Johannes Lähnemann

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Johannes Lähnemann bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes in München 2008

Johannes Lähnemann (* 15. Juni 1941 in Schellerten) ist ein deutscher evangelischer Theologe und Religionspädagoge.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lähnemann studierte in Bethel, Heidelberg, Wien und Münster Evangelische Theologie und legte 1965/1969 sein 1. und 2. theologisches Examen ab. 1967 heiratete er Susanne, geb. Dörner, Tochter von Friedrich Karl Dörner und Eleonore Dörner. Seine älteste Tochter Henrike Lähnemann ist Mediävistin. Er promovierte 1968 an der Universität Münster bei Willi Marxsen mit einer Arbeit über den Kolosserbrief und war von 1968 bis 1973 Wissenschaftlicher Assistent in Münster. Von 1973 bis 1980 war er Akademischer Rat bzw. Oberrat an der Pädagogischen Hochschule Lüneburg. Während seiner Zeit dort habilitierte er sich 1977 für Praktische Theologie/Religionspädagogik in Bern mit einer Arbeit zu Weltreligionen im Unterricht. 1981 erhielt er den Lehrstuhl für evangelische Religionspädagogik und Didaktik des evangelischen Religionsunterrichts an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, den er bis zu seiner Emeritierung 2007 innehatte. Seit 2010 lebt er in Goslar.

Lähnemanns Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind Weltreligionen im Unterricht und interreligiöses Lernen. Unter anderem baute er das Interdisziplinäre Zentrum für Islamische Religionslehre auf und führte zusammen mit Klaus Hock und Wolfram Reiss das Forschungsprojekt „Die Darstellung des Christentums in Schulbüchern islamisch geprägter Länder“ durch. 2008 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande und den Tschelebi-Friedenspreis für Verdienste im christlich-islamischen Dialog.

Lähnemann ist Chairman der Peace Education Standing Commission (PESC) von Religions for Peace (RfP), Vorstandsmitglied der deutschen Sektion von Religions for Peace (RfP), Mitglied beim Runden Tisch der Religionen in Deutschland. Er ist Initiator und Mitveranstalter der in dreijährlichem Turnus stattfindenden „Nürnberger Foren“.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Menschenrechte und inter-religiöse Bildung. (zus. m. M.L. Pirner und H. Bielefeldt). Berlin 2015
  • Spiritualität. Multireligiös. Begegnung der Religionen in Gebeten, Besinnungen, Liedern (zus. m. der Nürnberger Gruppe der Religionen für den Frieden). Berlin 2014
  • Media Power and Religions. The Challenge Facing Intercultural Dialogue and Learning (zus. M. M.L. Pirner). Frankfurt/M. 2013
  • Medien-Macht und Religionen. Herausforderung für interreligiöse Bildung. Berlin 2011, mit Manfred Pirner und Werner Haußmann
  • Ich singe dir mit Herz und Mund (Liedpredigten, Bd. 2. Nürnberg 2009)
  • Interreligious and Values Education in Europa. Münster 2008, mit P. Schreiner
  • Visionen wahr machen. Interreligiöse Bildung auf dem Prüfstand. Hamburg 2007
  • Dein Glaube - mein Glaube. Göttingen 2005, mit W. Haußmann
  • Spiritualität und ethische Erziehung. Hamburg 2000
  • Evangelische Religionspädagogik in interreligiöser Perspektive. Göttingen 1998
  • Das Wiedererwachen der Religionen als pädagogische Herausforderung. Interreligiöse Erziehung im Spannungsfeld von Fundamentalismus und Säkularismus. EB-Verlag Rissen, Hamburg 1992
  • Liedpredigten. Nürnberg 1996
  • Das Projekt Weltethos in der Erziehung, Hamburg 1995
  • Weltreligionen im Unterricht, Teil 1: Fernöstliche Religionen; Teil 2: Islam, Göttingen 1986
  • Kulturbegegnung in Schule und Studium, Hamburg 1983
  • Studienbuch „Jesus Christus“, Frankfurt/Main 1980 (3. Aufl. 1989) mit Ursula Hahlbohm
  • Nichtchristliche Religionen im Unterricht. Schwerpunkt: Islam, Gütersloh 1977
  • Der Philemonbrief. - Gütersloh, Mohn, 1973
  • Der Kolosserbrief. - Gütersloh, Mohn, 1971
  • Herausgeber der Reihe „Pädagogische Beiträge zur Kulturbegegnung“ (EB-Verlag Hamburg/Berlin)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://intra-tagebuch.blogspot.de/2014/09/spiritualitat-des-friedens.html Blogeintrag der Interreligiösen Arbeitsstelle vom 9. November 2014