Interdisziplinäre Wissenschaft

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Unter einer Interdisziplinären Wissenschaft versteht man ein dauerhaft etabliertes fachübergreifendes Wissenschaftsgebiet, dem nicht der Rang einer akademischen Disziplin zugesprochen wird, in dem aber eine bestimmte Form der Arbeitsteilung zwischen Forschenden mit einem Schwerpunkt in den beteiligten Disziplinen charakteristisch ist.

Ursächlich für interdisziplinäre Wissenschaft sind auch wissenschaftsexterne Einflüsse bei der Auswahl und Formulierung von Forschungsgegenständen; die Wahl der Fragestellungen sowie deren Bearbeitung werden jedoch, in Abgrenzung zur Transdisziplinarität, im innerwissenschaftlichen Diskurs begründet. Häufig findet sich in interdisziplinären Wissenschaften eine feste Form der Arbeitsteilung. Insbesondere werden mit Methoden aus einer Disziplin (z. B. Physik) Forschungsfragen einer anderen Disziplin (z. B. Biologie) bearbeitet. Zentral ist die Ausbildung eines gemeinsamen Kriteriensystems (mit dem z. B. die Qualität der Forschungsarbeit bewertbar wird) sowie die Erarbeitung einer gemeinsamen Verständigungsbasis.

Beispiele einer interdisziplinären Wissenschaft sind etwa die Biophysik, die Literatursoziologie, die Parteienforschung oder die Molekularbiologie. Ähnlich wird der Begriff Anthropologie auch als Oberbegriff für die vielfältigen Disziplinen und Schulen der Humanwissenschaften verwendet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jungert, Michael/Romfeld, Elsa/Sukopp, Thomas/Voigt, Uwe (Hg.): Interdisziplinarität. Theorie, Praxis, Probleme. Darmstadt 2010.
  • Laudel, Grit: Interdisziplinäre Forschungskooperation : Erfolgsbedingungen der Institution Sonderforschungsbereich. Berlin 1999.
  • Frodeman, Robert/Thompson Klein, Julie/Mitcham, Carl (Hg.): The Oxford Handbook of Interdisciplinarity. Oxford 2010.