Herrschaft (Territorium)

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Als Herrschaft (franz. Seigneurie) wurde vom Mittelalter bis in die Neuzeit ein Territorium bezeichnet, dessen Inhaber volles Lehnsrecht, die Gerichtsbarkeit und weitere landesherrliche Rechte in seinem Gebiet ausübte, jedoch keinen fürstlichen Titel (Graf, Herzog, u.a.) trug. Herrschaften waren meistens Teil eines Landesterritoriums und waren in dessen Stände- bzw. Landtag in der Herrenkurie, bzw. der Fürstenkammer vertreten, handelten aber ansonsten weitgehend autonom.

Territorien mit weniger eigenen Rechten wurden als Unterherrschaft, Minderherrschaft oder anders bezeichnet. In den Niederlanden wurde eine vergleichbare Rechtsform als Hohe Herrlichkeit bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Urkunden und erzählenden Texten des Mittelalters erschienen für einige Personen die Bezeichnung Herr (lateinisch dominus). Diese hatten Herrschaftsrechte in einem kleinen Territorium, gingen aber offensichtlich nicht aus der frühmittelalterlichen Lehenspyramide hervor und trugen keinen fürstlichen Titel. Herren wurden immer unterschieden von Rittern bzw. Mannen, die als Vasallen vom jeweiligen Landesherrn lehnsabhängig waren.

Seit dem 18./19. Jahrhundert wandelte sich sie Bezeichnung in vielen Gebieten zu Standesherrschaft mit derselben Bedeutung, in Unterscheidung zu anderen Formen der Grundherrschaft.

Herrschaften 1521[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der „allzeit neuesten Matrikel“ von 1521 sind unter anderem folgende Herrschaften im Deutschen Reich aufgeführt: Anholt, Arenberg, Bergen und Walen, Eppstein, Daun-Oberstein, Degenberg, Finstingen, Gera, Heideck, Hewen, Hohkönigsburg, Hoorn, Nieder-Isenburg, Isselstein, Königsegg zu Aulendorf, Königseggerberg, Kriechingen, Lippe, Losenstein, Mörsberg, Oberstein-Falkenstein, Polheim, Reichenstein, Reifferscheid, Rheineck, Rogendorf, Ruppin, Schönburg, Schwarzenberg, Sommerau, Spiegelberg, Staufen, Steinfurt, Vaduz, Wildenfels, Winneburg und Wolkenstein.

Herrschaften im Deutschen Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Herrschaft – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hanns Hubert Hofmann (Hrsg.): Quellen zum Verfassungsorganismus des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. 1495–1815 (= Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte der Neuzeit. Bd. 13). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1976, ISBN 3-534-01959-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]