Bobingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bobingen
Bobingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bobingen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 16′ N, 10° 49′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Augsburg
Höhe: 521 m ü. NHN
Fläche: 50,28 km2
Einwohner: 17.307 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 344 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86399
Vorwahl: 08234
Kfz-Kennzeichen: A, SMÜ, WER
Gemeindeschlüssel: 09 7 72 125
Stadtgliederung: 6 Gemeindeteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
86399 Bobingen
Website: www.stadt-bobingen.de
Erster Bürgermeister: Klaus Förster (CSU[2])
Lage der Stadt Bobingen im Landkreis Augsburg
AugsburgLandkreis Aichach-FriedbergLandkreis DachauLandkreis Dillingen an der DonauLandkreis Donau-RiesLandkreis FürstenfeldbruckLandkreis GünzburgLandkreis Landsberg am LechLandkreis OstallgäuLandkreis StarnbergLandkreis UnterallgäuLandkreis Neuburg-SchrobenhausenSchmellerforstAdelsriedAllmannshofenAltenmünsterAystettenBiberbach (Schwaben)BobingenBonstetten (Schwaben)DiedorfDinkelscherbenEhingen (Landkreis Augsburg)EllgauEmersackerFischachGablingenGersthofenGessertshausenGraben (Lechfeld)GroßaitingenHeretsriedHiltenfingenHorgauKleinaitingenKlosterlechfeldKönigsbrunnKühlenthalKutzenhausenLangenneufnachLangerringenLangweid am LechMeitingenMickhausenMittelneufnachNeusäßNordendorfOberottmarshausenScherstettenSchwabmünchenStadtbergenThierhauptenUntermeitingenUstersbachWalkertshofenWehringenWeldenWestendorf (Landkreis Augsburg)ZusmarshausenKarte
Über dieses Bild

Bobingen ist eine Stadt im schwäbischen Landkreis Augsburg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt rund zwölf Kilometer südlich von Augsburg an den Flüssen Wertach und Singold und grenzt an den Naturpark Augsburg-Westliche Wälder.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 6 amtlich benannte Gemeindeteile:[3]

Wappen Stadtteil Einwohner
Stadt Bobingen
Kernstadt mit Siedlung 15.126
Straßberg
Straßberg 1.140
Reinhartshausen
Reinhartshausen mit Burgwalden 653
Waldberg
Waldberg 448
Kreuzanger
Kreuzanger 168
Gesamt: 17.535

Stand: Ende 2019[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname geht auf den alemannischen Siedler „Pobo“ (um 506) zurück. Um 993 hieß Bobingen „Pobinga“ („bei den Leuten des Pobo“). Etwa 933 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung Bobingens in der Vita S. Udalrici. Bobingen im heutigen Bezirk Schwaben war später Pflegamt des Hochstift Augsburg. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern. 1847 erfolgte der Anschluss an die Ludwig-Süd-Nord-Bahn (LindauHof). 1899 kam es zur Gründung der Kunstseidefabrik (Produktionsbeginn 1902).

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1938/39 wurde südwestlich des Stadtgebietes von Bobingen die Sprengstofffabrik Fasan errichtet. Die Fabrik produzierte gegen Ende des Zweiten Weltkriegs einen Großteil des Sprengstoffs Hexogen für die Wehrmacht.

Die Reste des Burgstalls Bobingen, einer ehemaligen Wasserburg und ihre Nachfolgebauten, wurden um 1967 im Zuge des Neubaus des – inzwischen alten – Feuerwehrhauses und einer Rotkreuzstation entfernt. 1953 erfolgte die Markterhebung Bobingens, 1969 die Verleihung der Stadtrechte. 1972 wurden im Zuge der Gemeindegebietsreform die Orte Straßberg und Reinhartshausen mit Burgwalden eingemeindet.

Bobingen gehörte sodann dem Landkreis Augsburg an. 1975 wurden Waldberg und Kreuzanger eingemeindet. 1993 erfolgte die Fertigstellung der Singoldhalle, der Bobinger Stadthalle. 1994 beging Bobingen seine 1000-Jahr-Feier in Verbindung mit dem 25-jährigen Stadtjubiläum.

Bobinger Büble-Sage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skulptur des „Bobinger Bübles“

Es gibt mehrere Fassungen dieser Geschichte vom „Bobinger Büble“. In einer zweiten, späteren Fassung endet sie sogar mit der Verhaftung und Hinrichtung der Sagenfiguren.

