Horizontalsonnenuhr

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Boden-Sonnenuhr mit Polstab in Amtzell
Tisch-Sonnenuhr mit Erdachs-paralleler Blechkante als Schattenwerfer in Stolpen

Die Horizontalsonnenuhr ist eine der möglichen Bauarten einer Sonnenuhr. Der Name kommt von der horizontalen Lage des Zifferblatts.

Im Gegensatz zur Vertikalsonnenuhr handelt es sich hierbei um eine Ganztagessonnenuhr, da sie auch die frühen Morgen- und die späten Abendstunden anzeigen kann.

In der Ausführung mit Polstab besteht die Skala nur aus Stundenlinien, die sich im Fußpunkt des Stabes treffen. Anders als bei der Äquatorialsonnenuhr haben die Stundenlinien nicht konstanten Abstand untereinander. Es gilt folgende Gleichung:

\alpha = \arctan (\sin \phi \cdot \tan \tau)[1]

α ist der Winkel zwischen Stundenlinie und Meridian (Nord-Süd-Richtung), der außer einer Funktion des Stundenwinkels τ auch eine der Ortskonstanten Φ (geographische Breite) ist. Der Winkel α=0° gilt für die 12-Uhr-Linie (Wahre Ortszeit WOZ).

Wird ein senkrechter Schattenstab (Gnomon) benutzt, dient der Schatten seiner Spitze (Nodus) zur Zeitanzeige. Aus dem Punktschatten kann zusätzlich die Jahreszeit annähernd abgelesen werden. Auf solchen Zifferblättern zeichnet man traditionell die astrologischen Datumslinien ein (sieben Linien für 12 Tierkreise, fünf können doppelt verwendet werden). Auf der Halde Hoheward im Ruhrgebiet wurde eine solche Sonnenuhr mit einem 8,5 Meter hohen Obelisken (mit einer Kugel als Nodus) eingerichtet. Der berühmte Obelisk des römischen Kaisers Augustus war etwa viermal höher, weshalb er nur als Mittagsweiser verwendet werden konnte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Arnold Zenkert: Faszination Sonnenuhr. 4. überarbeitete und erweiterte Auflage. Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main u. a. 2002, ISBN 3-8171-1665-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Horizontalsonnenuhren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Arnold Zenkert: Faszination Sonnenuhr, Verlag Harri Deutsch, Thun und Frankfurt am Main, 2002, Seite 49