Hero Hitler in Love

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Film
Originaltitel Hero Hitler in Love
Produktionsland Indien
Originalsprache Panjabi
Erscheinungsjahr 2011
Länge 118 Minuten
Stab
Regie Sukhwant Dhadda
Drehbuch Babbu Maan
Produktion Babu Singh Maan (Maan Film)
Darshan Singh Grewal
Musik Babbu Maan, Sadhana Sargam
Schnitt Sanjay Verma
Besetzung
Babbu Maan, der Hauptdarsteller und Sänger in einem Konzert 2010

Hero Hitler in Love (Panjabi ਹੀਰੋ ਹਿਟਲਰ ਇਨ ਲਵ, übersetzt: Der Held Hitler verliebt) ist eine indische Liebeskomödie aus dem Jahr 2011. Regie in dem Panjabi-Film führte Sukhwant Dhadda. Autor der Geschichte war der Sänger Babbu Maan, der sowohl das Drehbuch und die Filmmusik schrieb als auch die Hauptrolle übernahm. Die Filmkomödie kam am 18. November 2011 in Indien in die Kinos. Maan Films war für den Verleih zuständig. Am 28. November veröffentlichte Point Zero Entertainments den Soundtrack zum Film. Das letzte Lied im Film heißt ebenso „Hitler“ (Refrain: Hitler in love oh baby[1]). Der Film enthält genretypisch zahlreiche musikalische Tanzszenen.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptcharakter des Films, ein junger Inder mit dem Spitznamen „Hitler“, ist in seinem Heimatdorf ein geachteter Mann, der sich stets für seine Mitbürger einsetzt. Als er sich jedoch in die Pakistanerin Sahiban verliebt und sie ins Dorf bringen will, wendet sich das Dorf gegen ihn. „Hitler“, der Probleme stets im Gespräch lösen will, verwandelt sich, wenn ihn etwas frustriert, in einen kalten brutalen Menschen, in eine Art Adolf Hitler. Nachdem er bei einem Autorennen betrogen wurde, versucht er seine Ehre wiederherzustellen und seine Angebetete zurückzugewinnen. Am Ende gelingt es „Hitler“ sogar das Verhältnis der beiden Nationen Indien und Pakistan zu verbessern.

Der Filmstart wurde von einer Facebookfanseite und einem Twitter-Account begleitet.[2][3]

Kontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Titel des Films wurde weltweit kritisiert.[4] Maan erklärte, dass der widersprüchliche Name „Hero Hitler“ ironisch eingesetzt wurde, da Hitler in Indien für „Schurkentum und Hass“ stünde.[5][6] Bei der Verwendung des Namens ginge es nicht um die historische Figur, sondern darum, was man in Indien mit dem Begriff assoziiert.[7] Im Englischen wird der Begriff „nazi“, neben der inhaltlichen Verwendung, für Menschen benutzt, die fanatisch auf eine Art Korrektheit pochen (z. B. „grammar nazi“). In Indien hingegen wird ein sehr strenger Mensch als Hitler bezeichnet.[8]

Viele Menschen in Südasien haben zudem wenig Wissen über den Holocaust und sehen in Hitler einen großen Staatsmann in der Zeit, als Indien vom geschwächten England unabhängig wurde. (Ein indischer Parlamentsabgeordneter heißt Adolf Lu Hitler Marak.) Hitlers Benutzung der Swastika, einem alten hinduistischen Glückssymbol, und sein Bezug zu den Ariern fallen in Teilen Indiens auf wohlwollende Anerkennung.[9][10][11]

Der Historiker Christian Hartmann, unter dessen Federführung die kommentierte Version von Hitlers Mein Kampf erschien, möchte durch Aufklärung dafür sorgen, dass solche Filmtitel in Deutschland nicht herausgebracht werden.[12] Hitler hat trivialisiert als Sujet den Mainstream erreicht.[13][14][15][16]

Werke mit ähnlichen Titeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Titel „Hitler in Love“ veröffentlichte der Spanier Hernán Migoya 2009 einen Comic über Adolf Hitler als jungen Mann als Diktator.[17][18] Ebenfalls unter dem Titel „Hitler in Love“ veröffentlichte Dumitru Acris ein Kammerstück über Hitlers letzte Tage im Bunker.[19]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A Popular Indian Actor Thought "Hero Hitler In Love" Was A Great Idea For A Movie, Culture Bore, 22. Oktober 2011
  2. Hero Hitler In Love @hhilthemovie, Twitter
  3. Hero Hitler in Love, Facebook Fanpage zum Film
  4. Delshad Irani, Ravi Balakrishnan: Use of Hitler in advertising: Tracing the tyrant's disturbing afterlife in Indian subcontinent, Economic Times, 11. Juni 2014
  5. „Hero Hitler in Love“ Wirbel um bizarre Hitler-Romanze aus Indien, express.de, 24. Oktober 2011
  6. Ladies & Gents, I Present To You: HERO HITLER IN LOVE (Memento des Originals vom 10. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/twitchfilm.com, twitchfilm.com, 10. November 2011
  7. Bollywood Bizarr, «Hitler in love, oh baby!», 20min.ch, 24. Oktober 2011
  8. David Caprara: Hitler ist in Südasien ein Superstar, vice.com, 8. Januar 2016
  9. Hasnain Kazim: Wie Adolf nach Indien kam, Der Spiegel, 11. März 2010
  10. David Shaftel: Hitler Has a Following in India, Bloomberg Business, 6. Dezember 2012
  11. Hitler's Hot In India, SDPB, 23. Dezember 2012
  12. Hitlers "Mein Kampf": Bald nicht mehr verboten?, Südkurier, 14. Januar 2013
  13. »Hitler war kein Dämon, er war ein Arschloch«, Main-Echo, 21. Januar 2014
  14. Gavriel D. Rosenfeld: Hi Hitler!: How the Nazi Past Is Being Normalized in Contemporary Culture, Cambridge University Press, 2015, ISBN 978-1107423978
  15. Daniel Erk: Soviel Hitler war selten. Die Banalisierung des Bösen oder warum der Mann mit dem kleinen Bart nicht totzukriegen ist, Heyne Verlag, München 2012, ISBN 978-3453601789
  16. Hitler als kultiger Popstar gefeiert, news.de, 22. Juni 2014
  17. Kulleraugen und verliebt-Hitler als Comicfigur, Madrider Zeitung, 19. Mai 2009
  18. Hitler in Love, Bouman Studios
  19. "Hitler in Love" one man show directed by Suren Shahverdyan received an award, PanArmenian, 8. Juli 2009