Dies kann jedoch historisch nicht richtig sein, da es in Bobingen keinen Galgen gab und demnach keine Hinrichtungen vorgenommen wurden. Die Hinrichtungsstätte der hochstiftischen Hochgerichtsbarkeit hatte ihren Standort in Schwabmünchen.

Die folgende Sage ist die früheste Fassung nach Alexander Schöppners „Bayerische Sagen“:

Drei Stunden südlich von Augsburg, an der sogenannten Hochstraße, liegt das große und schöne Dorf Bobingen. Da ist es aber nicht gut zu fragen: „Wo geht’s Bobingen zu?“, und gar manche haben darob blutige Köpfe davongetragen: zum mindesten wird einer mit Schimpf und Spott und den lästerlichsten Reden traktiert, er mag nur fragen, wen immer er will. Dies kommt nun daher: Es war einmal vor langer Zeit ein Bursche von Bobingen zu Gericht belangt. Der Beklagte wandte sich an einen Advokaten in Augsburg, der im Ruf stand, dass er alles „durchfechten“ könne. Dieser gab ihm den Rat, sich vor Gericht blödsinnig zu stellen, und auf jede an ihn gerichtete Frage die Antwort „Bobingen zu“ zu geben, und dabei mit der rechten Hand unter der Nase von der rechten nach der linken Seite zu zeigen. Er tat genau, wie ihm geraten war und wurde, da weder ein Geständnis noch etwas anderes aus ihm herauszubringen war, vom Gericht entlassen. Nach einiger Zeit kam er Geschäfte halber in die Stadt und begegnete dem Advokaten, der ihn neugierig um den Ausgang des Verfahrens fragte. Nachdem er vom glücklichen Erfolg gehört hatte, sagte er: „Nun ist’s aber an dir, mich für diesen Rat zu belohnen; ich verlange für meine Bemühung zwei Karolin.“ Der Bursche aber warf dem Verblüfften ein „Bobingen zu“ hin, bog um das Straßeneck und lässt seit der Zeit den Advokaten auf seinen Lohn warten.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Volkszählung im Mai 1987 wuchs die Stadt bis Ende 2019 von 13.553 auf 17.535 Einwohner. Dies entspricht einem Zuwachs von 3.982 Einwohner bzw. 29,4 %.

Einwohnerzahlen von 1840 bis 2019
Jahr Einwohner
1840
  
2.825
1871
  
2.994
1900
  
3.023
1925
  
4.076
1939
  
5.090
1950
  
7.966
1961
  
9.072
1970
  
12.461
1987
  
13.553
2011
  
16.368
2019
  
17.535
Datenquelle: Bayerisches Landesamt für Statistik

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1841 wurde die junge, zum Zeitpunkt der Gemeindebildung von 1818 noch nicht bestehende Ortschaft Königsbrunn aus Bobingen ausgegliedert und zu einer selbständigen Gemeinde.[5]

Am 1. Juli 1972 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Reinhartshausen und Straßberg eingegliedert.[6] Am 1. Juli 1975 kamen Waldberg und Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Kreuzanger hinzu. Schließlich wurden am 1. Mai 1978 Gebietsteile der Nachbargemeinde Wehringen mit damals etwa 25 Einwohnern übernommen.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus Bobingen

Seit der vergangenen Kommunalwahl am 15. März 2020 setzt sich der Stadtrat folgendermaßen zusammen:

Sitzverteilung im Stadtrat 2020
     
Insgesamt 24 Sitze
Stadtratswahl 2020
Wahlbeteiligung: 58,0 %
 %
40
30
20
10
0
33,7
21,0
14,1
13,1
18,1
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
-5,8
-14,9
+7,2
+2,6
+10,8
Sitzverteilung im Stadtrat
Partei Wahl 2002 Wahl 2008 Wahl 2014 Wahl 2020
CSU 11 10 9 8
SPD 10 9 9 5
Grüne 1 1 2 4
Freie Wähler 1 2 2 3
Freie Bürger Union 1 2 2 4
Gesamt: 24 24 24 24

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1. Mai 2020 ist Klaus Förster (CSU) Bürgermeister, er setzte sich in der Stichwahl am 29. März 2020 gegen den langjährigen Bürgermeister Bernd Müller mit 56,1 % der Stimmen durch.

