Leibniz-Institut für Wissensmedien

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Leibniz-Institut für Wissensmedien
Leibniz-Institut für Wissensmedien
Leibniz-Institut für Wissensmedien
Kategorie: Forschungseinrichtung
Mitgliedschaft: Leibniz-Gemeinschaft
Standort der Einrichtung: Tübingen
Art der Forschung: Grundlagenforschung, Anwendungsrelevanz
Fachgebiete: Psychologie
Leitung: Ulrike Cress (Direktorin des Leibniz-Instituts für Wissensmedien)
Mitarbeiter: ca. 120 (Stand: März 2017)
Homepage: http://www.iwm-tuebingen.de

Das Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) Tübingen ist ein außeruniversitäres Forschungsinstitut der Leibniz-Gemeinschaft, das Wissenserwerb und Wissenskommunikation mit digitalen Technologien erforscht.

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) wird untersucht, welche Prozesse bei der menschlichen Informationsverarbeitung ablaufen und wie diese durch digitale Medien beeinflusst bzw. unterstützt werden können.

In zahlreichen Projekten und Kooperationen mit Forschungs- und Praxispartnern leistet das IWM einen Beitrag zur Erforschung, Realisierung und Implementierung innovativer mediengestützter Lehr-/ Lernszenarien. Diese grundlagenorientierte und an sozialen und kognitiven Prozesse orientierte Forschung liefert Erkenntnisse für die Praxis. Dabei adressiert das IWM insbesondere die Praxisfelder Schule, Hochschule, Internetnutzung, Wissensarbeit und Museum. Beispiele dafür sind das Portal e-teaching.org[1], ein Informations- und Qualifizierungsportal zum Einsatz digitaler Medien in der Hochschullehre, das in Zusammenarbeit mit der Universität Tübingen betriebene Tübingen Digital Teaching Lab (TüDiLab)[2] oder die Nutzung interaktiver Tische zur Präsentation von Ausstellungsobjekten in Museen oder zur Kollaborationsunterstützung im Kontext wissensintensiver Arbeit.

IWM Außenansicht

Institut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Forschung gliedert sich in die Bereiche Individuelle Nutzung von Wissensmedien, Soziale Nutzung von Wissensmedien sowie Forschungsbereichübergreifende Aktivitäten.

Gegenstand des Forschungsbereichs Individuelle Nutzung von Wissensmedien sind die wissensbezogenen Nutzungs- und Verarbeitungsprozesse von individuellen Lernenden bei digitalen Informationsangeboten. Der Forschungsbereich gliedert sich in drei Arbeitsgruppen und eine Nachwuchsgruppe. Der Forschungsbereich Soziale Nutzung von Wissensmedien erforscht die Potenziale und Gefahren der Nutzung digitaler Kommunikations- und Kooperationsmedien bei der Zusammenarbeit und beim kollaborativen Wissenserwerb. Er setzt sich aus ebenfalls drei Arbeitsgruppen und einer Nachwuchsgruppe zusammen. Das IWM initiierte 2009 gemeinsam mit der Eberhard Karls Universität Tübingen Deutschlands ersten Leibniz-WissenschaftsCampus Tübingen "Bildung in Informationsumwelten" mit dem Ziel, ein strategisch ausgerichtetes Netzwerk zu schaffen, um die empirische Bildungsforschung in Tübingen weiterzuentwickeln. Dieser wird ab 2017 mit einer engeren inhaltlichen Fokussierung auf das Thema "Kognitive Schnittstellen" fortgeführt[3].

Weiterhin pflegt das IWM intensiven Austausch mit Forschungseinrichtungen im In- und Ausland und ist an folgenden Forschungsverbünden beteiligt: Den Leibniz-Forschungsverbünden Bildungspotenziale, Historische Authentizität, Science 2.0 und Nanosicherheit, der DFG-Forschergruppe Analyse und Förderung effektiver Lehr-Lernprozesse sowie der Exzellenz-Graduiertenschule Learning, Educational Achievement, and Life Course Development (LEAD).

Das Institut fördert die Weiterentwicklung aller MitarbeiterInnen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und ist verpflichtet, die forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) umzusetzen. Im Jahr 2012 erhielt das IWM das Zertifikat audit berufundfamilie, womit weitere Maßnahmen festgelegt sind, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf voranzutreiben. Im Frühjahr 2015 fand die Re-Auditierung erfolgreich statt.

Wissenschaftliche Qualität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Institut ist in ein dynamisches Forschungsumfeld eingebettet. In seiner wissenschaftlichen Leistung orientiert sich das IWM an internationalen Standards und trägt dazu bei, diese maßgeblich weiterzuentwickeln. Als Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft unterliegt das IWM einem spezifischen Qualitätsmanagement. Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft überprüft spätestens alle sieben Jahre die Leistungen jedes der 91 Leibniz-Institute. Für ein umfassendes Evaluierungsverfahren setzt er eine internationale und unabhängige Bewertungsgruppe ein, die vor Ort die Leistungen des zu evaluierenden Instituts überprüft. 2013 durchlief das IWM diese Evaluierung und wurde als „sehr gut“ bis „exzellent“ beurteilt.

Nachwuchsförderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein zentrales Anliegen des IWM ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Seit 2009 bietet das IWM ein strukturiertes Promotionsprogramm mit einem umfassenden Aus- und Weiterbildungsprogramm an, um Promovierenden eine optimale Betreuung und Einbindung in den Forschungsalltag zu ermöglichen. Dieses beinhaltet, dass die Doktorandinnen und Doktoranden Mitglieder einer Arbeitsgruppe des Instituts sind, ihre Arbeitsergebnisse in Fachzeitschriften publizieren und ihre Forschung auf Konferenzen im In- und Ausland präsentieren. Außerdem finden ein wöchentliches Doktorandenkolloquium und regelmäßige Methodenseminare statt. Die Teilnahme am Promotionsprogramm wird den Teilnehmenden zertifiziert.[4]

Daneben übernimmt das IWM eine Vorreiterrolle bei der Förderung von Postdoktorandinnen und Postdoktoranden. Seit 2016 besteht ein Postdoc-Netzwerk am IWM, mit dem Ziel, den beteiligten Personen den Aufbau eines eigenständigen Forschungsprofils zu ermöglichen und sie beim Erwerb damit einhergehender Drittmittel zu unterstützen. Hierfür stehen dem Netzwerk finanzielle Mittel zur Verfügung, die der Vorbereitung von Drittmittelanträgen, Forschungsaufenthalten im Ausland, der Organisation von Workshops, Mentoring und Training, Konferenzbesuchen sowie der Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie dienen.[5]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• Geschäftsführende Direktorin des Instituts: Ulrike Cress
• Vorsitzender des Stiftungsrats: Ministerialrat Walter Kaag
• Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats: Detlev Leutner

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. e-teaching.org
  2. TüDiLab
  3. Leibniz-WissenschaftsCampus "Kognitive Schnittstellen"
  4. IWM-Promotionsprogramm
  5. IWM-Postdocnetzwerk