Hudora

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Hudora GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1919
Sitz Remscheid, Deutschland
Leitung Eike Dornseif (Aufsichtsratsvorsitzender),

Evelyn Dornseif, Maximillian Dornseif (Geschäftsführer)

Mitarbeiter ca. 60 (2016, ohne Produktion) [1]
Branche Sport/Fitness/Freizeit
Website www.hudora.de

Die Hudora GmbH ist ein deutscher Hersteller von Sport-, Spiel- und Freizeitprodukten mit Sitz in Remscheid. Das Familienunternehmen vertreibt in über 30 Ländern auf fünf Kontinenten unter anderem Rollschuhe, Inlineskates, Schlittschuhe, Scooter (Tretroller), Skateboards und Trampoline, aber auch Fußballtore oder Bälle oder Tische für Tischfußball.

Der Firmenname ist eine Abkürzung, bestehend aus jeweils den ersten beiden Buchstaben des Vor- und Nachnamens des Gründers Hugo Dornseif sowie des Gründungsstandortes Radevormwald (Hugo Dornseif Radevormwald). Heute hat Hudora seinen Sitz in Remscheid, wo rund 60 Mitarbeiter circa 40 neue Produkte im Jahr entwickeln.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung bis Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hudora Gebäude 1919

Hudora wurde am 4. August 1919 von Hugo Dornseif als Schlittschuhfabrik gegründet. Ein erster Erfolg des Unternehmens war die Produktion eines Schlittschuhs aus einem Stück im Jahr 1926. Dadurch konnte die Firma in den Profibereich vordringen und Spitzensportler, Weltmeister und Olympiasieger ausstatten.[2] Bald darauf nahm man auch die Fabrikation von Rollschuhen auf, was das Wachstum nochmals beschleunigte. In den 20er Jahren verkaufte Hudora Roll- und Schlittschuhe in ganz Europa. In den 30ern rüstete die Marke diverse Medaillengewinner[3] im Eiskunstlauf aus, etwa die Paarläufer Maxi Herber und Ernst Baier[4].

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Hudora wie andere Betriebe von einer Demontage durch die Alliierten betroffen, ein Teil der Maschinen wurde abtransportiert. Ein weiterer Einschnitt war der Tod von Firmengründer Hugo Dornseif im Jahr 1950. Die Wirtschaftswunder-Jahre brachten auch Hudora mehr und mehr Erfolg. Der 1956 begonnene Trend war eng mit neuen Produkten wie dem Gleitschuh und Rollschuhen mit Gummirollen verknüpft. Hudora entwickelte auch den Kunstlaufrollschuh K50.

Von Hudora ausgestattete Roll- und Eiskunstläufer holten Weltmeistertitel[4], darunter die Paarläufer Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler. Bis in die 1990er blieb Hudora Ausrüster von Spitzensportlern im Eiskunstlauf, so von Manfred Schnelldorfer, Gabriele Seyfert, Rudi Cerne, Dagmar Lurz, Norbert Schramm und Katarina Witt.[4]

1968 trat Gründerenkel Eike Dornseif in die Geschäftsführung von Hudora ein. Er setzte sich als erster in Deutschland für eine Standardisierung von Roll- und Schlittschuhen nach DIN ein. Der enge internationale Wettbewerb führte dazu, dass der wirtschaftliche Druck wuchs und der Fertigungsstandort Deutschland für Hudora schwer zu halten war. Das Unternehmen baute deshalb Kontakte in den damaligen „Ostblock“ auf und kaufte dort zunächst Lederstiefel für Schlittschuhe, später auch für Rollerboots.

1980 wurde aus dem Hudora-Werk Hugo Dornseif die Hudora GmbH. Evelyn Dornseif übernahm die Geschäftsführung. Sie engagiert sich in der Region in der Bergischen IHK in Wuppertal.

Achtziger Jahre bis heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1984 wurde die Fertigung in Radevormwald eingestellt. Gleichzeitig ging Hudora eine Kooperation mit dem größten Schlittschuhhersteller der Welt ein: SLM, St. Lawrence Manufacturing Company, Quebec, Kanada. Neue Trendsportprodukte wie Rollerboots, Skateboards und Inlineskates erweiterten das Sortiment, zudem schloss Hudora Kooperationspartnerschaften in Fernost ab. 1998 gab das Unternehmen den Standort in Radevormwald auf und verlegte den Firmensitz in ein neues Gebäude nach Remscheid. Mit dem Inliner-Boom zur Jahrtausendwende begann der Absatz im Trendsport deutlich zu wachsen: Zwischen 2000 und 2002 brachte Hudora jeweils fast 1 Million Inlineskates pro Jahr auf den Markt, mehr als jeder andere Hersteller in Deutschland.[5]

