Industriebahn der Nickelhütte St. Egidien

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St. Egidien–Callenberg Nord
Spurweite: 900 mm (Schmalspur)
Maximale Neigung: 40 
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St. Egidien
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Ausweiche Lobsdorf
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Bundesautobahn 4
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Bundesstraße 180
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Tagebau Callenberg Süd I
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Tagebau Callenberg Süd II
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Betriebsbahnhof Obercallenberg
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Grubenbahnhof
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Tagebau Callenberg Nord I
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Erzkörper 7
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Tagebau Callenberg Nord II

Die Industriebahn der Nickelhütte St. Egidien war eine schmalspurige Erzbahn mit 900 mm Spurweite in Sachsen. Sie führte von der Nickelhütte St. Egidien zu den Callenberger Nickellagerstätten. In seiner größten Ausdehnung erreichte das Erzbahnnetz eine Länge von zehn Kilometern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erzzug im Tagebau Callenberg (1982)

Bereits Ende des 14. Jahrhunderts wurden in der Umgebung Callenbergs Erze abgebaut, seit dem 17. Jahrhundert wurde im Oberwald selber Nickeleisenstein gefördert. Allerdings kam der Bergbau im 18. Jahrhundert zum erliegen. Ein erneuter Abbau war nach dem Ersten Weltkrieg geplant, kam aber nicht zustande. Als die Wismut nach dem Zweiten Weltkrieg hier nach Pechblende suchte, wurde stattdessen eine große Nickellagerstätte entdeckt.

Da die DDR zunächst vor allem die Schwerindustrie förderte, bestand ein großer Bedarf nach entsprechenden Zuschlagstoffen für die Stahlproduktion. Daher wurde um 1950 der erste Tagebau bei Callenberg aufgeschlossen und es sollte eine Nickelhütte errichtet werden. Als Standort dafür wurde das Gelände nördlich des Bahnhofs St. Egidien ausgewählt, da so ein Eisenbahnanschluss an die Bahnstrecke Dresden–Werdau einfach herzustellen war. Eine Erzbahn sollte den Transport des Nickeerzes von den etwa drei Kilometer entfernten Tagebauen zur Nickelhütte übernehmen.

Um 1960 wurde die Nickelhütte und Schmalspurbahn schließlich in Betrieb genommen. Zunächst wurde die Strecke nur mit Dampflokomotiven befahren, ab Mitte der 1960er-Jahre wurde sie elektrifiziert und es wurden EL 3-E-Lokomotiven eingesetzt.

1990 wurde die Erzförderung eingestellt, letzte Zugfahrten wurden noch bis Sommer 1991 durchgeführt. Bis Mitte der 1990er-Jahre wurde die Strecke vollständig abgebaut. Der Großteil der Fahrzeuge wurde verschrottet, Teile des Gleismaterials noch zum Aufbau der Museumsbahn Schönheide genutzt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]