Israel Antiquities Authority

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Modell der 2012 eingeweihten IAA Campusanlage

Die Israelische Altertümerbehörde (hebräisch רָשׁוּת הָעַתִּיקוֹת Raschūt ha-ʿAttīqōt, deutsch ‚Altertümerbehörde‘; arabisch دائرة الآثار, DMG Dā'irat al-'Āṯār; englisch: Israel Antiquities Authority [IAA]) ist eine unabhängige israelische Behörde, die für die Durchsetzung des Gesetzes zum Schutz israelischer Altertümer und archäologischer Funde zuständig ist. Der Hauptsitz ist in Jerusalem. Die IAA wurde 1948 als Israel Department of Antiquities gegründet und 1990 umbenannt.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die IAA regelt und überwacht Ausgrabungen, sorgt für die Erhaltung des archäologischen Kulturerbes, fördert die archäologische Forschung und vergibt Ausgrabungsgenehmigungen.

Die IAA war bis 2012 in verschiedenen Gebäuden des Rockefeller-Museums untergebracht. Das neue IAA Gebäude Jay and Jerome Schottenstein National Campus for the Archaeology of Israel (הַקִּרְיָה הַלְּאֻמִּית לָאַרְכֵיְאוֹלוֹגְיָה שֶל אֶרֶץ יִשְׂרָאֵל ha-Qirjah ha-L'ummīt la-Archej'ōlōgjah schel 'Erez Jisra'el) wurde ab 2006 mit dem Ziel gebaut, alle zentralen Verwaltungsbüros der IAA in einem Gebäudekomplex zu konzentrieren.[1] Der Campus befindet sich auf rund 20.000 Quadratmetern zwischen dem Israel-Museum und dem Bible Lands Museum Jerusalem. Gebaut wurde das IAA Gebäude vom Architekten Mosche Safdie. Die Einweihung fand im Oktober 2012 statt. Anfang 2014 war der gesamte Umzug der IAA ins neue Gebäude abgeschlossen. Das gesamte Gelände und die Gebäude wurden von der Familie Schottenstein finanziert.

Das Department der Israel Antiquities Authority legt im Allgemeinen die Richtlinien und Gesetzesentwürfe zur Naturschutzpolitik, zu Natur- und Denkmalschutz in den antiken Städten fest, um das bauliche und kulturelle Erbe des Landes Israel zu bewahren. Die IAA hat erheblichen Einfluss auf die Entwicklung und Erhaltung der Gebäude in historischen Städten, wie zum Beispiel Safed, Shefar'am, Ramla, Tiberias, Be’er Scheva und Jaffa.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vorstandsvorsitzende der IAA ist derzeit Yvonne Friedmann.[2] Das Management der IAA setzt sich zusammen aus dem Direktor, dem stellvertretenden Direktor für Archäologie, den IAA Regionalbüros Northern Region, Central Region, Jerusalem Region, Region Süd und der maritimen Archäologie Unit mit Spezialabteilungen wie:

  • Abteilung für Ausgrabungen und Surveys
  • Behandlungsabteilung für Artefakte (archäologische, ethnographische und skulpturale) mit eigenem Conservation Department zur Objekt-Erhaltung
  • Abteilung für Nationalschätze
  • IT-Abteilung
  • Publications Department (Presseabteilung)
  • Archivabteilung mit eigener Bibliothek
  • Finanzverwaltung

Direktoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entdeckungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die IAA gab im Februar 2015 bekannt, dass Hobbytaucher zufällig fast 2000 Münzen aus der Zeit der Fatimiden (909 bis 1171 n. Chr.) auf dem Hafengrund des antiken Caesarea gefunden haben. Dabei handelt sich um den größten je in Israel gefundenen Goldschatz und wiege rund neun Kilo.[3][4]
  • Im März 2015 haben Höhlenwanderer in einer Tropfsteinhöhle im Norden Israels in einer Nische des Gewölbes ein Versteck mit antiken Münzen sowie Objekten aus Silber und Bronze gefunden. Unter den Fundstücken seien zwei Silbermünzen, die aus der Zeit Alexanders des Großen (356 – 323 v. Chr.). Neben den Münzen wurden mehrere Ringe, Armreifen und Ohrringe sowie anderer Schmuck aus Silber entdeckt. Der genaue Fundort wurde aus Sicherheitsgründen geheim gehalten.[5][6]
  • Im Oktober 2019 wurde die Entdeckung von Überreste einer 1.500 Jahre alten Kirche im Stil einer Basilika in Bet Schemesch bekannt gegeben. Das Gotteshaus ist verziert mit Mosaikböden, die mit Blättern, Früchten, Vögeln und Pflanzen gestaltet sind und griechischen Inschriften. Die Wände waren zum Zeitpunkt der Nutzung mit bunten Fresken und hohen Säulen geschmückt. Die Hauptphase des Baus erfolgte während der Herrschaft von Kaiser Justinian I., der von 527 bis 565 regierte. Später, unter Kaiser Tiberios I. (574–582), wurde eine Seitenkapelle hinzugefügt., eine Inschrift erwähnt seine Spende.[7]
  • Im Januar 2020 haben Archäologen in der Davidstadt, dem ältesten besiedelten Teil Jerusalems, Teile eines ca. 2000 Jahre alten Marktplatzes gefunden. Wie die israelische Altertumsbehörde mitteilte, wurde ein Messtisch für Flüssigkeiten und mehrere Messgewichte ausgegraben. Daraus schließen die Forscher, dass sie nahe der heuteigen Pilgerstraße den zentralen Marktplatz Jerusalems in der Antike gefunden haben. Dieser befand sich bei einem Zugang zum jüdischen Tempel.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. National Campus for the Archaeology of Israel. Website archaeology.org.il. Abgerufen am 11. Oktober 2014.
  2. Message of the Chairman of the Board
  3. Zufallsfund in Israel: Hobbytaucher entdecken riesigen Goldschatz. In: Spiegel Online. 17. Februar 2015, abgerufen am 22. Januar 2017.
  4. Bislang größter Goldschatz in Israel gefunden. Israelnetz.de, 18. Februar 2015, abgerufen am 1. Januar 2020.
  5. Münzen und Schmuck: Wanderer finden antiken Schatz in Israel. In: Spiegel Online. 9. März 2015 (spiegel.de [abgerufen am 1. Januar 2020]).
  6. Höhle birgt Schatz aus hellenistischer Zeit. Israelnetz.de, 9. März 2015, abgerufen am 1. Januar 2020.
  7. Kirche eines „glorreichen Märtyrers“ entdeckt. In: Israelnetz.de. 24. Oktober 2019, abgerufen am 25. Oktober 2019.
  8. Biblischer Marktplatz in Jerusalem gefunden. Israelnetz.de, 3. Januar 2020, abgerufen am 11. Januar 2020.

Koordinaten: 31° 46′ 27,5″ N, 35° 12′ 7,9″ O