Das Hudora Gebäude 2015

Gleichzeitig begann der Scooter den Markt zu erobern, auch in diesem Segment wurde Hudora dank eines an der Universität Wuppertal neu konstruierten Verschlusses für den „Hudora Big Wheel“ führend.[5] Damit einher ging eine fundamentale Veränderung der Unternehmensausrichtung: Statt Roll- und Gleitsportartikel für den Leistungssport zu fertigen, bot Hudora nun unter dem Slogan Wir bewegen Menschen Sport- und Freizeitgeräte für die ganze Familie und alle Altersgruppen an. Seither hat sich nicht nur die Produktpalette kontinuierlich vergrößert[6], auch die Absatz- und Mitarbeiterzahl des Unternehmens wuchsen beständig und die Internationalisierung der Marke schritt voran.

2007 wurde das Tochterunternehmens Hudora Asia Ltd. mit Sitz in Hongkong gegründet. Im gleichen Jahr wurde Dr. Maximillian Dornseif, Sohn von Eike und Evelyn Dornseif, Geschäftsführer der Hudora GmbH.[4] Mit ihm ist mittlerweile die vierte Generation der Familie Dornseif in der Leitung der Firma aktiv. Dr. Dornseif begann mit der Anpassung des Unternehmens an IT-basierte Unternehmensabläufe.

2013 wurde in Remscheid direkt am Firmensitz die Markenerlebniswelt Hudora – Der Laden eröffnet. 2014 führte das Unternehmen das Online-Händlerportal Hudora Express ein.

Hugodrom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2017 eröffnete Hudora das Hugodrom[7] – ein Indoor Action Park auf einer 800 qm großen Fläche, direkt am Firmensitz in Remscheid. Das Hugodrom ist eine Erweiterung des Hudora-Ladens und umfasst unterschiedliche Angebote rund um das Thema Bewegung für alle. Vor Ort gibt es u.a. eine Indoor Kunsteisbahn, ein Pumptrack zum Testen von Skateboards und Scootern, eine Kletterwand bis zu Stufe 7+, Tischtennisplatten, Trampoline, Slackline und Balance Boards.

Nachhaltigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachhaltigkeit ist eine Maxime des Unternehmens.[1] So verbindet Hudora faire Arbeitsbedingungen mit hohem ökologischen Anspruch in allen Unternehmensbereichen und dem Produktversprechen erstklassiger Qualität. Hudora engagiert sich unter anderem als Mitglied in der BSCI (Business Social Compliance Initiative) für die Einhaltung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern. Weiterhin ist Hudora durch seine gesicherte Lieferkette zertifizierter Wirtschaftsbegleiter (AEO).[8]

Viele Hudora-Produkte bestehen aus Holz, das aus FSC-zertifizierter, nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.[9] Durch das gesamte Unternehmen fließt ausschließlich Ökostrom von Greenpeace Energy. Zur Sicherstellung der Qualität werden die Waren und ihr Herstellungsprozess fortlaufend von unabhängigen Prüfinstituten überwacht.[10] Hier erzielt das Unternehmen regelmäßig sehr gute Beurteilungen. Hudora ist außerdem an der Erstellung von Sicherheitsstandards in Deutschland und auf europäischer Ebene beteiligt.[11]

Weitere Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mit der Marke HORNET ist das Unternehmen mit einer preisgünstigeren Zweitmarke vertreten. Das Sortiment ist ähnlich dem der Marke HUDORA, umfasst aber weniger Artikel.
  • Nach der Idee der Geschäftsführerin Evelyn Dornseif entwickelte HUDORA im Jahr 2000 mit joey eine eigene Kindermarke, deren Logo ein Känguru ist.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Hudora.de, abgerufen am 24. April 2017
  2. Beate-Carola Padtberg: Die Wirtschaftsgeschichte des Oberbergischen Kreises, S. 126
  3. markt+wirtschaft IHK Köln, Nr.1/1994, S. 56
  4. a b c d Die Kurve gekriegt auf Welt.de, abgerufen am 20. Juli 2017.
  5. a b Unternehmensangabe, erhalten am 1. Juni 2017
  6. Produktkataloge Hudora GmbH seit 1998.
  7. Hudora.de, abgerufen am 24. April 2017.
  8. http://ec.europa.eu, abgerufen am 9. Juni 2017.
  9. http://info.fsc.org, abgerufen am 9. Juni 2017
  10. kinderwelt.online, abgerufen am 24. April 2017.
  11. www.optitrade.ch, abgerufen am 24. April 2017.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Padtberg, Beate-Carola: Die Wirtschaftsgeschichte des Oberbergischen Kreises: ein Lesebuch zur Regionalgeschichte, Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln, Köln 2000 (= Schriften zur rheinisch-westfälischen Wirtschaftsgeschichte, Bd. 41), ISBN 3933025362

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]