Hourly-Forward-Curve

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Die Hourly-Forward-Curve (kurz HFC, „Stundenterminpreis-Kurve“) ist im Energiehandel ein Hilfsmittel, um die Entwicklung von Bezugs- und Lieferperioden aufzuzeichnen. Sie wird beispielsweise basierend auf den aktuellen Großhandelspreisen an der Strombörse European Energy Exchange (EEX) gebildet.

In diesem Zusammenhang wird auch von Hourly Price Forward Curve (kurz HPFC) gesprochen. Eine HPFC ist ein virtuelles Produkt, weil die ausgewiesenen stündlichen Preise nicht am Markt gehandelt werden können. Aus diesem Grund werden zunehmend dynamische HPFC eingesetzt, mit denen das Preisstrukturrisiko einer Stromlieferung zusätzlich berechnet wird.

Auf dem Markt befinden sich zahlreiche Tools, die die HFC bzw. HPFC nutzen, um Strom- und Gashandelspreise auszuwerten.

Stromerzeugungsunternehmen nutzen Hourly Price Forward Curves in Modellen, um die Wirtschaftlichkeit zukünftiger Kraftwerke zu beurteilen. Mit Erzeugungsmarktmodellen wird für die gesamte zukünftige Laufzeit des Kraftwerks für jede einzelne der 8760 Stunden eines Jahres ein Strompreis berechnet und ermittelt, ob es wirtschaftlich sein wird, das Kraftwerk am Netz zu haben.

Berechnung einer HPFC

Die Datengrundlage für eine HPFC Berechnung bilden die End-of-day (EOD) Schlusskurse der jeweiligen Terminpreisprodukte einer Marktregion (zb. für die Marktregion Deutschland sind dies die Phelix Futures). Nebst den Terminpreisen benötigt man auch die historischen, stündlichen Stromspotpreise, d. h. die effektiv realisierten, stündlichen Strompreise für eine spezifische Marktregion.

Ein HPFC Algorithmus zerlegt also im Grunde genommen die täglich gehandelten, standardisierten Strompreisterminprodukte (bspw. ein Baseload Jahreskontrakt von 8760 Stunden à je 50 EUR/MWh) für den gleichen Zeitraum in eine stündliche Auflösung mit dem gleichen Vertragswert (Arbitragefreiheit). Im Unterschied zum Standardprodukt sollen aber bei der HPFC die Marktcharakteristika berücksichtigt werden, d. h. Saisonalitäten, Tagesschwankungen, Intradayvariationen etc.

Die Erzeugung einer HPFC, unter Berücksichtigung sämtlicher gehandelter Strompreisterminprodukte (Baseload/Peakload für Jahres-,Quartals-,Monats-,Wochen-, Wochenend-, und Tagesprodukte) geschieht normalerweise durch Lösung eines grossen linearen Gleichungssystems in welchem die Terminpreisprodukte entsprechend abgebildet sind. Die historischen Stromspotpreise werden benutzt, um die Tages- und Intratagesschwankungen zu modellieren.

Anwendungsbeispiele:

HPFC kann auf unterschiedliche historische Zeiträume kalibriert werden. Dadurch lassen sich z. B. Effekte besser berücksichtigen, die sich aus der steigenden Einspeisung von Solarstrom ergeben.[1]

Benefits:

  • Das Verfahren von HPFC ist transparent, wiederholbar und belastbar
  • Hohe Vergleichbarkeit und Konsistenz in der Bewertung
  • Ausgeklügelter Algorithmus entwickelt die neuen Preise auf Basis der typischen Vergangenheitsverläufe
  • Eine kontinuierliche Bewertung von Marktchancen wird unterstützt
  • Die stundenscharfe HPFC wird täglich kalibriert und kann einen Qualitätscheck enthalten
  • Wichtige Widerspiegelung von erneuerbaren Energien und der Saisonalitäten von Spotpreisen[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hourly Price Forward Curve (HPFC). Abgerufen am 19. November 2019 (deutsch).
  2. Hourly Price Forward Curve (HPFC). Abgerufen am 19. November 2019 (deutsch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]