Ehemalige Bürgermeister:

  • 1996–2020 Bernd Müller (SPD)
  • 1972–1996 Hartmut Gärtner (SPD)
  • 1955–1972 Alois Häring (Freie Wähler)
  • 1948–1955 Georg Hartmann (SPD)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Bobingen
Blasonierung: „In Blau eine silberne Spitze, darin ein schwarzes Hufeisen.“[8]

Wappengeschichte: Die Bedeutung des Hufeisens im Gemeindewappen ist nicht eindeutig geklärt. Das Hufeisen könnte zum einen an eine früher im Gemeindegebiet intensiv betriebene Pferdezucht erinnern. Andere sehen in seiner Darstellung einen Hinweis auf die häufigen Hufeisenfunde, die als so genannte Ungarneisen von der Schlacht gegen die Ungarn auf dem Lechfeld 955 gedeutet werden. Ein Siegel aus der Zeit um 1815 mit einem Hufeisen im Schild stammt von einem Ortszeichen, das Ortschaften entlang der sogenannten Hochstraße auf Wunsch des damaligen Fürstbischofs Clemens Wenzeslaus von Augsburg (1739 bis 1812) annahmen, um Grenzsteine, Grenzpfähle oder Weidesäulen zu kennzeichnen. Seit der Verleihung des Hoheitszeichen durch König Ludwig I. 1837 trägt das Gemeindewappen die bayerischen Landesfarben belegt mit dem schwarzen Hufeisen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FrankreichFrankreich Frankreich: Seit 1969 besteht eine Städtepartnerschaft mit der nordfranzösischen Stadt Aniche.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werk der Hoechst AG in Bobingen

In Bobingen entstand im 19. Jahrhundert ein Kunstseidewerk, später eine Polyesterfaser-Produktion (PET-Basis). Nach dem Krieg wurde der Standort ein Teil der Hoechst AG. Im Zuge der Aufspaltung der Hoechst AG wurde der Standort 1998 in den „Industriepark Werk Bobingen (IWB)“ umgewandelt. Die Chemieaktivitäten im Bereich der Polyesterfaser-Produktion verteilen sich heute (2012) auf drei Unternehmen (Trevira, Johns Manville, Nextrusion). Die Infrastruktur- und Serviceleistungen werden von verschiedenen Dienstleistern erbracht. Insgesamt beherbergt das Gelände 16 Unternehmen (Stand 2010) auf rund 80 Hektar mit ca. 1450 Arbeitsplätzen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krankenhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Städtisches Krankenhaus in Bobingen wurde im Jahr 1858 eröffnet. 1953 wurde ein Neubau errichtet der 1957/58 erweitert wurde. Nachdem die Kapazität in den 1960er Jahren unzureichend wurde, ist ein Neubau am jetzigen Standort nahe dem Fluss Wertach 1969 eröffnet worden. 1997 und 2000 fanden Umbau- und Renovierungsmaßnahmen statt. Im Jahr 2006 wurde das Gemeinsame Kommunalunternehmen „Wertachkliniken Bobingen und Schwabmünchen“ gegründet, die bislang selbstständigen Krankenhäuser wurden fortan unter einem Dach vereinigt.

Die Wertachklinik Bobingen hat eine Kapazität von 130 Betten mit den Hauptabteilungen:

Zusätzlich werden belegärztlich folgende Fachdisziplinen geführt:

Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polizei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Polizeiinspektion Bobingen befindet sich in der Hochstraße 22 in Bobingen. Der Zuständigkeitsbereich umfasst die Stadt Bobingen, die Stadt Königsbrunn, Oberottmarshausen und Wehringen.

Rettungsdienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rettungswache des Bayerischen Roten Kreuzes befindet sich in der Krumbacher Straße 4 in Bobingen. Hier sind ein Rettungswagen und ein Krankentransportwagen stationiert.

Der RTW ist 24 h täglich besetzt, der KTW 8 h unter der Woche. Einen fest definierten Zuständigkeitsbereich gibt es hier nicht. Die Integrierte Leitstelle Augsburg alarmiert immer das nächste zur Verfügung stehende Rettungsmittel, Verwaltungsgrenzen (z. B. Landkreise) spielen hier keine Rolle. Einsatzgebiete sind der südliche Landkreis Augsburg sowie die Stadt Augsburg.

Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Bobingen befindet sich an der Ecke Michael-Schäffer-Straße und Hoechster Straße in Bobingen. Hier sind ein Lösch- und ein Rüstzug stationiert. Einen fest definierten Zuständigkeitsbereich gibt es hier ebenfalls nicht, die FFB wird, wie der Rettungsdienst, über die ILS Augsburg alarmiert. Das Einsatzgebiet umfasst ungefähr die Kernstadt Bobingen mit Bobingen Siedlung, sowie zur Unterstützung alle Stadtteile von Bobingen und die Orte Königsbrunn, Oberottmarshausen, Wehringen und Großaitingen. Die FFB wurde 1871 gegründet. Im Durchschnitt rückt die FFB zu ca. 130 Einsätzen im Jahr aus.[9]

In den Stadtteilen Straßberg, Reinhartshausen und Waldberg/Kreuzanger gibt es eigenständige Feuerwehren mit jeweils einem Tragkraftspritzenfahrzeug.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • AVV-Buslinie 700 Augsburg–Schwabmünchen
  • AVV-Buslinie 720 Bobingen–Mickhausen
  • AVV-Buslinie 721 Göggingen–Schwabmünchen
  • AVV-Buslinie 722 Bobingen–Münster
  • AVV-Nachtbuslinie 797 Göggingen–Untermeitingen PM (seit 7. August 2008)
  • Die Autobahn 8 verläuft ca. 16 Kilometer nördlich von Bobingen
  • Die Autobahn 96 verläuft ca. 25 Kilometer südlich von Bobingen
  • Bundesstraße 17 östlich von Bobingen, Bundesstraße 300 nördlich von Bobingen
  • Bobingen liegt an einer Route des Jakobsweges. Hier führt die Ostroute von Augsburg nach Lindau an Bobingen vorbei. Von Augsburg kommend führt der Weg an der Wertach entlang bis zum Krankenhaus und geht dann über Bobingen-Siedlung, Straßberg und Reinhartshausen weiter.

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Bobingen
ehemaliges Gleis an der Sprengstofffabrik Fasan

Durch Bobingen verläuft die zweigleisige Hauptbahn von Augsburg nach Buchloe. An dieser befindet sich östlich des Stadtzentrums der Bahnhof Bobingen. Der Trennungsbahnhof ist Beginn der Lechfeldbahn über Kaufering nach Landsberg am Lech. Der Bahnhof hat fünf Bahnsteiggleise, ist jedoch nicht barrierefrei ausgestattet. Die Bahnstrecke Augsburg–Buchloe wird von der Deutschen Bahn unter den Kursbuchstrecken 971 und 987 geführt und mindestens halbstündlich bedient. Die Lechfeldbahn nach Landsberg wird als Kursbuchstrecke 986 im Stundentakt bedient. Zwischen Augsburg und Bobingen besteht ein rechnerischer 15-Minuten-Takt. Der Bahnhof befindet sich im Gebiet des Augsburger Verkehrsverbundes (AVV). Die durch den Bahnhof verlaufenden Bahnstrecken sind als AVV-Regionalbahnen R7 Augsburg–Schwabmünchen und R8 Augsburg–Klosterlechfeld in den AVV integriert.

Der Bahnhof Bobingen wurde 1847 durch die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen als Durchgangsbahnhof am eingleisigen Streckenabschnitt Augsburg–Buchloe–Kaufbeuren der Ludwig-Süd-Nord-Bahn in Betrieb genommen. 1877 wurde die Lechfeldbahn nach Landsberg eröffnet, wodurch der Bahnhof zum Trennungsbahnhof wurde. 1902 wurde die Ludwig-Süd-Nord-Bahn zweigleisig ausgebaut und die Gleisanlagen des Bahnhofs erweitert. Er erhielt eine Bahnsteigunterführung, hölzerne Bahnsteigdächer und zwei mechanische Stellwerke. Die Errichtung eines Gleisanschlusses zur Kunstseiden- und Pulverfabrik Bobingen 1915 führte zu einem starken Anstieg des Güterverkehrs. Ab 1938 diente der Gleisanschluss auch zur Anbindung der Sprengstofffabrik Fasan, nach dem Zweiten Weltkrieg schloss er die Farbwerke Hoechst, heute Trevira, an die Eisenbahn an. Nach einem Rückgang in den 1960er und 1970er Jahren wurden der örtliche Güterverkehr in den 1990er Jahren eingestellt und einige Gütergleise abgebaut. Der Gleisanschluss wird jedoch bis heute bedient. Die Integration des Bahnhofs in den Augsburger Verkehrsverbund 1985 und in den Allgäu-Schwaben-Takt 1993 führte zu einem Aufschwung des Personenverkehrs und stetigen Anstieg der Fahrgastzahlen.

