Bet Schemesch

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Bet Schemesch
Wappen von Bet Schemesch
Bet Schemesch
Basisdaten
hebräisch: בית שמש
arabisch: بيت شيمش
Staat: Israel Israel
Bezirk: Jerusalem
Gegründet: vorbiblische Besiedlung
1950 (Neugründung)
Koordinaten: 31° 45′ N, 34° 59′ OKoordinaten: 31° 44′ 43″ N, 34° 59′ 20″ O
Höhe: 220 m
Fläche: 34,259 km²
 
Einwohner: 109.762 (2016[1])
Bevölkerungsdichte: 3.204 Einwohner je km²
 
Gemeindeart: Stadtverwaltung
Website:
Bet Schemesch (Israel)
Bet Schemesch
Bet Schemesch

Bet Schemesch (hebräisch בית שמשHaus der Sonne / Tempel des Sonnengottes Šamaš; durch die Übertragung aus dem Hebräischen kommen abweichende Schreibweisen vor; arabisch بيت شيمش, DMG Bayt Šīmiš, Tell Bet Schemesch: arabisch عين شمس, DMG ʿAyn Šams; altgriechisch Βαιθσαμυς; lateinisch Bethsames) ist eine Stadt in Israel im Bezirk Jerusalem an der Bahnlinie von Tel Aviv nach Jerusalem.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bet Schemesch ist nach einer früheren Siedlung gleichen Namens benannt, die etwas westlich der heutigen Stadt liegt; der Tell wurde Anfang des 20. Jahrhunderts ausgegraben. Diese Stadt, die unter anderem von Kanaanäern und Hyksos besiedelt war, geht in das 18. Jahrhundert v. Chr. zurück.

Erwähnung in der Bibel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bibel wird Bet Schemesch mehrfach erwähnt, z. B. im Zusammenhang mit der Eroberung des Landes durch die Israeliten (Jos 21,16 LUT) und bei der Rückkehr der von den Philistern gestohlenen Bundeslade (1 Sam 6,12 LUT). Da Bewohner Bet Schemeschs dabei von der Weizenernte aufsahen und die Bundeslade erblickten, erschlug Gott 70 Mann aus dem Volk (1 Sam 6,19 EU).

Römische und byzantinische Zeit, Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort war noch in römischer Zeit besiedelt. In der byzantinischen Zeit bestand in Bet Schemesch ein Kloster.[2] Es war vermutlich das von Johannes Moschos erwähnte „Simsonkloster“, benannt nach dem biblischen Helden Simson.[3]

Um 1300 wurde an der Stelle der heutigen Stadt eine Karawanserei errichtet.

Seit 1950[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das moderne Bet Schemesch wurde 1950 als Entwicklungsstadt gegründet und war als städtisches Zentrum für die nördliche Schefela-Region geplant. Durch den Einsatz der ersten Siedler in der Aufforstung entstanden um Bet Schemesch ausgedehnte Kiefernwälder.

Für die Entwicklung der Stadt wirkte sich die Lage nachteilig aus: Seit dem Neubau der Autobahn Tel Aviv–Jerusalem liegt Bet Schemesch abseits des Hauptverkehrswegs. Die Bahnstrecke Tel Aviv–Jerusalem wurde von der israelischen Eisenbahn ebenfalls lange Jahre kaum mehr genutzt. Erst seit 2003 besteht wieder ein regelmäßiger Zugverkehr nach Tel Aviv; der reguläre Personenverkehr nach Jerusalem wurde im April 2005 nach Abschluss umfassender Sanierungsmaßnahmen wieder aufgenommen.

Am 25. Juni 1991 erhielt Bet Schemesch den Status einer Stadtverwaltung.

Aufgrund der Ortslage stagnierte Bet Schemesch lange Zeit und hatte Anfang der 1990er Jahre erst etwa 25.000 Einwohner. Danach wuchs die Stadt durch den Zuzug von Neueinwanderern erheblich. Im Jahr 2006 hatte Bet Schemesch bereits 69.500 Einwohner, wobei ein Teil davon Pendler sind, die in Jerusalem arbeiten.

Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist der Anbau von Wein; in der Gegend von Bet Schemesch befinden sich u. a. Weinberge des Klosters Cremisan.

Die Stadt ist eine Hochburg des ultraorthodoxen Judentums. Ende 2011 löste die Absicht von Ultraorthodoxen, in Bet Schemesch eine Geschlechtertrennung auf der Straße, im Bus und anderswo im öffentlichen Raum einzuführen, landesweite Proteste aus.[4] Rund 10.000 Demonstranten, darunter auch religiöse Israelis und prominente Politiker, reisten aus dem ganzen Land nach Bet Schemesch und protestierten gegen fundamentalistische Trends.[5] Staatspräsident Schimon Peres unterstützte sie und lobte die Polizei, „die für grundsätzliche Gleichberechtigung in Bet Schemesch kämpfte“. Seiner Meinung nach müssten alle im Land gegen „eine Minderheit aufstehen, die sich auf unerhörte Weise benimmt.“[6] Als die von ihnen geplante Gegendemonstration untersagt wurde, randalierten Hunderte ultraorthodoxe Israelis am 29. Dezember 2011 in Bet Schemesch.[7]

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das israelische Zentralbüro für Statistik gibt bei den Volkszählungen vom 22. Mai 1961, 19. Mai 1972, 4. Juni 1983, 4. November 1995 und vom 28. Dezember 2008 für Bet Schemesch folgende Einwohnerzahlen an:[8]

Jahr der Volkszählung 1961 1972 1983 1995 2008 2015
Anzahl der Einwohner 6.986 10.111 12.956 24.179 76.078 103.922

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

PikiWiki Israel 11209 Landscape view.jpg
  • 1953–1955: Schmu’el Avi’eser
  • 1955–1965: Menachem Neumann
  • 1965–1967: Oved Seri-Levi
  • 1967–1978: Amram Luk
  • 1978–1989: Jehuda ben Se’ev
  • 1989–1993: Schalom Fadida
  • 1993–2008: Daniel Vaknin
  • 2008–2018: Moshe Abutbul
  • 2018–0000: Dr. Aliza Bloch[9]

Kibbuz Tamuz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtgebiet von Bet Shemesh liegt der 1987 gegründete Kibbuz Tamuz.[10]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bet Schemesch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.cbs.gov.il/ishuvim/reshimalefishem.pdf abgerufen am 8. Dezember 2017
  2. Claudine Dauphin: La Palestine byzantine. Peuplement et Populations. Archeopress, Oxford 1998, Bd. 3, S. 909.
  3. Art. Bet-Schemesch. In: Othmar Keel, Max Küchler: Orte und Landschaften der Bibel, Bd. 2: Der Süden. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1982, S. 805–817, hier S. 813.
  4. Oz Rosenberg, Nir Hasson, Revital Blumenfeld, Barak Ravid, Talila Nesher: As rallies subside, Beit Shemesh residents fear a battle long lost. Ha-Aretz, 28. Dezember 2011
  5. Gisela Dachs: Das verschleppte Problem mit den Ultraorthodoxen. Zeit Online, 28. Dezember 2011.
  6. Israels Präsident ruft zu Protest gegen Ultraorthodoxe auf. Zeit Online, 27. Dezember 2011.
  7. Ultraorthodoxe randalieren in Beit Schemesch. Zeit Online, 30. Dezember 2011.
  8. Israelisches Zentralbüro für Statistik
  9. Sabine Brandes: Neue und alte Bürgermeister. In: Jüdische Allgemeine. 8. November 2018
  10. Auch das gibt es in Israel: Kibbutzim in Städten In: Israelnetz.de, 10. Dezember 2001, abgerufen am 1. August 2018.