Hypochlorite

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lewis-Struktur des Hypochlorit-Anions

Ein Hypochlorit ist ein Salz (zum Beispiel als Natriumhypochlorit) der Hypochlorigen Säure HClO (auch Unterchlorige Säure). Es enthält das Ion ClO. Chlor liegt hierbei in der Oxidationsstufe +1 vor.

Die organischen Hypochlorite R–OCl sind sehr instabil.[1]

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hypochlorit entsteht neben Chlorid bei der Einleitung von Chlor in wässrige Alkalihydroxidlösungen:

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hypochlorite sind unbeständig. Beispiel: Durch alkalische Katalyse zerfällt Natriumhypochlorit zu Natriumchlorid und Singulett-Sauerstoff (rote Phosphoreszenz):

In Lösung disproportioniert Hypochlorit nach und nach zu Chlorat und Chlorid:

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hypochlorite werden zum Bleichen und Desinfizieren verwendet, siehe auch Javelwasser („Eau de Javelle“, eine wässrige Lösung von Kaliumhypochlorit) und „Eau de Labarraque“ (wässrige Lösung von Natriumhypochlorit).[2] Hypochlorit-Lösungen werden auch zum Desodorieren von Abwässern chemischer Produktionsprozesse benutzt.[3] Weiterhin sind sie Bestandteil des „respiratory burst“ im Rahmen der zellulären Abwehr von Mikroorganismen. Dort werden sie zum Beispiel von der neutrophilen Myeloperoxidase gebildet und ins Phagosom abgegeben.[4]

Im Labor kann Hypochlorit dazu genutzt werden, durch die Haloform-Reaktion Chloroform herzustellen.

Warnhinweis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reinigungs- und Desinfektionsmittel, die Hypochlorite und Chloride enthalten, sollten niemals zusammen mit sauren Reinigern (z. B. Bioreiniger, die Essigsäure enthalten) eingesetzt werden, weil dann giftiges Chlorgas (Cl2) frei wird:[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hypochlorite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Otto-Albrecht Neumüller (Herausgeber): Römpps Chemie Lexikon, Frank’sche Verlagshandlung, Stuttgart, 1983, 8. Auflage, S. 1820, ISBN 3-440-04513-7.
  2. Brockhaus ABC Chemie, VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1965, S. 569.
  3. Otto-Albrecht Neumüller (Herausgeber): Römpps Chemie Lexikon, Frank’sche Verlagshandlung, Stuttgart, 1983, 8. Auflage, S. 898–899, ISBN 3-440-04513-7.
  4. G. Löffler, P. Petrides (Herausgeber): Biochemie und Pathobiochemie, Springer Medizinverlag Heidelberg 2007, S. 974.
  5. Versuchsprotokoll: Reaktion von Sanitätsreinigern