogen. Er war der Halbbruder von Heinrich II. von Katzenelnbogen, der 1138 von König Konrad III. zum Grafen erhoben wurde. Durch seine Ehe mit Gertrud von Schwaben, der Tochter des Herzogs Friedrich I., war er der Schwager des Königs Konrad III. und der Onkel Friedrich Barbarossas.

Hermann erbte von seinem Vater Titel und Besitz in Ostfranken als Graf von Bildhausen (heute Maria-Bildhausen, ein Ortsteil von Münnerstadt sowie in Höchstadt) und am Rhein (Burg Stahleck oberhalb von Bacharach) und wurde 1142/1143 von seinem Schwager mit der Pfalzgrafschaft bei Rhein belehnt, nachdem der bisherige Amtsinhaber, der Babenberger Heinrich II. Jasomirgott die Markgrafschaft Österreich übernommen hatte, wobei er sich gegen die Ansprüche von Verwandten von Heinrichs Vorgängern, insbesondere des Grafen Otto der Jüngere von Salm-Rheineck durchsetzte, indem er ihn gefangen nehmen und 1149 auf der Schönburg erdrosseln ließ.

1147 bis 1148 beteiligte sich Hermann am Wendenkreuzzug.

Auseinandersetzungen mit den Erzbischöfen von Mainz brachten ihm zwei Mal den Kirchenbann ein. Friedrich Barbarossa verurteilte seinen Onkel wegen Landfriedensbruchs zu einer entehrenden Strafe, dem Hundetragen, was aber die Beziehung der beiden nicht langfristig belastet zu haben scheint, da Hermann bis zu seinem Tod weiterhin in der Umgebung Friedrichs auftritt.

Hermann wurde zunächst im Kloster Ebrach begraben. Nach Fertigstellung der Klosterkirche der von ihm kurz vor seinem Tode gestifteten Zisterzienserabtei Bildhausen, einem Tochterkloster von Ebrach, wurde er dorthin umgebettet. Er erhielt ein Grabmal im Chor der Klosterkirche. Seinen Grabstein wollte man 1825, als die Klosterkirche für den vollständigen Abriss vorbereitet wurde, in die nahe gelegene Burg Salzburg bringen, wobei er zerbrach und seitdem verschollen ist.[1]

Friedrich Barbarossa gab die Pfalzgrafschaft, nach Hermanns Tod, an seinen Halbbruder Konrad den Staufer weiter.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erich Schneider: Bildhausen auf hdbg.eu vom Haus der Bayerischen Geschichte. Abgerufen am 6. Dezember 2014.
Vorgänger Amt Nachfolger
Heinrich Jasomirgott Pfalzgraf bei Rhein
Armoiries Comté Palatin du Rhin.svg

1142–1156
Konrad