August von Berlepsch

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August von Berlepsch

Freiherr August Sittich Eugen Heinrich von Berlepsch (* 28. Juni 1815 in Seebach (Weinbergen); † 17. September 1877 in München) war ein deutscher Bienenforscher, Erfinder des beweglichen Wabenrähmchens und Verfasser zahlreicher Monografien über Bienenzucht und Imkerei.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Eltern waren der Freiherr August von Berlepsch (1792–1841) und dessen Frau Therese, geb. von Wolfersdorf. Seine Frau war von 1867 bis zu seinem Tod die Autorin Karoline Welebil, verwitwete Künstle (1829–1899). Der Arzt und Fachschriftsteller Guido Künstle (1853–1879) war ihr Sohn aus erster Ehe.

Jugend und Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berlepsch studierte Jura, Philosophie und Theologie in Gotha, Halle, Bonn und Leipzig. Von 1836 bis 1838 war er als Gerichtsreferendar in Mühlhausen tätig. Anschließend übernahm er für 17 Jahre das väterliche Gut. Nebenbei hielt er um die 100 Bienenvölker in Strohkörben. 1858 zog er nach Gotha und widmete sich vollends der Bienenkunde.

Bienenkundler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berlepsch trat insbesondere für eine profunde Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis in der Bienenhaltung ein. So empfahl er die Förderung von Lehrbienenständen und postulierte eine rentable Bienenhaltung durch Wanderung mit Bienen.

Grundriss des von Berlepsch entwickelten beweglichen Rähmchen (aus der Monografie: Die Biene u. ihre Zucht mit beweglichen Waben)
Dreistöckige Versuchsbeute zur Völkerbeobachtung(aus der Monografie: Die Biene u. ihre Zucht mit beweglichen Waben)

Sein Hauptwerk war die Erfindung von beweglichen eckigen Wabenrähmchen die bis heute in der praktischen Imkerei verwendet werden anstelle der Dzierzonschen Rähmchen mit Rundstäbchen. Diese Rähmchen erfand er unabhängig von Lorenzo Langstroth. Berlepsch ordnete in Versuchs-Ständerbeuten, mit drei Etagen, insgesamt 30 Rähmchen an und entwickelte hierfür eine eingehende, in der Praxis erprobte Betriebsweise. Die Türen dieser Versuchbeuten konstruierte er aus Glas, um die Lebensweise der Bienen besser beobachten zu können.

1853 verteidigte Berlepsch, in den Apistischen Briefen, die wissenschaftliche Entdeckung von Johann Dzierzon der Parthenogenese (aus unbefruchteten, jungfräulich sich entwickelnden Eiern der Drohnen) in der Eichstädter Bienenzeitung.[1] Für die katholische Kirche hatte die Theorie von der Jungfernzeugung männlicher Bienen blasphemische Züge. Zehn Jahre lang dauerte der Streit. Schließlich bat Berlepsch, der Dzierzon einen „eminenten Scharfsinn“ und eine „höchst seltene Beobachtungsgabe“ attestierte, die führenden Naturforscher um ihre wissenschaftliche Hilfe. Zwei Professoren aus Gießen und München attestierten 1855 mit Hilfe eines mikroskopischen Nachweises die Jungfernzeugung männlicher Bienen.[2]

Grabstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grab von August Berlepsch auf dem Alten Südlichen Friedhof in München Standort

Die Grabstätte von August Berlepsch befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 22 - Reihe 4 - Platz 1) Standort.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1860: Die Biene u. ihre Zucht mit beweglichen Waben in Gegenden ohne Spätsommertracht
  • 1860: Die Biene und die Bienenzucht in honigarmen Gegenden nach dem gegenwärtigen Standpunct der Theorie und Praxis Digitalisat
  • 1875: Die Bienenzucht nach ihrem jetzigen rationellen Standpunkt

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berlepsch: Apistische Briefe II-V an Hr. Pfarrer Dzierzon. In: Bienenzeitung. Organ des Vereins Deutscher Bienenwirthe. Band 9, Nr. 3, 5, 7, 22. Nördlingen 1953, S. 31–36, 42–47, 52–56, 176–179.
  2. Gotteslästerliche Jungfernzeugung männlicher Bienen, Homepage: Deutschlandfunk (Abgerufen am 12. Juli 2012)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]