Johann Joachim Lange

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Johann Joachim Lange (* 1699 in Berlin[1], getauft 25. Mai 1699; † 18. August 1765 in Halle/Saale) war ein deutscher Mathematiker, Dichter und Mineraloge.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lange erhielt von seinem Vater, dem Theologen Joachim Lange, und Privatlehrern den ersten Unterricht. Im Anschluss besuchte er die Schule des Waisenhauses in Halle. Dann bezog er die Universität Halle, erwarb den akademischen Grad eines Magisters der Philosophie, hielt Vorlesungen und wurde 1721 als Adjunkt an der Philosophischen Fakultät in Halle aufgenommen. Als Dechant an der Universität übertrug man ihm an der philosophischen Fakultät am 5. Dezember 1723 die Professur für Mathematik. Im selben Jahr wurde er Mitglied der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften in Berlin. Am 30. November 1735 wurde Johann Joachim Lange mit dem Beinamen Apollonius Pergaeus als Mitglied (Matrikel-Nr. 450) in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina aufgenommen und 1754 wurde er Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt.

Seine Tätigkeit als Mathematikprofessor wurde in der Geschichtsbetrachtung der Universität Halle als nicht außerordentlich beurteilt, da er immer im Schatten von Christian Wolff stand. Er hat sich aber durch seine Schriften auf dem Gebiet der Mineralogie einen Namen erworben, die nach seinem Tod von Julius Johann Madihn (1734–1789) herausgegeben wurden. Zudem ist er als Dichter bei der Graduierung von Dorothea Christiane Erxleben in Erscheinung getreten. Lange beteiligte sich auch an den organisatorischen Aufgaben der Hallenser Hochschule und war im Wintersemester 1735 sowie in den Jahren 1749/50 und 1760/61 als akademischer Leiter der Alma Mater Prorektor. Seine Frau Johanna Dorothea (geb. Kaiser, † 22. Juli 1772 in Halle) heiratete am 27. Oktober 1771 den Hallenser Professor Johann Friedrich Stiebritz.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vollständiges Mineralien Kabinett von 6000 Stück Mineralen Erzen, Drusen, Mineralien, Kräuter und FischSchifern, auch anderen Petrefaktis. 1753
  • Entwurf einer Anleitung zu den ökonomischen Rechnungen. 1754
  • Dissertatio exhibens lithographiam Halensem. 1758
  • Caroli Linnaei Systema naturae praefatus est J. J. Lange ad editionem X reform. Holmiensem. 2 Teile 1740–1760
  • Stahls Beweis von den Salzen. 1765
  • Mineralogische Erfahrungen. In: Mineralogische Belustigung. Bd. IV. 1769
  • Einleitung zur Mineralogie und Metallurgie. 1770 von Julius Johann Madihn herausgegeben.
  • Grundlegung zu einer Chymischen Erkenntnis der Körper. 1770 von Madihn herausgegeben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm von Gümbel: Lange, Johann Joachim. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 17, Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 641 f.
  • Andreas Kleinert: Johann Joachim Lange (1698–1765), ein unbekannter Hallenser Mathematikprofessor im Schatten von Christian Wolff. In: Mathematics Celestial and Terrestrial. Festschrift für Menso Folkerts zum 65. Geburtstag, hrsg. v. Joseph W. Dauben, Stefan Kirschner, Andreas Kühne, Paul Kunitzsch und Richard P. Lorch. Acta Historica Leopoldina 54 (2008), S. 477–488
  • Andreas Kleinert: Johann Joachim Lange (1698–1765): Ein Hallescher Mathematikprofessor als Pionier der Montanwissenschaften. In: Staat, Bergbau und Bergakademie. Montanexperten im 18. und frühen 19. Jahrhundert, hrsg. v. Hartmut Schleiff und Peter Konecny. Stuttgart 2013, S. 193–204
  • Johann Daniel Ferdinand Neigebaur: Geschichte der kaiserlichen Leopoldino-Carolinischen deutschen Akademie der Naturforscher während des zweiten Jahrhunderts ihres Bestehens. Friedrich Frommann, Jena 1860, S. 213 Digitalisat
  • Johann Friedrich Stiebritz: Johann Christoph von Dreyhaupt: Pagus Neletici et Nudzici, oder ausführliche diplomatisch-historische Beschreibung des zum ehemaligen Primat und Ertz-Stifft,… (Fortsetzung) Verlag des Waisenhauses, Halle, 1773
  • Lange, Johann Joachim. In: Werner Hartkopf: Die Berliner Akademie der Wissenschaften. Ihre Mitglieder und Preisträger 1700–1990. Akademie Verlag, Berlin 1992, ISBN 3-05-002153-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erik Amburger: Die Mitglieder der deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, 1700–1950, Berlin 1950