Johann Brunnemann

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Johann Brunnemann, Druck von Christian Romstet

Johann Brunnemann (* 7. April 1608 in Cölln; † 15. Dezember 1672 in Frankfurt (Oder)) war ein deutscher Jurist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brunnemann war der Sohn des Pastors Mag. Hieronymus Brunnemann (* 1563 in Berlin; † 28. Mai 1631 ebd.) und dessen Frau Catharina Berlin. Er studierte von Februar 1627 bis 1630 an der Universität Wittenberg Theologie und Philosophie. Nachdem er im Wintersemester 1628 den akademischen Grad eines Magisters erworben hatte, erhielt er am 5. Dezember 1629 die Vorleseerlaubnis für Hochschulen als Magister Legens, flüchtete aber 1630 wegen der in Wittenberg grassierenden Pest wieder nach Berlin. Am 4. Februar 1632 wechselte er an die Brandenburgische Universität Frankfurt. Am 13. April 1632 wurde er Adjunkt der Hohen Philosophischen Fakultät und erhielt am 12. April 1636 eine ordentliche Professur für Logik. Sich dem Theologiestudium widmend erkannte er, dass er hierfür nicht geeignet war.

Er wandte sich dem Studium der Rechtswissenschaften zu, erwarb sich am 11. Oktober 1637 das Lizentiat und promovierte am 10. Januar 1638 zum Doktor der Rechtswissenschaften. 1640 erhielt er eine Professur der Instituten an der Juristenfakultät, 1645 übernahm er die Vorlesungen über die Pandekten, 1646 die des Codexes, 1653 der Decretalen und übernahm damit am 8. Oktober 1653 das Ordinat der Juristenfakultät. 1664 wurde er kurbrandenburgischer Rat und hatte zeit seines Lebens mit Benedict Carpzov Auseinandersetzungen. Diese drückten sich in einer Flut von Streitschriften aus, die auch lange nach seinem Tode veröffentlicht wurden. Zudem beteiligte sich Brunnemann auch an den organisatorischen Aufgaben der Viadrina. So war er Dekan der juristischen Fakultät und in den Wintersemestern 1638, 1649, 1655 sowie 1669 Rektor der Alma Mater. Er gilt als einer der frühen Vertreter des Usus modernus pandectarum.[1]

Brunnemann war 1637 mit Eva Sabina Coldebach (Coldebaz), der Tochter des Professors Matthaeus Coldebach (Coldebacius) und dessen Frau Sabina Chemnitz, verheiratet. Aus der Ehe kennt man die Kinder Johann Brunnemann (* 27. April 1638 in Frankfurt/Oder; † 22. Juni 1664 in Leipzig), den Advokaten am Hofgericht in Stargard Paul Christian Brunnemann, Maria Katherina Brunnemann (* 25. Januar 1660 in Frankfurt/Oder; † 14. Juni 1682 ebd.) verheiratete sich 1681 mit Dr. jur. Joachim Hoppe (* 5. März 1656 in Putlitz; † 4. Februar 1712 in Danzig), und Anna Sabina Brunnemann (* 3. Oktober 1645 in Frankfurt/Oder; † 26. Januar 1677 ebd.) verheiratete sich am 19. März 1666 mit Samuel Stryk. Der Jurist Jakob Brunnemann (* 1674; † 1735), zuletzt Direktor des Schöppenstuhls zu Stargard, war sein Neffe.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Commentarius in duodecim libos Codicis Justinianei. 1663, mehrfach aufgelegt.
  • Commentarius in quinquaginta libros Pandectarum. 1670, mehrfach aufgelegt.
  • Tractatus juridicus de inquisitionis processu. 1647.
  • Tractatus juridicus de processu fori. 1659.
  • Decisionum centuriae V. In quibus casus rariores facultati juridicae Francofurtanae oblati breviter et nervose subjectis rationibus praecipuis deciduntur. Hrsg. Samuel Stryk. 1674.
  • Consilia sive responsa academica. Hrsg. Samuel Stryk. 1677.
  • De jure ecclesiastico tractatus posthumus. Hrsg. Samuel Stryk. 1681.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Uwe Wesel: Geschichte des Rechts. Von den Frühformen bis zur Gegenwart. 3. überarbeitete und erweiterte Auflage. Beck, München 2006, ISBN 3-406-47543-4. Rn. 247.