Hinterbehandlungsbeute

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Hinterbehandlungsbeute, wie sie in der DDR Verwendung fand
Hinterbehandlungsbeuten im Bienenhaus

Die Hinterbehandlungsbeute, auch Blätterstock genannt, gehört zu den in der Imkerei verwendeten, künstlich hergestellten Behausungen von Honigbienen, den sogenannten Bienenbeuten. Sie ähnelt in der Bauart einem kleinen Schrank und wird im Gegensatz zur heute weitverbreiteten Magazinbeute nicht von oben, sondern von der Rückseite aus bedient.

Hinterbehandlungsbeuten fanden früher große Verwendung im Bereich der Imkerei mit Bienenhäusern und -ständen, die bis zu ihrem Niedergang in den 1970er-Jahren vor allem im deutschsprachigen Raum weit verbreitet waren, sowie in der Wanderimkerei mit Bienenwagen (Wanderwagen).[1] Infolge des verstärkten Aufkommens der in anderen Ländern meist von jeher gebräuchlichen Magazinbeute wurden Bienenhäuser und Wanderwagen und damit auch die Hinterbehandlungsbeuten dann überflüssig.[2] Eine Ausnahme bildete die DDR, wo es bis zur deutschen Wiedervereinigung 1990 fast ausschließlich Bienenhäuser und Bienenwagen gab. Heute sind Hinterbehandlungsbeuten kaum noch anzutreffen.

Der Hauptvorteil dieser Beuten-Bauart liegt in der bequemen Handhabung. Wo bei Magazinbeuten mühevoll Zargen abgestapelt werden müssen, sind bei der Hinterbehandlungsbeute alle Etagen des Bienenstocks direkt zugänglich. Es können auch problemlos mehrere Bienenvölker übereinander gestapelt werden, ohne dass der Zugang erschwert wird. Diese kompakten Beuten finden sich daher bisweilen noch auf Wanderwagen.[2]

Die Nachteile der Hinterbehandlungsbeute liegen in erster Linie in der Unflexibilität. Der Raum ist fest vorgegeben, und so kann es passieren, dass das Volk aus der Beute „herauswächst“. Des Weiteren müssen zur Honigernte alle Waben einzeln herausgenommen werden, wohingegen bei Magazinbeuten einfach die kompletten Zargen des Honigraumes entnommen werden können. Die räumliche Beschränkung ist der Hauptgrund für ihren Niedergang und den Wechsel zur modernen Magazinbeute.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl.: Kurt Vieweg, Otto Rosenkranz (Hrsg.): Tierische Produktion (= Handbuch des Genossenschaftsbauern, Band 3). Deutsche Akademie der Landwirtschaftswissenschaften, Berlin 1954, DNB 366091530, S. 240 ff.
  2. a b c Vgl. Fachaufsatz: Der Magazinstock – Beginn einer neuen Epoche. In: Bienenwelt. Das Fachblatt für den zeitgemäßen Imker, Leopold Stocker Verlag, Graz, 1984, Ausgabe Nr. 26–28, ISSN 0006-2146, S. 57 ff.