Huttoniidae

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Huttoniidae
Huttonia sp. male.jpg

Huttoniidae

Systematik
Unterstamm: Kieferklauenträger (Chelicerata)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Palpimanoidea
Familie: Huttoniidae
Wissenschaftlicher Name
Huttoniidae
Simon, 1893
Gattungen

Die Huttoniidae sind eine Familie der Spinnen, die auf Neuseeland leben. Einzige bisher beschriebene Art ist Huttonia palpimanoides.

Beschreibung und Merkmale[Bearbeiten]

Huttoniidae sind vier bis fünf Millimeter lang. Der Carapax des Prosoma ist abgerundet ohne abgesetzte Kopfregion, das Opisthosoma (der Hinterleib) oval und deutlich länger als breit. Am Prosoma sitzen acht Augen in zwei Reihen, wobei die vorderen deutlich kleiner sind als die hinteren. Die Cheliceren sind kurz, aber kräftig gebaut mit kegelförmigen Fortsätzen in Opposition zur kurzen Klaue, aber ohne echte Zähne. Die Öffnung der Giftdrüse im Klauenglied der Chelicere sitzt auf einen kurzen, lappenförmigen Anhang nahe von dessen Spitze, die Drüse selbst liegt im Prosoma. Die Endite (Kauladen des Basalglieds der Pedipalpen) treffen sich in der Mitte vor der Spitze des dreieckigen Labiums. Das Sternum ist schildförmig und wenig länger als breit, die Hüften (Coxen) des vierten Beinpaars sind breit getrennt. Am Hinterleib sitzen gefiederte Haare, am Ende trägt er sechs funktionstüchtige Spinnwarzen. Die produzierte Spinnseide ist ecribellat. Die Beine besitzen drei Klauen. Nur die hinteren beiden Beinpaare tragen Sporne. Tarsi und Metatarsi der ersten beiden Beinpaare tragen in Reihen gestellte, spatelförmige Haare, aber keine echten Scopulae. Der Metatarsus des dritten Beinpaars trägt in beiden Geschlechtern einen kurzen Borstenkamm. Beim Männchen tragen die Endglieder der Pedipalpen keine Sporne oder Vorsprünge. Der Bulbus ist in einer tiefen Höhlung des Cymbium verborgen und in Ruhelage durch Haare verdeckt und nicht sichtbar, der Embolus ist in der Regel relativ kurz und trägt Dornen, bei einer (unbeschriebenen) Art ist er verlängert. Die Geschlechtsorgane der Weibchen sind einfach, ohne äußerlich erkennbare Strukturen und damit ohne Epigyne, ein nicht sklerotisiertes zentrales Receptaculum wird beiderseits von einer sklerotisierten Platte eingefasst.

Biologie und Lebensweise[Bearbeiten]

Die Spinnen sind Habitatspezialisten, sie leben auf niedrigen, abgestorbenen Farnwedeln im Regenwald. Dort bauen sie einen beutelförmigen Schlupfwinkel. Von dort aus jagen sie ihre Beute frei ohne Hilfe eines Netzes. In Gefangenschaft sind sie mit zahlreichen kleinen und weichhäutigen Insekten oder auch mit den am Boden des Regenwalds in ihrem Lebensraum nicht seltenen landlebenden Flohkrebsen zu ernähren.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Familie ist endemisch in Neuseeland und gilt dort in geeigneten Lebensräumen als weit verbreitet.

Taxonomie[Bearbeiten]

Es ist nur eine rezente Art beschrieben: Huttonia palpimanoides. Aus dem von ihr bewohnten Lebensraum sind aber eine Reihe morphologisch gut unterscheidbarer weiterer, bisher unbeschriebener, Arten bekannt, von denen möglicherweise einige in eine zweite Gattung gestellt werden müssen. Weitere der Familie zugeordnete Tiere sind in kreidezeitlichen kanadischem Bernstein gefunden worden, ohne dass bisher Arten beschrieben worden wären.[1]

Huttonia palpimanoides wurde 1879 von dem britischen Geistlichen und Arachnologen Octavius Pickard-Cambridge nach einem Weibchen beschrieben, das ihm ein Captain Hutton aus Dunedin, Neuseeland zugesandt hatte. Danach wurde fast hundert Jahre kein weiteres Exemplar gefunden. Der französische Arachnologe Eugène Simon stellte für die Art eine eigene monotypische Unterfamilie der Familie Palpimanidae auf, die von Alexander Iwanowitsch Petrunkewitsch in die Familie Zodariidae transferiert wurde. Raymond R. Forster und Norman I. Platnick erhoben sie 1984 zur eigenständigen Familie. Die wenig untersuchte Familie bildet nach morphologischen Kriterien mit den Stenochilidae und Palpimanidae eine Klade.

Quellen[Bearbeiten]

  • Raymond R. Forster & Norman I. Platnick (1984): A review of the archaeid spiders and their relatives, with notes on the limits of the superfamily Palpimanoidea (Arachnida, Araneae). Bulletin of the American Museum of Natural History Volume 178, article 1: 1-106, figures 1-394. PDF download

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. David Penney & Paul A. Selden (2006): First fossil Huttoniidae (Arthropoda: Chelicerata: Araneae) in late Cretaceous Canadian amber. Cretaceous Research 27: 442-446. doi:10.1016/j.cretres.2005.07.002

Weblinks[Bearbeiten]