Holzbohrer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die Bohrer B und D sind zur speziell Holzbearbeitung gedacht. Die Metallbohrer A, F und G eignen sich auch zum Bohren von Holz:
• A – Metall-Spiralbohrer,
• B – Holz-Spiralbohrer,
• C – Betonbohrer mit Hartmetall-Schneide,
• D – Flachfräsbohrer (Spatenbohrer) für Holz,
• E – Universalbohrer für Metall und Beton mit Hartmetall-Schneide,
• F – Bohrer für Bleche,
• G – Universalbohrer für Metall, Holz und Kunststoff
Arten von Bohrerschäften:
• 1, 2 – Zylinderschaft,
• 3 – SDS-plus-Schaft,
• 4, 5 – Außenkantschaft (6-Kant und 4-Kant),
• 6 – Zylinderschaft mit drei Fasen,
• 7 – ¼-Zoll-Sechskantschaft
Forstnerbohrer

Ein Holzbohrer ist ein Bohrer für die Holzbearbeitung und zeichnet sich dadurch aus, dass er in der Mitte eine feine Spitze zur Zentrierung hat. Die beiden Schneiden stehen außen so vor, dass nach dem Zentrierloch zunächst der Rand der Bohrung geschnitten wird. Dadurch werden die Fasern des Holzes sauber durchtrennt und das Loch bekommt einen relativ glatten Rand.

Holzbohrer bestehen meist aus Chrom-Vanadium-Stahl und sind teilweise auch hartmetallbestückt.

Forstnerbohrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Forstnerbohrer werden vorwiegend zur Herstellung von Bohrungen mit größerem Durchmesser (erhältliche Größen: ab 6 mm) sowie von flachen Sacklöchern verwendet; so beispielsweise von Aufnahmebohrungen für Topfbändern als Verbindungsbeschläge in Möbeln. Forstnerbohrer haben an der seitlichen Führungsfläche jeweils mindestens eine Schneide. So wird auch beim handgeführten Bohren eine gute Werkzeugführung im Material erreicht. Da Forstnerbohrer im Regelfall nur aus SP-Stahl sind,[1] ist je nach Material, in das gebohrt wird, der Standweg der Schneiden nur sehr begrenzt. Da durch die gebogene Schneide an den seitlichen Führungsflächen das Schärfen aufwendig ist (ein Nachschärfen ist ohne geeignete Schärfmaschine nur bedingt möglich), werden heute in den meisten Tischlereien fast ausschließlich Kunstbohrer verwendet.

Kunstbohrer/Zylinderkopfbohrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunstbohrer HW/ Zylinderkopfbohrer HW

Kunstbohrer besitzen im Gegensatz zu Forstnerbohrern kleinere seitliche Führungsflächen (Vorritzer). Daher neigen sie beim handgeführten Bohren eher zum „Verlaufen“. Kunstbohrer sind häufig mit HW (Kurzbezeichnung nach ISO 513 für Wolframcarbid) Hartmetallschneiden ausgestattet und können so auch zum Bohren von Plattenwerkstoffen, Kunststoffen und sehr harten Hölzern mit mineralischen Einlagerungen (z. B. Bankirai) verwendet werden. Bedingt durch die Schneidenanordnung ist ein Nachschärfen der Schneiden z. B. mit einer Diamant-Sichtschleifscheibe einfach möglich. Werkzeuge für Bohrautomaten mit hohen Vorschubgeschwindigkeiten sollten jedoch maschinell geschärft werden, da sich durch ein handgeführtes Nachschärfen die Schneidengeometrie leicht ändern kann.

Nagelbohrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nagelbohrer

Nagelbohrer bestehen aus einem am Ende wendelförmig geformten Stahldraht, der oben entweder einen angenieteten Holzknebel oder eine aus dem Draht gebogene Schlaufe als Handgriff besitzt. Er diente vor allem zum Vorbohren von Löchern für Nägel, um das Reißen von schmalen Holzbauteilen zu vermeiden. Heute sind nur noch kleine Durchmesser in Gebrauch, früher auch über 10 mm. Die Oberfläche der Bohrung ist rau, da der Bohrungsrand ausreißt. Diese Stelle wird jedoch vom Nagelkopf verdeckt. Auch hilft gerade die raue Wandung, den Nagel festzuhalten. Aufgrund seiner kostengünstigen Herstellung wurde er auch von Bastlern verwendet, die keine Bohrmaschine besaßen.

Bohrsäge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bohrsäge mit Durchmesser 5 mm

Eine Sonderform des Holzbohrers stellt die Bohrraspel, auch Stichling oder Bohrsäge genannt, dar. Sie ist an der Spitze wie ein Holzhandbohrer ausgearbeitet. Mit dem dahinterliegenden, spiralenförmig angeordneten Raspelteil kann nach dem Durchbohren des Werkstücks das Bohrloch erweitert werden.

Schlangenbohrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlangenbohrer

Der Schlangenbohrer, auch Stangen-Schlangenbohrer genannt, ist ein Holzbohrer, der aufgrund der guten Spanförderung besonders für tiefe Löcher verwendet wird. Die Zentrierspitze besitzt ein Gewinde, wodurch der Bohrer selbsttätig ins Holz gezogen wird. Um ein sauberes Bohrloch zu erzeugen, durchtrennt der halbrunde Vorschneider zuerst die Holzfasern am Rand. Anschließend hebt die Schneide, die wie beim Forstnerbohrer senkrecht zur Längsachse des Bohrers verläuft, den Span ab. Dieser wird dann durch die spiralförmige Nut nach oben geführt. Es gibt ein- und zweigängige Ausführungen, wobei die letztgenannten weniger gebräuchlich sind. Die Steigung dieser Wendel ist im Vergleich zu anderen Spiralbohrern gering.

Schlangenbohrer werden für tiefere Bohrungen verwendet. Eingängige Schlangenbohrer werden für Weichholz benutzt, zweigängige für Hartholz und Hirnholz.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Spezialstahl: Legierter Werkzeugstahl zur Bearbeitung von weichen Hölzern. Siehe Beschreibung In: Fraeswerkzeuge-Shop.de
  2. Bernd Wittchen, Elmar Josten, Thomas Reihe: Holzfachkunde – Ein Lehr-, Lern- und Arbeitsbuch für Tischler/Schreiner und Holzmechaniker, Teubner, 4. Auflage, 2006, S. 150.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bohrer – Sammlung von Bildern
WiktionaryWiktionary: Bohrer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
WiktionaryWiktionary: Bohrmaschine – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen