Sozioökonomie

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Die wissenschaftliche Disziplin Sozioökonomie beschäftigt sich mit der Untersuchung von wirtschaftlichen Aktivitäten und ihrem Verhältnis zu gesellschaftlichen Prozessen, um so die soziale Wirklichkeit erklären und beschreiben zu können. Als interdisziplinäre Forschungsrichtung greift sie dabei auf Theorien und Methoden aus einer Vielzahl an weiteren Disziplinen zurück, u. a. auf die Wirtschaftswissenschaften, Soziologie, Geschichtswissenschaft und die Managementtheorie.

Geschichte[Bearbeiten]

Aus der Tatsache, dass Sozioökonomie ein relativ junger Spezialbereich der Sozialwissenschaften ist, der sich erst im späten 20. Jahrhundert entwickelt hat, ergibt sich, dass an Hochschulen und Universitäten aktuell keine eigenen Institute für Sozioökonomie existieren. An der Universität Augsburg wurde von 1971 bis 2000[1] ein Studiengang „Sozioökonomie“ mit dem Abschluss „Diplom-Ökonom“ angeboten. Als Schwerpunkte aus dem sozialwissenschaftlichen Bereich konnten u. a. aus folgenden Fächern gewählt werden:

  • Ökonomische Psychologie
  • Personalwesen
  • Empirische Sozialforschung
  • Allgemeine Sozioökonomie

Im Zuge der Neuausrichtung der wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge wurde das sozioökonomische Institut aufgelöst, die Lehrstühle in das Institut für Betriebswirtschaftslehre bzw. in die philosophische Fakultät integriert. Der Studiengang „Sozioökonomie“ lief im Jahre 2000 aus.

In Deutschland hat sich ein ähnlicher Wissenschaftsbereich mit dem Namen Sozialökonomie etabliert. In Europa bietet die Wirtschaftsuniversität Wien seit dem Studienjahr 2002 die Möglichkeit an, Sozioökonomie zu studieren. Ab dem Wintersemester 2006 gibt es die Möglichkeit, im Rahmen des Bachelor-Studiums der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften einen Studienzweig (Schwerpunkt) Volkswirtschaft/Sozioökonomie zu wählen. Ab dem Wintersemester 2010 startet ein Masterprogramm zur Sozioökonomie. Am Fachbereich Sozialökonomie der Universität Hamburg,[2] als Nachfolger der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (HWP) kann interdisziplinär Sozialökonomie (Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Rechtswissenschaft und Soziologie) zu den Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft, Wirtschaft und Politik studiert werden.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Etzioni, A. (2003): Toward a new socio-economic paradigm. In: Socio-Economic Review, No.1, S. 105-134
  • Oppolzer, Alfred: Sozialökonomie: Zu Gegenstand, Begriff und Geschichte. In: Sozialökonomische Beiträge. Zeitschrift für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. 1. Jg. Hamburg. 1/1990, Seite 6–29.
  • Langthaler, Ernst: Was heißt Sozialökonomie? Skriptum-1.pdf (Skriptum-1\374). Universität Wien 2009. Download des PDF

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pressemitteilung der Uni Augsburg
  2. Studieren ohne Abi. Gesellschaft der Freunde und Förderer des FB Sozialökonomie (HWP) e.V.: [1]
  3. Fachbereich Sozialökonomie der Universität Hamburg: [2]