Johannes Zielinski

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Johannes Zielinski (* 22. Juni 1914 in Hohensalza; † 23. Juli 1993 Bobingen bei Augsburg[1]) war Professor für Pädagogik an der RWTH Aachen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Abitur in Tilsit und dem Studienbeginn für das Gymnasiallehramt 1932 an der Universität in Königsberg musste er sein Studium abbrechen und dann acht Jahre lang als Infanterist Wehr- und Kriegsdienst leisten. Als schwerkriegsbeschädigter Heimatvertriebener konnte er gleich nach dem Zweiten Weltkrieg seine Studien wieder aufnehmen, die er an der Universität München 1950 mit der Promotion in den Fächern Pädagogik, Psychologie und Soziologie abschloss.

(Thema: Über die Selbstverwaltung als Erziehungsmittel in Heimen für entwurzelte kriegsgeschädigte Jugendliche, dargestellt und erläutert am Beispiel des Jugendselbsthilfewerkes und Erziehungsheimes Jungenstadt Buchhof).

Während der Studienzeit war er als praktizierender Sozialpädagoge in leitenden Stellen tätig. Mit dem Staatsexamen für das Lehramt an berufsbildenden Schulen (1952) wurde er Berufsschullehrer in München. Aus diesem Amt holte ihn sein akademischer Lehrer, Ernst Lichtenstein, um ihn als Assistent am pädagogischen Seminar an der Universität Münster/Westfalen arbeiten zu lassen.

1961 wurde Zielinski zum ordentlichen Professor für Pädagogik an der Technischen Hochschule Aachen berufen und dort zum Direktor des Instituts für Erziehungswissenschaften ernannt. Diese Position bekleidete er knapp zwanzig Jahre. Am 23. Juli 1993 starb Zielinski in Bobingen bei Augsburg.

Die von Zielinski entwickelte human-orientierte Pädagogik im Rahmen einer industriellen Gesellschaft kann als Ausgangspunkt dafür verstanden werden, dass er nach seiner Emeritierung (1979) sich ganz den Fragen nach einer durchgreifenden Humanisierung und Divinisierung des Menschen zugewandt hat, die er in einer Kultur der göttlichen Liebe verwirklicht sieht.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zielinski wurde am 26. Oktober 1990 mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.[2]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeittafel der geistlichen Schriften Johannes Zielinski[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Feuer vom Himmel
    • Gott spricht: Hier ist Meine Liebe 1964,1968 u. 1990
    • Entscheidung für Gott 1970
    • Von der Freiheit des humanen Menschen 1972
  • Gott in der Zeit
    • Psalmen der Großen Liebe (Buch I) 1982
    • Psalmen der Großen Liebe (Buch II)1993
    • Aufklärung nach der Aufklärung (Das Buch der göttlichen Aufklärung) 1983/89
    • Der Partisan der Liebe (Drama) 1983/1984
    • Der Kunst und den Künstlern (Gedicht) 1984
    • Der Politik und den Politikern (Gedicht) 1984
    • Der Krieg und die Große Liebe (Gedicht) 1991
    • Ein weit’res Wort noch an Politiker und Politik (Gedicht) 1992
  • Tagebücher der Großen Liebe
    • Etwa 35 Bände (à 300 Seiten) 28. Januar 1959 bis 7. August 1986
    • Anhang zu den Tagebüchern Liebe und Ehre (Aphorismen und Briefe) 9. März 1961 bis 28. Dezember 1985
  • Die Verwandlung
    • Tagebuch einer Mutation (2 Teilbände) 27. August 1986 bis 1. November 1987
    • Anhang zum Tagebuch einer Mutation 3. August 1986 bis 2. November 1987
  • Die Ernte, 2 Teilbände
    • Der Mensch im Sein der Mutation 5. November 1987 bis 30. August 1988
  • Nachlese (Geistliche Gedichte) August 1988 – Januar 1989
  • Die Schöpfung und der Mensch heute (Texte für ein Oratorium) 1988
  • Rufe Gottes in Seine Zeit (Gedichte) 1991–1992
  • Ein Brevier für die in der Großen Liebe Liebenden
    • Darin Flugblatt: Die neuen Zehn Gebote 14. Januar – 28. März 1989
  • Der gegenwärtige Jesus (De Jesu redivivo et praesente) 1. April – 21. Juni 1989
  • Von einem Tag zum anderen und stets empor zu Gott 21. Juni – 14. November 1989
  • Vom Denken und Sein in der Großen Liebe 4. Juni 1990 bis 3. Juni 1991
  • Vor meinem Heimatgang 27. November 1992 bis 6. Juni 1993

Pädagogische Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Spielfilm im Schulunterricht – Einführung in eine besondere Unterrichtslehre der Filmerziehung. A. Henn, Ratingen 1959
  • Pädagogische Grundlagen der programmierten Unterweisung unter empirischem Aspekt A. Henn, Ratingen 1964
  • Methodik des programmierten Unterrichts. Zum Problem d. Mikrostrukturen von Lehren u. Lernen. A. Henn, Ratingen 1965
  • Aspekte Des Programmierten Unterrichts, Akademische Verlagsgesellschaft, Frankfurt am Main 1971 ISBN 3-507-36422-0
  • Thieme Lernprogramm: Qualitätskontrolle klinisch-chemischer Analysen, Georg Thieme-Verlag Stuttgart 1972 ISBN 3-13-486701-X
  • Kommunikation und Begegnung, Sauer-Verlag, Heidelberg 1989

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian K. Friede: Biographisch-systematische Notizen zum Leben und Werk von Johannes Zielinski, in: Die berufsbildende Schule, 41 (1989) 6, S. 384–396
  • Christian K. Friede, Johannes Zielinski jun., Ingeborg Bosch (Hrsg.): Forschen und Feiern – 2. Reden zum 75. Geburtstag von Johannes Zielinski, Klagenfurt: o. J. (Österreichische Gesellschaft für Historische Pädagogik und Schulgeschichte 1990)
  • Christian K. Friede: In memoriam Johannes Zielinski, in: Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik, 89 (1993) 5, S. 536–538

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lebensdaten Johannes Zielinski in der Deutschen Digitalen Bibliothek
  2. Verdienstordenträgerinnen und -träger seit 1986. Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 11. März 2017.