Jakobikirche (Mühlhausen)

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Mühlhausen. Kupferstich von M. Merian

Die Jakobikirche ist ein gotisches Kirchengebäude, das heute als Bibliothek dient. Es prägt das Stadtbild der Altstadt von Mühlhausen in Thüringen.

Jakobikirche (Stadtbibliothek)
Jakobikirche von Osten

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenraum-Panorama der Jakobikirche (Stadtbibliothek)
Stadtbibliothek in der umgenutzten Jakobikirche

Die Kirche befindet sich an der Straße Sankt Jakobi 1, nahe dem Lentzeplatz, noch innerhalb der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Auf dem historischen Stadtplan von 1650 aus der Edition des Matthäus Merian befindet sich die Kirche am linken Bildrand (markiert mit der Nummer 2).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche wurde 1296 als Filialkirche der Hauptkirche St. Marien erstmals erwähnt. Der Staffelchor wurde in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts und das Langhaus in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut, die Türme folgten im Jahr 1418. 1539 wurde die Kirche durch einen Brand beschädigt, 1592 durch einen Gewölbe- und Pfeilereinsturz.[1] Bereits 1832 erfolgte die Profanierung. Nach längerem Verfall, der auch die beiden Türme gefährdete, erfolgten in den Jahren 1992 (Nordturm) und 1994–1995 (Südturm) umfassende Sicherungsarbeiten am Bauwerk. Seit 2001 beherbergt das Gebäude die Stadtbibliothek.[2] Im Nordturm befinden sich noch drei Kirchenglocken, welche im 13. und 14. Jahrhundert sowie 2001 gegossen wurden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rolf Aulepp: St. Jakobi und St. Nikolai – ein mittelalterlicher Stadtkern von Mühlhausen. In: Mühlhäuser Museen (Hrsg.): Mühlhäuser Beiträge. Band 4. Mühlhausen/Thüringen 1981, S. 43 ff.
  • Gerhard Günther, Winfried Korf: Mühlhausen. Thomas-Müntzer-Stadt. E. A. Seemann, Leipzig 1986, ISBN 3-363-00018-9, S. 61–64.
  • Ernst Badstübner: Das alte Mühlhausen. Kunstgeschichte einer mittelalterlichen Stadt. Koehler & Amelang, Leipzig 1989, ISBN 3-7338-0055-9.
  • Peter Bühner: St. Jakobi – von Norden aufgesiedelt oder alter Siedlungskern mit St. Nikolai? In: Mühlhäuser Museen (Hrsg.): Mühlhäuser Beiträge. Band 20/21 (1997–1998). Mühlhausen/Thüringen, S. 69–73.
  • Peter Bühner, Matthias Gliemann: Die Sanierung von 15 Kirchtürmen in der Stadt Mühlhausen und ihren Ortsteilen zwischen 1978 und 1997. In: Mühlhäuser Museen (Hrsg.): Mühlhäuser Beiträge. Band 20/21 (1997–1998). Mühlhausen/Thüringen, S. 39–68.
  • Die Jakobikirche zu Mühlhausen in Thüringen. Ausgrabungen, Baugeschichte, Nutzung (= Mühlhäuser Museen [Hrsg.]: Mühlhäuser Beiträge. Sonderheft 14). Mühlhausen/Thüringen 2005, ISBN 3-935547-11-0.
  • Jakob Altersberger: Untersuchungen zur Kirchengeschichte Mühlhausens im Mittelalter. Diplomarbeit. Universität Wien, 2013, St. Jakobi, S. 71–77, doi:10.25365/thesis.25372, urn:nbn:at:at-ubw:1-30398.31200.485354-4 (Volltext [PDF; 21,8 MB; abgerufen am 26. März 2022]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Jakobikirche (Mühlhausen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadtbibliothek Mühlhausen. Mitteldeutsche Medienförderung, abgerufen am 26. März 2022.
  2. Collin Klostermeier: Gotische Bücherstube – Umnutzung der Jakobikirche in Mühlhausen zur Bibliothek. In: Bauhandwerk. November 2008, abgerufen am 8. Juni 2018.

Koordinaten: 51° 12′ 27,8″ N, 10° 27′ 10,7″ O