Hohenheimer Jahrringkalender

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Der Hohenheimer Jahrringkalender ist ein dendrochronologisches Projekt des Institutes für Botanik an der Universität Hohenheim in Stuttgart. Das Jahrringlabor des Instituts hat eine Chronologie der Jahrringe aufgebaut, die sich zur Zeit (Stand 2004) lückenlos von 10.461 v.Chr. bis heute erstreckt[1]. Damit reicht der Jahrringkalender nicht nur bis an das Ende der letzten Eiszeit zurück, sondern ist der derzeit längste Jahrringkalender der Welt. Dazu wurden Holzproben aus Mitteleuropa, darunter 6.000 Mooreichen und Kiefern aus Kiesgruben verschiedener Regionen Süd- und Ostdeutschlands, untersucht. Derzeit arbeitet ein internationales Netzwerk von Forschern daran, die Dendrochronologie mit anderen Datierungsmethoden zu verknüpfen.[2] Lücken zwischen 10.461 v.Chr. und früheren Zeitspannen, für die bereits dendrologische Daten vorliegen, könnten somit geschlossen und der Hohenheimer Jahrringkalender um etwa weitere 2000 Jahre erweitert werden.

Mit Hilfe des Kalenders lässt sich das Alter von Musikinstrumenten, Kunstwerken, Häusern oder Werkzeugen oft exakt bestimmen. Zu den speziellen Erfolgen des Hohenheimer Jahrringkalenders gehören die genaue Datierung der Heuneburg an der Donau, der Pfahlbausiedlungen am Bodensee und weiterer Fachwerkgebäude und Kirchen aus verschiedensten Zeitaltern.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The 12,460-year Hohenheim oak and pine tree-ring chronology from central Europe
  2. Heute in Nature Geoscience: Dank Baumringen, Eis und Sonnenwind – erstmals 14.500 Jahre lückenlose Geschichte