Kurzschwanz-Rattenigel

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Kurzschwanz-Rattenigel
Hylomys suillus - Naturmuseum Senckenberg - DSC02077a.JPG

Kurzschwanz-Rattenigel (Hylomys suillus)

Systematik
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Insektenfresser (Eulipotyphla)
Familie: Igel (Erinaceidae)
Unterfamilie: Rattenigel (Galericinae)
Gattung: Kleine Rattenigel (Hylomys)
Art: Kurzschwanz-Rattenigel
Wissenschaftlicher Name
Hylomys suillus
Müller, 1840

Der Kurzschwanz-Rattenigel (Hylomys suillus) ist eine Art der Kleinen Rattenigel innerhalb der Igel (Erinaceidae), die in Ost- und Südostasien heimisch ist. Die Tiere leben vor allem in feuchten Bergwäldern und ernähren sich von Insekten und anderen wirbellosen Tieren. Eine Gefährdung der Art besteht nicht, man nimmt stattdessen an, dass sie sehr anpassungsfähig gegenüber Veränderungen des Lebensraumes ist.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kurzschwanz-Rattenigel erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 12 bis 15 Zentimetern und eine Schwanzlänge von etwa 1,9 Zentimeter. Die Hinterfüße haben eine Länge von 23 bis 25 Millimeter.[1] Der Körper ist rattenähnlich, allerdings etwas gedrungener und die Schnauze ist sehr spitz. Das Fell ist in der Regel dunkel und rötlich schwarz gefärbt, wobei die Bauchseite deutlich heller ist. Auf dem Rücken können sich feine schwarze Linien befinden. Im Vergleich zum nahe verwandten Hainan-Rattenigel, einem Endemiten der Insel Hainan, hat die Art wie alle Kleinen Rattenigel einen sehr kurzen Schwanz. Auch innerhalb der Gattung Hylomys ist der Schwanz mit 10 bis 15 % der Körperlänge jedoch kürzer als bei den anderen Arten. Die Ohren sind mit rund 10 % der Körperlänge ebenfalls vergleichsweise kurz.[1] Wie bei allen Kleinen Rattenigeln ist die Schnauze beweglich und verlängert und dient dazu, im Erdboden nach Nahrung zu suchen. Äußerlich ähnelt die Art einem kleinen Nagetier.

3 · 1 · 4 · 3  = 44
3 · 1 · 4 · 3
Zahnformel des Kurzschwanz-Rattenigels

Das Gebiss besteht oberseits und unterseits aus jeweils drei Schneide-, einem Eck-, vier Vormahl- und drei Mahlzähnen pro Kieferhälfte, insgesamt also 44 Zähnen.[1]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbreitungsgebiet des Kurzschwanz-Rattenigels

Der Kurzschwanz-Rattenigel ist die am weitesten verbreitete Art der Kleinen Rattenigel, sein Verbreitungsgebiet umfasst weite Teile von Südostasien. Es reicht vom Südosten der Provinz Yunnan in der Volksrepublik China[1] über den Osten und Süden von Myanmar, Laos, Vietnam, den Norden Kambodschas und den größten Teil von Thailand bis zum Festlandteil von Malaysia. Zudem umfasst es Teile der Inseln Tioman, Sumatra, Java und Borneo.[2]

Die Art kommt häufig im Bergland vor und konnte auf dem asiatischen Festland in Höhen von 90 bis über 1700 Metern (Mount Kinabalu, Malaysia) nachgewiesen werden. Auf Sumatra wurde die Art in mehr als 3000 Metern Höhe dokumentiert.[2]

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Lebensweise des Kurzschwanz-Rattenigels ist kaum etwas bekannt. Sein Lebensraum sind feuchte Berg- und Gebirgswälder mit dichtem Unterholz und Bodenauflage in tropischen und subtropischen Regionen.[1] In Laos wurden er jedoch auch in degradierten Gebüschflächen nachgewiesen, sodass man davon ausgeht, dass er sich relativ gut an anthropogen veränderte Lebensräume anpassen kann.[2] Die Tiere halten sich meist am Boden auf, können auf der Suche nach Früchten und Beeren etwa von Feigen- oder Melastoma-Arten jedoch auch in Gebüsche klettern. Die Hauptnahrung besteht jedoch vorrangig aus Insekten, Schnecken und Würmern, die am Boden erbeutet werden. Die Tiere bauen Pfade im Untersholz sowie Baue aus Pflanzenmaterial in Erdhöhlen oder unter Steinen.[2][1]

Die Fortpflanzungszeit und die Anzahl der Jungtiere variiert wahrscheinlich abhängig von der Region und der Höhe. Berichtet wurde von zwei bis sechs Jungtieren pro Wurf.[1] Die Lebensdauer beträgt in der Regel maximal zwei Jahre.[2]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hylomys suillus wird als eigenständige Art den Kleinen Rattenigeln (Hylomys) innerhalb der Igel (Erinaceidae) zugeordnet.[3] Insgesamt werden sieben Unterarten anerkannt, neben der Nominatform H. s. suillus sind dies H. s. maxi, H. s. dorsalis, H. s. siamensis, H. s. peguensis, H. s. microtinus und H. s. tionis. Auf der Basis von molekularbiologischen Untersuchungen könnten jedoch H. s. siamensis, H. s. maxi und H. s. dorsalis auch eigene Arten darstellen.[3]

Gefährdung und Schutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art wird von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) aufgrund des sehr großen Verbreitungsgebiets als nicht gefährdet (least concern) gelistet.[2] Es handelt sich um eine weit verbreitete und in Teilen ihres Areals häufige Art, ernsthafte Bedrohungen für den Bestand sind nicht bekannt.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Short-Tailed Gymnure. In: Andrew T. Smith, Yan Xie (Hrsg.): A Guide to the Mammals of China. Princeton University Press, Princeton NJ u. a. 2008, ISBN 978-0-691-09984-2, S. 296.
  2. a b c d e f g Hylomys suillus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2012.2. Eingestellt von: F. Chiozza, 2008. Abgerufen am 3. Januar 2013
  3. a b Hylomys suillus. In: Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 2 Bände. 3. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4.