Kernlochbohrung

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Begründung: einseitig, ohne Belege, Kernbohrung als geowissenschaftliche Untersuchungsmethode muss deutlich ergänzt werden --Geolina (Diskussion) 00:53, 10. Mär. 2013 (CET)

Kernlochbohrungen oder kurz Kernbohrungen werden mit rotierenden zylinderförmigen Hohlkörpern ausgeführt, genannt Bohrkronen, Hohlkernbohrer, Hohlbohrer oder Kern(loch)bohrer. Wird in Holz gebohrt, spricht man von einer Lochsäge.

Eine häufige Anwendung findet sich im Bauwesen beim Bohren durch Mauerwerk oder Beton.

Bei harten Materialien und großen Durchmessern hat eine Kernlochbohrung Vorteile gegenüber einer konventionellen Bohrung, da der Bohrkern innerhalb der Bohrkrone stehen bleibt und nicht abgetragen werden muss, so dass am Bohrwerkzeug weniger Verschleiß auftritt und ein schnellerer Vortrieb möglich ist.

Bohren von mineralischen Werkstoffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bohrkern einer Kernlochbohrung durch Beton

Kernlochbohrkronen für Ziegel, Beton und Naturstein sind zumeist mit Diamanten besetzt, um auch harte Gesteine und Beton mit harten Zuschlägen durchdringen zu können. Kreisförmiger Diamantbesatz ist nur beim Schneiden von Steingut (Fliesen) üblich. Zur schnelleren Abführung des zerkleinerten Materials bei tieferen Bohrungen eignen sich Diamantbohrkronen mit einzeln aufgesetzten Diamant-Segmenten besser. Der Diamantbesatz wird durch Sinterung, Hartlöten oder Laserschweißen am Grundkörper aus Stahl befestigt. Kleinere, handgeführte Bohrkronen sind häufig auch mit Hartmetall besetzt oder mit Carbid bestreut.

Da bei tieferen Bohrungen das abgetragene Material aus dem Bohrspalt transportiert und je nach Material die entstehende Reibungswärme abgeführt werden muß, wird die Bohrkrone in der Regel mit Wasser gespült, welches durch die hohle Achse des Bohrgeräts zum Arbeitsbereich gelangt und beim Rückfluss an der Außenseite der Bohrkrone die zerkleinerten Partikel mit sich führt.[1]

Bei Sacklochbohrungen muss der Bohrkern bei Abschluss der Bohrarbeiten gegebenenfalls herausgebrochen und mit einer speziellen, flachen Kernfangzange entnommen werden.

Im Gegensatz zur Ausführung von Bohrungen mit einem Bohrhammer ist das Kernlochbohren leiser und vibrationsfrei.[2] Auch ist das gefertigte Bohrloch deutlich gleichmäßiger und glattwandiger. Bei Bohrungen von über 50 mm Durchmesser wird das Bohrgerät in der Regel in einem Bohrständer geführt, da ein Verkanten die Bohrkrone blockieren läßt, wodurch das Gerät einen starken Drehimpuls erhält, der von einer Sicherheitskupplung begrenzt, jedoch nicht vollständig verhindert wird.

Im Baubereich ist es inzwischen üblich, runde Durchbrüche für elektrische und sanitäre Ver- bzw. Entsorgungsleitungen sowie Zu- und Abluftrohre nach dem Gießen von Betonwänden und -decken mit dem Kernlochbohrgerät herzustellen, statt diese Öffnungen bereits durch das Einfügen von Platzhaltern in der Schalung zu schaffen, da diese das Einfüllen und Verteilen des Frischbetons behindern können.

Bohren von metallischen Werkstoffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bohren mit Kernbohrern in Stahl ist besonders beim mobilen Einsatz von Magnetbohrmaschinen üblich, da aufgrund der kleineren spanabhebenden Fläche eine geringere Andruckkraft erforderlich ist, welche die Haltekraft des Magneten nicht überfordert.

Erkundungsbohrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Baugrunduntersuchung sowie bei geologischen und archäologischen Bohrungen werden Bohrkerne aus Gestein, Sediment oder Eis (Eisbohrkern) entnommen, um Aufschlüsse über die Beschaffenheit des Untergrund zu erhalten.


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hohlkernbohrer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Informationsbroschüre der Firma Comdrill zu Kernbohrverfahren bei Tiefbohrungen in der Geologie, abgerufen im Februar 2016
  • Hinweise zur Durchführung von Kernbohrungen in mineralischen Werkstoffen, Fa. GDI-Herdecke, abgerufen im Dez. 2015


Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tips zur [1] der Firma GDI Diamant Technik, Herdecke, abgerufen im Februar 2016
  2. Kernlochbohrung - Baulexikon. In: dornbach.com. Abgerufen am 17. März 2015.