Hotdog

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Hotdog mit Senf

Der Hotdog (englisch für heißer Hund, auch Hot Dog) ist ein Fast-Food-Gericht, das aus einer warmen Brühwurst mit weiteren Zutaten in einem weichen Weizenbrötchen besteht.

Geschichte und Etymologie

Hotdog-Stand 1920 in den USA

Die Stadt Frankfurt am Main beansprucht die Erfindung des Hotdogs für sich. Er soll dort 1847 vom Coburger Metzger Johann Georg Hehner erfunden worden sein; damit war diese Speiseform der Vorläufer des 1852 eingeführten Frankfurter Würstchens. Der Hotdog in seiner heutigen Form wurde 1867 in Coney Island vom deutschen Migranten Charles Feltman kreiert. Der Hannoveraner kam 1856 in Brooklyn an und wurde zunächst Kuchenverkäufer. Danach steckte er eine Grillwurst in ein Brötchen und beauftragte einen Stellmacher, ihm einen Handkarren mit Herdplatte zu konstruieren, von dem aus er dieses Fast Food verkaufte.[1] Im ersten Jahr soll er über 4000 Hotdogs verkauft haben.[2] Der enorme Erfolg ließ ihn 1871 das Feltman Restaurant and Beer Garden als stationäres Restaurant eröffnen, 1901 vergrößerte er es zum Feltman’s German Gardens mit 1200 Bedienungskräften. Er hinterließ nach seinem Tod ein Vermögen von einer Million US-Dollar.[3]

Der Name „Hotdog“ stammt nicht – wie häufig zu lesen ist – von dem Cartoonisten Thomas Aloysius „Tad“ Dorgan, der eine Karikatur mit einem Dackel in einem Frankfurter Brötchen angefertigt haben soll.[4] Vielmehr berichtete der Artikel Die Entführung des nächtlichen Speisekarrens in der Oktober-Ausgabe 1895 des Magazins Yale Record über Studenten, die „zufrieden Hotdogs kauten.“[5] Es war wohl nicht immer nur ein Gerücht, dass in jenen Tagen die Würste aus Hundefleisch bestanden. Der US-amerikanische Kulturhistoriker Andrew F. Smith weist darauf hin, dass deutschstämmige Metzger in den USA bekannt dafür gewesen seien, „wurstförmige Hunde“ zu halten, nämlich Dackel. Diese Tatsache habe gewisse Assoziationen zwischen deutschen Würstchen und Hunden gefördert.[6] Im Oktober 1893 hatte der Hotdog bei der Chicagoer Weltausstellung seinen amerikanischen Siegeszug angetreten. Seit 1916 wird jedes Jahr am US-amerikanischen Nationalfeiertag in New York City ein Internationales Hot-Dog-Wettessen ausgetragen.

Zubereitung

Ein Hotdog besteht aus einem erwärmten Brühwürstchen in einem länglichen, meist weichen Weizenbrötchen, das üblicherweise getoastet oder gedämpft wird. Das Hotdogbrötchen wird zur Hälfte der Länge nach aufgeschnitten und ggf. erhitzt. Danach legt man das heiße Würstchen hinein und garniert es mit den Saucen (Ketchup, Senf, Mayonnaise usw.). Häufig werden auch noch weitere Zugaben, etwa Röstzwiebeln, Essiggurken, Sauerkraut oder Krautsalat in das Brötchen gegeben.

Varianten

Dänischer Hotdog mit Röstzwiebeln
Die färöische Küche hat den Hotdog des Mutterlandes Dänemark übernommen; hier gehört immer Rotkohl dazu.

In Dänemark und teilweise auch in Schweden wird der Hotdog mit leuchtend rot eingefärbten Würstchen (Røde Pølser) hergestellt und kogt (gebrüht) oder risted (gebraten) angeboten – stets ohne Mayonnaise. Der dänische Hotdog wird zumeist mit Röstzwiebeln, gehackten Zwiebeln und süßsauer eingelegten Gewürzgurken-Scheiben garniert. Als Saucen werden Ketchup, milder Senf und dänische Remoulade, die Blumenkohl enthält,[7] verwendet. Der wohl bekannteste Imbiss Dänemarks, der Hotdogs verkauft, ist Annies Kiosk.

