Iris-Heterochromie
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| Q13.2 | Sonstige angeborene Fehlbildungen der Iris |
| H21.2 | Degeneration der Iris und des Ziliarkörpers |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |

Als Iris-Heterochromie (Heterochromia iridis) bezeichnet man die Verschiedenheit beider Regenbogenhäute der Augen durch Störung der Pigmentierung. Das betreffende Lebewesen hat folglich zwei verschiedene Augenfarben.
Terminologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Fachliteratur spricht man auch bei flächenhaften (ringförmigen oder sektoriellen) Farbvariationen innerhalb einer einzigen Iris von einer (partiellen) Heterochromie, ein Befund, den man öfter antrifft und den deutsche Augenärzte eher als „Iris bicolor“[1] oder zweifarbige Iris bezeichnen. Einseitige Farbveränderungen der Regenbogenhaut können auch durch Blutaustritte (Grünfärbung) oder durch Eisenablagerungen (Braunfärbung) verursacht werden.[1]
Einfache Form
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Geringe Farbunterschiede sind die Regel, deutliche sind selten. Durch den Pigmentmangel wirkt das betroffene Auge meist etwas heller (blauer), es kann jedoch auch dunkler erscheinen (Heterochromia inversa).[1] Die einfache Heterochromie führt nicht zur Sehverschlechterung.
Heterochromia complicata
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei Heterochromie kann sich am betroffenen Auge eine Fuchs Heterochrome Iridozyklitis entwickeln. Dabei handelt es sich um eine chronisch voranschreitende, therapeutisch kaum beeinflussbare Irisentzündung. Bei fortschreitender Erkrankung kommt es zu einer Linsentrübung bis hin zum Grauen Star (Cataracta complicata), der aber gut operabel ist.
Waardenburg-Syndrom
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Beim Waardenburg-Syndrom tritt die Iris-Heterochromie in Verbindung mit einer Innenohrschwerhörigkeit auf. Dieses Syndrom wird (autosomal dominant vererbt).
Heterochromie in KZ-Experimenten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Nationalsozialismus versuchte Karin Magnussen erfolglos, angeborene Heterochromie im KZ Auschwitz in Menschenversuchen zu heilen.[2]
Galerie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]-
Zweifarbige Iris,
(sog. „zentrale Heterochromie“): Äußere Iris grün, Ring um die Pupille gelblich-braun. -
Iris mit lokaler Pigmentstörung
(sog. „sektorielle Heterochromie“) -
Iris-Heterochromie bei einer Katze
-
Iris-Heterochromie bei einem Border-Collie-Welpen mit dem Merle-Faktor
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b c Fritz Hollwich: Augenheilkunde. Ein kurzgefasstes Lehrbuch mit 487 Prüfungsfragen und Schlüssel zum Gegenstandskatalog. 8., neubearbeitete Auflage. Thieme, Stuttgart 1976, ISBN 3-13-355108-6.
- ↑ Augen aus Auschwitz. In: hans-hesse.de. Abgerufen am 24. März 2017.