Das Empfangsgebäude von 1847 ist bis heute erhalten. Es ist ein zweigeschossiger Bau mit Satteldach, der auf der Gleis- und Straßenseite jeweils eine Widerkehr aufweist. Ursprünglich in Sichtziegelbauweise ausgeführt, ist es heute verputzt. Nach der Eröffnung der Lechfeldbahn erhielt es bis 1880 einen eingeschossigen Anbau mit offener Wartehalle.[10]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sakralbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstige Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Spätmittelalterliches Sühnekreuz
  • Unteres Schlösschen
  • Mittlere Mühle
  • Mittleres Schlösschen
  • Heilig-Kreuz-Schlösschen
  • Obere Mühle Welt-Icon
  • Brauerei und ehemaliger Gasthof Welt-Icon
  • Cosimosinisches Schlösschen Welt-Icon
  • Oberes Schlösschen
  • Meilenstein der historischen Römerstraße Welt-Icon
  • Singoldhalle (Stadthalle)
  • Bobinger Büble
  • Naturpark Westliche Wälder

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Turn- und Sportvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der TSV Bobingen 1910 e.V. wurde im Jahr 1910 von Josef Haggenmüller gegründet und ist mit derzeit 14 Abteilungen der größte und älteste Turn- und Sportverein in Bobingen.
  • Der Türk SV Bobingen 1990 e.V. wurde im Jahr 1990 gegründet und umfasst derzeit 3 Abteilungen.
  • Der Siedler SV Bobingen 1959 e.V. wurde im Jahr 1959 gegründet und umfasst derzeit 7 Abteilungen.
  • Der SV Reinhartshausen 1964 e.V. wurde im Jahr 1964 gegründet und umfasst derzeit 2 Abteilungen.

Automobilsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der ASC Bobingen e.V. im ADAC wurde 1952 gegründet und erlangte überregionale Bekanntheit als Veranstalter der Motorsportveranstaltung Bergrennen Mickhausen.

Sportstätten und Schwimmbäder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leichtathletikstadion das 1990 eingeweiht wurde und seit 2017 kontinuierlich renoviert wird.
  • 6 Sporthallen darunter eine Dreifachturnhalle, eine Zweifachturnhalle und 4 Einfachturnhallen.
  • 2 Skateparks
  • Basketballplatz
  • 3 Fußballplätze
  • 2 Bolzplätze
  • Tennisplatz
  • Golfplatz im Ortsteil Burgwalden, betrieben durch den Golfclub Augsburg 1959 e.V.
  • Hallenbad mit 25m-Becken
  • Freibad mit 50m-Sportbecken und Sprungturm mit 1/3/5 Meter.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit Bezug zu Bobingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Holzapfel (1678–1747) war Maurermeister und Baumeister.
  • Josef Dilger (1899–1972) war Maler, Künstler und Lehrer.
  • Ludger Hölker (1934–1964) war Pilot und Oberleutnant der Luftwaffe.
  • Percy Hoven (* 1965), ehemaliger deutscher Radio- und Fernsehmoderator.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bobingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Erster Bürgermeister Klaus Förster. Gemeinde Bobingen, abgerufen am 31. Mai 2020.
  3. Gemeinde Bobingen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 20. August 2019.
  4. Einwohnerzahlen der Stadt Bobingen. Gemeinde Bobingen, abgerufen am 2. Juni 2020.
  5. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, S. 122, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat).
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 569.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 767, 768.
  8. Eintrag zum Wappen von Bobingen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  9. Freiwillige Feuerwehr Bobingen.
  10. Peter Rasch: Die Nebenbahnen zwischen Ammersee, Lech und Wertach. Mit Ammerseebahn, Pfaffenwinkelbahn & Co rund um den Bayerischen Rigi. EOS Verlag, St. Ottilien 2011, ISBN 978-3-8306-7455-9, S. 285–290.