Idiopathische juvenile Osteoporose

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Klassifikation nach ICD-10
M81.5 Idiopathische Osteoporose
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Die Idiopathische juvenile Osteoporose ist eine im Kindes- und Jugendalter auftretende Osteoporose (Knochenschwund) unbekannter Ursache mit meist spontan erfolgender Ausheilung. Die Erkrankung wird nach Beschreibern von 1965[1] auch Dent-Friedman-Syndrom genannt.[2]

Klinik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diagnostische Kriterien sind:

Diagnostik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die charakteristischen Veränderungen an der Wirbelsäule sind bereits auf einfachen Röntgenaufnahmen erkennbar. Eine Knochendichtemessung kann die Demineralisation dokumentieren.

Histologisch finden sich verminderte Osteoidmenge, Rarefizierung der Trabekel und Auflockerungen der Kortikalis.

Differentialdiagnostik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abzugrenzen sind Juvenile idiopathische Arthritis, Juvenile Polyarthritis sowie Osteogenesis imperfecta,[2] oder Essstörungen und Rachitis, ferner die Progressive Pseudorheumatoide Arthropathie. Bei mehrzeitigen Frakturen ist an eine Kindesmisshandlung zu denken.

Therapie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine kausale Behandlung ist nicht bekannt, zum Schutz vor weiteren Frakturen sind Physiotherapie, Muskelaufbau, Vermeiden des Hebens schwerer Lasten wesentlich.

Die Gabe von Kalzium und/oder Vitamin D, Fluorid, Kalzitonin und Bisphosphonat kann zusätzlich indiziert sein.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • W. Catel: Pubertätsfischwirbelkrankheit. In: Kinderärztliche Praxis. Band 22, Nummer 1, Januar 1954, S. 21–26, ISSN 0023-1495. PMID 13152954.
  • F. W. Rathke: Juvenile Osteoporose der WirbelsäuleIn: Zeitschrift für Orthopädie und ihre Grenzgebiete. Band 89, Nummer 1, 1957, S. 40–50, ISSN 0044-3220. PMID 13486840.
  • B. Stöver, F. Ball, A. Walther: Idiopathische juvenile Osteoporose. In: Fortschritte auf dem Gebiete der Röntgenstrahlen und der Nuklearmedizin. Band 121, Nummer 4, Oktober 1974, S. 435–444, ISSN 0015-8151. PMID 4373340.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. C. E. Dent, M. Friedman: Idiopathic Juvenile Osteoporosis. 1965 in: The Quarterly Journal of Medicine 34, S. 177-210 PMID 14319616
  2. a b c B. Leiber: Die klinischen Syndrome. Syndrome, Sequenzen und Symptomenkomplexe. Herausgegeben von G. Burg, J. Kunze, D. Pongratz, P. G. Scheurlen, A. Schinzel, J. Spranger, 7. Auflage. Urban & Schwarzenberg 1990, ISBN 3-541-01727-9
  3. Idiopathische juvenile Osteoporose. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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