In Deutschland hingegen wird das Gericht meist mit Frankfurter oder Wiener Würstchen zubereitet, zum Teil auch mit einer Frikandel. In Frankreich, Österreich und der Schweiz nimmt man statt eines Brötchens in der Regel ein Stück Baguette bzw. ein kleines Weißbrot mit Kruste, in das an einem Ende ein Loch gebohrt wird. In dieses Loch wird die Wurst hineingesteckt und ist somit – entgegen der amerikanischen Variante – vollständig vom Brötchen bedeckt. In Österreich werden allerdings statt Frankfurtern auch andere Wurstarten (z. B. Bratwurst, Käsekrainer) beim Würstelstand verwendet.

Francheezie mit Pommes frites, Chicago
Completo italiano, ein chilenischer Hotdog

In den USA wird der Hotdog meist auf einem Roller Grill gegart. So bekommt die Wurst einen besonderen Grillgeschmack. Amerikanische Hotdogs werden mit speziellen Pickled Gherkins (Gurkenscheiben) und Relishes (Sweet Relish, Hot Pepper Relish oder Corn Relish), häufig mit mildem Senf (Yellow Mustard, die populärste Hotdog-Zutat) oder mit Ketchup serviert. Auch eine Garnitur aus warmem Sauerkraut ist möglich (Nathan’s Famous in New York). Eine Variante des US-Hotdogs ist der sogenannte Corn Dog, ein Würstchen in einem Mantel aus Maisteig (vergleichbar einem Würstchen im Schlafrock), oft auf einem Holzstiel befestigt. Des Weiteren gibt es in den USA viele regional sehr unterschiedliche Varianten, zum Beispiel mit Tomaten, Jalapeños, Käse oder Chili con Carne (Chili Dog).

Bei der in Österreich verbreiteten Bosna handelt es sich um eine spezielle Hotdog-Variante, bei der im Brot anstelle des Wiener Würstchens eine Bratwurst serviert wird. In der DDR (speziell in Ost-Berlin) wurde eine vereinfachte Nachahmung des Hotdog, die sogenannte Ketwurst, angeboten.

In Dänemark, Schweden und auch in der Schweiz und Polen bekannt ist der sogenannte Fransk Hotdog („französischer Hotdog“). Das Brötchen eines Fransk Hotdogs ist etwas rundlicher geformt als ein deutsches Brötchen und besitzt in der Mitte eine Vertiefung, in welche die Soßen eingefüllt und die Wurst gesteckt werden. Ebenfalls in Dänemark gibt es einen sogenannten Müns Hotdog, bei dem es sich vereinfacht gesagt um einen nach erfolgter Zubereitung in kleinere Stücke zerteilten Hotdog handelt, der üblicherweise in Malzessig (ähnlich der englischen HP Sauce) getunkt wird.

Der typische chilenische Schnellimbiss ist der Completo, eine Hotdog-Variante, die mit Sauerkraut oder Krautsalat im Brötchen gereicht und mit Tomatenketchup und dem mild-süßen chilenischen Senf gegessen wird. Eine Variante mit Avocadomus wird als italiano bezeichnet.

In Brasilien gibt es mehrere Varianten. Im Bundesstaat Bahia beispielsweise wird der Hotdog aus Geflügelfleisch hergestellt. Serviert wird der Hotdog mit Mais, geriebenem Parmesankäse und einer Art Kartoffelchips. Der Kunde fügt dann meist Mayonnaise, Ketchup oder Senf hinzu, gegebenenfalls auch Tabascosauce.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bruce Kraig/Paty Caroll, Man Bites Dog: Hot Dog Culture in America, 2012, S. 29
  2. Melitta Weiss Adamson/Francine Segan, Entertaining From Ancient Rome to the Super Bowl, 2008, S. 257
  3. Alexandra Kathryn Mosca, Green Wood Cemetery, 2008, S. 40
  4. David Gerard Hogan, Selling ’em by the Sack, 1999, S. 17
  5. Yale Record vom 19. Oktober 1895, The Abduction of the Night Lunch Wagon; „students contentedly munched hot dogs“; zitiert aus: Becki Mercuri, The Great American Hot Dog Book, 2007, S. 13
  6. Andrew F. Smith, The Oxford Encyclopedia of Food and Drink in America, 2004. Artikel Hot dog, S. 687 ff.
  7. Bettina Cosack: Imbiss: Wo dänische Hotdogs am besten schmecken. In: Berliner Zeitung. 14. Mai 2015, abgerufen am 21. Juni 2015.