Holzbohrer

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Forstnerbohrer

Ein Holzbohrer ist ein Bohrer für die Holzbearbeitung und zeichnet sich dadurch aus, dass er in der Mitte eine dünne Spitze zur Zentrierung hat. Die beiden Schneiden stehen außen so vor, dass der Rand der Bohrung als erstes geschnitten wird. Dadurch werden die Fasern des Holzes sauber abgeschnitten und das Loch bekommt einen relativ glatten Rand.

Holzbohrer bestehen meist aus einer Chrom-Vanadium-Stahl und sind teilweise auch hartmetallbestückt.

Forstnerbohrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Forstnerbohrer dient zur Herstellung von planen Bohrungen mit größeren Durchmessern (erhältliche Größen: ab 6 mm). Eine Anwendung ist die Herstellung von Aufnahmebohrungen für Scharniere und Verbindungsbeschläge in Möbeln. Forstnerbohrer haben an der seitlichen Führungsfläche jeweils mindestens eine Schneide. Dadurch wird eine sehr gute Werkzeugführung im Material erreicht, auch wenn nur handgeführte Bohrungen erstellt werden. Allerdings führt das auch zu einer größeren Reibung zwischen Werkzeug und dem zu bohrenden Material. Da Forstnerbohrer im Regelfall nur aus SP-Stahl sind, ist je nach Material, in das gebohrt wird, der Standweg der Schneiden nur sehr begrenzt. Da durch die gebogene Schneide an den seitlichen Führungsflächen das Schärfen sehr aufwendig ist (ein Nachschärfen dieser Schneiden ist ohne geeignete Schärfmaschine nur bedingt möglich), werden heute in den meisten Tischlereien fast ausschließlich Kunstbohrer verwendet.

Kunstbohrer/Zylinderkopfbohrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunstbohrer HW/ Zylinderkopfbohrer HW

Kunstbohrer besitzen im Gegensatz zu Forstnerbohrern kleinere seitliche Führungsflächen (Vorritzer). Daher neigen sie beim handgeführten Bohren eher zum „Verlaufen“. Kunstbohrer sind häufig mit HW (Kurzbezeichnung nach ISO 513 für Wolframcarbid) Hartmetallschneiden ausgestattet, da sie häufig zum Bohren von Plattenwerkstoffen, Kunststoffen und sehr harten Hölzern mit hohen mineralischen Einlagerungen (z. B. Bankirai) verwendet werden. Bedingt durch die Schneidenanordnung ist ein Nachschärfen der Schneiden z. B. mit einer Diamant-Sichtschleifscheibe sehr einfach möglich. Allerdings sollte dieses bei Bohrern, die in Bohrautomaten mit hohen Vorschubgeschwindigkeiten eingesetzt werden, nicht erfolgen, da sich durch ein handgeführtes Nachschärfen die Schneidengeometrie leicht ändern kann.

Nagelbohrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nagelbohrer

Nagelbohrer bestehen aus einem am Ende wendelförmig geformten Stahldraht, der oben entweder einen angenieteten Holzknebel oder eine aus dem Draht gebogene Schlaufe als Handgriff besitzt. Er dient vor allem zum Vorbohren von Löchern für Nägel im Holz. Heute sind nur noch kleine Durchmesser in Gebrauch, früher auch über 10 mm. Die Oberfläche der Bohrung ist rau, da der Bohrungsrand ausreißt. Diese Stelle wird jedoch vom Nagelkopf verdeckt. Andererseits hilft gerade diese raue Bohrung, den Nagel festzuhalten. Aufgrund seiner kostengünstigen Herstellung wurde er auch von Bastlern verwendet, die keine Bohrmaschine besaßen.

Bohrsäge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bohrsäge mit Durchmesser 5 mm

Eine Sonderform des Holzbohrers stellt die Bohrraspel, auch Stichling oder Bohrsäge genannt, dar. Sie ist an der Spitze wie ein Holzhandbohrer ausgearbeitet. Mit dem dahinterliegenden, spiralenförmig angeordneten Raspelteil kann nach dem Durchbohren des Werkstücks das Bohrloch erweitert werden.

Schlangenbohrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlangenbohrer

Der Schlangenbohrer, auch Stangen-Schlangenbohrer genannt, ist ein Holzbohrer, der aufgrund der guten Spanförderung besonders für tiefe Löcher verwendet wird. Die Zentrierspitze besitzt ein Gewinde, wodurch der Bohrer ins Holz gezogen wird. Um ein sauberes Bohrloch zu erzeugen, durchtrennt der halbrunde Vorschneider zuerst die Holzfasern am Rand. Anschließend hebt die Schneide, die wie beim Forstnerbohrer senkrecht zur Längsachse des Bohrers verläuft, den Span ab. Dieser wird dann durch die spiralförmige Nut nach oben geführt. Es gibt ein- und zweigängige Ausführungen, wobei die letztgenannten weniger gebräuchlich sind. Die Steigung dieser Wendel ist im Vergleich zu anderen Spiralbohrern sehr gering.

Er wird für tiefere Bohrungen verwendet. Eingängige Schlangenbohrer werden für Weichholz benutzt, zweigängige für Hartholz und Hirnholz.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bernd Wittchen, Elmar Josten, Thomas Reihe: Holzfachkunde – Ein Lehr-, Lern- und Arbeitsbuch für Tischler/Schreiner und Holzmechaniker, Teubner, 4. Auflage, 2006, S. 150.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bohrer – Sammlung von Bildern
 Wiktionary: Bohrer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Bohrmaschine – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen