Wanne (Herne)

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Wanne
Stadt Herne
Koordinaten: 51° 32′ 15″ N, 7° 9′ 19″ O
Höhe: ca. 40 m
Einwohner: 22.678 (2014)
Eingemeindung: 1. April 1926
Eingemeindet nach: Wanne-Eickel
Postleitzahlen: 44649, 44651
Vorwahl: 02325

Wanne ist ein Stadtteil von Herne im gleichnamigen Stadtbezirk.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wanne liegt im Ruhrgebiet in den Niederungen des Emscherlandes.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden von Wanne verlaufen der Fluss Emscher und der zu ihr parallel geführte Rhein-Herne-Kanal. Zwei Nebengewässer der Emscher durchfließen das Wanner Gebiet; die Herner Stadtgrenze zu Gelsenkirchen bildet der Hüller Bach, in den der aus Eickel kommende Dorneburger Bach einmündet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Amtshaus Wanne von 1905, später Rathaus von Wanne-Eickel

Wanne ist, historisch betrachtet, eine relativ junge Ortsbezeichnung. Sie ist entstanden aus einem von einer älteren Gewannbezeichnung abgeleiteten Amtsnamen des 19. Jahrhunderts. Die größte Siedlung im Nordteil der späteren Doppelstadt Wanne-Eickel trug seit dem Mittelalter den Namen Bickern. Als weiterer historischer Ortsteil ist Crange zu nennen, 1484 zu einer Freiheit erhoben, die einen Pferdemarkt abhalten durfte. Aus diesem Markt entwickelte sich die auch überregional bekannte Cranger Kirmes. Diese beiden Orte wurden zum 1. August 1875 unter Einbeziehung der Gemeinden Eickel, Holsterhausen und Röhlinghausen zum Amt Wanne im Kreis Bochum vereinigt. Zuvor gehörten die genannten Orte zum Amt Herne.

Mit der raschen Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchsen die Siedlungen beträchtlich. 1885 kam das Amt Wanne zum neuen Landkreis Gelsenkirchen. Im Jahr 1891 wurde das Amt Wanne geteilt, es entstand das neue Amt Eickel mit den Gemeinden Eickel und Holsterhausen. Im Amt Wanne verblieben die Gemeinden Bickern, Crange und Röhlinghausen. Am 13. August 1897 übernahm die Gemeinde Bickern den Namen „Wanne“ von ihrem Amt.[1] Am 28. Oktober 1906 wurde Crange nach Wanne und am 1. April 1910 Holsterhausen nach Eickel eingemeindet.[1] Das Amt Eickel bestand sodann nur noch aus einer Gemeinde, während zum Amt Wanne auch die Gemeinde Röhlinghausen gehörte.

Am 1. April 1926 wurden die beiden Ämter Wanne und Eickel zur kreisfreien Stadt Wanne-Eickel vereinigt,[1] die im Zweiten Weltkrieg durch alliierte Bombenangriffe stark zerstört wurde.

Nach dem Krieg stieg die Einwohnerzahl stark an, so dass Wanne-Eickel 1955 in den Kreis der Großstädte aufstieg. Doch Wanne-Eickel hielt sich als selbständige Stadt nicht einmal fünf Jahrzehnte. Um der drohenden Eingemeindung nach Bochum im Zuge einer – heute nicht unumstrittenen – Kommunalreform zu entgehen, beschloss der Rat von Wanne-Eickel ein Zusammengehen mit der etwa gleich großen Nachbarstadt Herne. Diesem Wunsch folgte der Gesetzgeber und so entstand zum 1. Januar 1975 die neue Stadt Herne[2], in welcher vier neue Stadtbezirke gebildet wurden. So kam es zur Bildung der heutigen Stadtbezirke (Herne-)Wanne und (Herne-)Eickel. Im ehemaligen Stadtgebiet Wanne-Eickels wird die Bezeichnung „Wanne-Eickel“ bis heute weitergepflegt und auch in der ganzen Region ist sie noch gut bekannt, nicht zuletzt durch den weiterhin als „Wanne-Eickel Hbf“ bezeichneten Bahnhof, einen bedeutenden Eisenbahnknoten an der wichtigsten Ost-West-Verbindung durch das Ruhrgebiet zwischen Dortmund und Duisburg, sowie die Schleuse Wanne-Eickel am Rhein-Herne-Kanal, die diesen Namen ebenfalls nach wie vor trägt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptbahnhof Wanne-Eickel

Wanne liegt verkehrsgünstig. Der Hauptbahnhof Wanne-Eickel liegt auf dem Gebiet des Stadtteils. Er ist der größte Bahnhof in Herne. Die Deutsche Bahn AG hat erwogen, den Bahnhof in Herne-Wanne umzubenennen; konkrete Pläne dazu gibt es aber – auch aufgrund der Ablehnung durch die Herner Kommunalpolitik – nicht.

Der Stadtteil wird durch die Stadtbusse der Straßenbahn Herne–Castrop-Rauxel, der Vestische Straßenbahnen und der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen erschlossen. Das zuletzt genannte Verkehrsunternehmen betreibt auch die Straßenbahnlinie 306 vom Hauptbahnhof Wanne-Eickel nach Bochum über Eickel.

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden verläuft die A 42, die eine Anschlussstelle Herne-Wanne auf dem Gebiet des Stadtteils hat. Die Bundesstraße 226 verläuft östlich und nördlich um Wanne.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 291.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 329.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Herne-Wanne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien