Hohe Liebe

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Hohe Liebe
Hohe Liebe

Hohe Liebe

Höhe 401 m ü. HN
Lage Sachsen (Deutschland)
Gebirge Sächsische Schweiz
Koordinaten 50° 55′ 15″ N, 14° 12′ 32″ OKoordinaten: 50° 55′ 15″ N, 14° 12′ 32″ O
Hohe Liebe (Sachsen)
Hohe Liebe
Typ Tafelberg
Gestein Sandstein

Die Hohe Liebe (401 m) ist ein Tafelberg im Elbsandsteingebirge in Sachsen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Berg befindet sich im östlichen Teil des Nationalparks Sächsische Schweiz. Er wird nördlich vom Kirnitzschtal und südlich von der Schrammsteingruppe begrenzt. Im Osten liegt im Nassen Grund ein kleiner Zufluss zur Kirnitzsch.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die eher spitz- oder kegelförmige Form ist untypisch für Tafelberge im Elbsandsteingebirge. Die geologische Ursache liegt in einer Unterschiebung durch die Lausitzer Platte, so dass eine schrägstehende, von West nach Ost ansteigende Platte mit den Gipfeln der Gellchensteine (244 m) im Westen über die Kleine Liebe (344 m) und der Hohen Liebe im Osten resultiert. Der gesamte Berg ist bewaldet. Die bei den nahe gelegenen Tafelbergen typischen Felsengipfelreihen mit steilen Felswänden fehlen vollständig. Die Tafelbergform wird erst am felsigen Gipfel sichtbar.

Zugang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über den Gipfel führt von Ostrau aus ein markierter, als Oberer Liebenweg später als Butterweg bezeichneter Wanderweg ins Kirnitzschtal. Weitere Zugänge sind auch von der Ostrauer Mühle oder von Wanderwegen um die Schrammsteine oder aus dem Nassen Grund möglich. Der Gipfel ist nicht dicht bewaldet, so dass eine gute Aussicht zu benachbarten Felsformationen wie den Affensteinen und den Schrammsteinen mit dem Falkenstein möglich ist.

Bergsteigerehrenmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf den Gipfel der Hohen Liebe befindet sich ein Bergsteigerehrenmal, das an im Ersten Weltkrieg gefallene Bergsteiger erinnert. Von rund 800 Mitgliedern des Sächsischen Bergsteigerbunds (SBB) waren über 400 im Ersten Weltkrieg gefallen. Bereits kurz nach Kriegsende rief der SBB einen Ausschuss zur Errichtung eines Ehrenmals für gefallene Bergsteiger in Leben. Leiter war der bekannte Bergsteiger und Erstbegeher des Überfalls an der Lokomotive, Albert Kunze, als Berater zur Gestaltung engagierte sich der Dresdner Architekt und Bergsteiger Oskar Pusch. Der Entwurf zur Gestaltung stammte von Franz Beyer, einem Dresdner Bildhauer und Bergsteiger. Am 17. Oktober 1920 wurde das Ehrenmal mit einer Rede von Rudolf Fehrmann eingeweiht.

Das aus Sandstein gefertigte Ehrenmal trägt zwei Bronzetafeln mit den Inschriften „Den gefallenen Bergsteigern 1914 bis 1918“ und „Unseren toten Bergfreunden“. 1947 wurde die damals als nicht mehr zeitgemäß empfundene Inschrift geändert, 1990 wurde der frühere Zustand wieder hergestellt.[1]

Am Totensonntag treffen sich am Ehrenmal jedes Jahr Bergsteiger zur Erinnerung an ihre Toten. Inzwischen wird nicht mehr nur gefallener Bergsteiger gedacht, sondern allen gestorbenen und bei Bergunfällen ums Leben gekommenen Bergsteigern. Das Treffen auf der Hohen Liebe gehört zum traditionellen Kalender des Bergsteigerjahrs im Klettergebiet Sächsische Schweiz.[2]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • B. Pollmann, Kompass Wanderführer Sächsische Schweiz / Elbsandsteingebirge - Wanderführer: 49 Touren mit Höhenprofilen, KOMPASS-Karten, Innsbruck, 4. Auflage 2009, ISBN 978-3854919315
  • F. Hasse, Rother Wanderführer Elbsandsteingebirge. Die schönsten Touren in der Sächsischen Schweiz, Bergverlag Rother, 9. Auflage 2011, ISBN 978-3763341917
  • R. Böhm, Wanderkarte der Sächsischen Schweiz, Schrammsteine·Affensteine 1 : 10 000: Lichtenhainer Wasserfall - Großer Winterberg, Rolf Böhm Verlag, 6. Auflage 2009, ISBN 978-3910181014

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gipfelbuch.de: Der Gedenkstein auf der Hohen Liebe, abgerufen am 18. Mai 2015
  2. Gipfelbuch.de: Traditionelle Termine, abgerufen am 18. Mai 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hohe Liebe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien